Screenshots von Twitter-Kommentaren zum angekündigten Rücktritts des AfD-Fraktionsvorsitzenden André Poggenburg.
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr

Kommentare So reagiert das Netz auf Poggenburgs Rücktritt

André Poggenburg, Fraktions- und Parteichef der AfD Sachsen-Anhalt, hat am Donnerstag angekündigt, von seinen Ämtern zurückzutreten. Als Grund nannte er unter anderem den medialen Druck, der nach seiner Aschermittwochsrede auf ihn aufgebaut worden sei. Die Internetnutzer reagieren unterschiedlich und formulieren ein Problem, das trotzdem bleibt.

von Johanna Daher, MDR SACHSEN-ANHALT

Screenshots von Twitter-Kommentaren zum angekündigten Rücktritts des AfD-Fraktionsvorsitzenden André Poggenburg.
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr

In den sozialen Netzwerken sind die Kommentare gemischt – und das nicht nur wegen AfD- und Nicht-AfD-Anhängern. So gibt es die einen, die sich über den ehemaligen AfD-Chef Sachsen-Anhalts lustig machen, unter anderem mit Gifs mit Aufschrift "Bye forever". Das satirische Neo Magazine Royale von Jan Böhmermann macht Poggenburg ebenfalls zum Thema:

Gleichzeitig bekommt er nicht ernst gemeinte Vorschläge als Anspielung auf die ehemalige AfD-Politikerin Frauke Petry für die Gründung einer neuen Partei gemacht, wie "Die Braunen" oder "Die Anarchistische Poggi Partei Deutschland (APPD)". Außerdem werden weitere Politiker mit einbezogen, wie Thüringens AfD-Chef Björn Höcke, der ebenfalls zurücktreten sollte, der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel, der kein Amt in der neuen Regierung bekommt oder auch der ehemalige SPD-Chef Martin Schulz und seine Tochter, deren angeblicher Kommentar auf Poggenburg umgemünzt wird:

Die meisten AfD-Befürworter begrüßen Rücktritt

Die AfD-Anhänger freuen sich zum Großteil, da er durch seine Äußerungen parteischädigend sei und so Mitglieder verschreckt habe. Sie sagen auch, dass "wer ständig die Klischees des politischen Gegners und der MSM bedient, schadet der AfD massiv", wie es Twitter-User Frank (@Frank14467) formuliert.

Wenige AfD-Wähler stehen hinter André Poggenburg und schreiben, dass sie an seiner Aschermittwochsrede nichts Verwerfliches gesehen hätten und geben dem Linksextremismus die Schuld, wie beispielsweise User Andreas Patzwahl (@APatzwahl):

Trotz Rücktritt: Problem bleibt

Viele Stimmen begrüßen zwar den Rücktritt, sagen aber auch etwas resigniert, dass dies zwar ein erster Schritt sei, aber die "AfD in Sachsen-Anhalt Nazis austauscht", wie Twitter-User Andy Rage (@GDhring) schreibt. Denn das eigentliche Problem bleibe:

Denn, so die Meinung vieler weitere Nutzer: Er sei nicht wegen seiner Aussagen, sondern aus Imagegründe zurückgetreten, da die AfD mehr Wähler aus der Mitte bekommen möchten, die nicht so radikal, wie Poggenburg denken. Außerdem lässt sich auch nicht abstreiten, dass ganz viele Menschen seiner rassistischen Rede zugejubelt haben. Deshalb merkt Nutzer Hanning Voigts (@hanvoi) auch verwundert an: "Bisschen seltsam ist das schon. Die Zuhörer im Saal haben ihn immerhin frenetisch gefeiert."

Somit formulieren weitere User auch, dass der Rücktritt nicht reicht, sondern der Rechtsextremismus in der Bevölkerung generell ein bleibendes Problem darstellt. Letztendlich bleibt die Sorge, wie Nutzer Moritz Alexander (@mofai93) formuliert: "Ein guter Tag für Sachsen-Anhalt. Wobei, wer/was kommt nach Poggenburg?"

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Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08.03.2018 | 12:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 08.03.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2018, 16:16 Uhr

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7 Kommentare

10.03.2018 16:32 Matthias 7

Ein menschenverachtender moralisch verkommener Prolet löst den andern ab? Die AFD war, ist und bleibt ein RECHTSRADIKALER überflüssige Haufen, und gehört nicht zu Deutschland und seinen Werten. Deutschland schämt sich zu tiefst für diese Typen und ihre moralische Abartigkeit.

08.03.2018 23:31 Andreas 6

So einer kann eine Partei eigentlich nur Schaden. In der NPD könnte ich mir ihn aber gut vorstellen.

08.03.2018 18:32 mattotaupa 5

@#2: genannte person war nur ein beispiel. gab noch andere den artikel bestätigende aussagen von anderen leuten. @#1: auch der spruch mit den gauchos stieß nicht auf 100% zustimmung. "kameltreiber" ist mitnichten gleichbedeutend mit gaucho (viehhüter) oder cowboy, sondern ebenso abwertend wie das "vaterlandslose gesindel". wie kommen sie eigentlich auf "tödlich"? hab ich was verpaßt? warum zweierlei maß in deutschland? der wurde doch von der eigenen partei aufgrund führungsstil und vetternwirtschaft abgesägt, deutschland hätte in gern behalten - als mieses beispiel. ihre kritik hat also den falschen adressaten.