Demo vor dem Landtag "Keinen Cent mehr auf den Konten": Clubbetreiber protestieren wegen ausbleibender staatlicher Hilfe

Clubbesitzer aus Sachsen-Anhalt sind erneut auf die Straße gegangen: Vor dem Landtag forderten sie am Freitag, ihnen müsse schnell geholfen werden. Die groß angekündigten Hilfen des Staates seien bislang nicht geflossen.

Mehrere Clubbetreiber stehen bei einer Protestkundgebung vor dem Landtag von Sachsen-Anhalt.
Ihnen steht das Wasser nach eigenen Angaben bis zum Hals: Clubbetreiber haben am Freitag vor dem Landtag für schnelle staatliche Hilfen demonstriert. Bildrechte: MDR/Isabell Hartung

Vor dem Landtag in Magdeburg haben am Freitag erneut Clubbesitzer demonstriert. Sie kritisierten, von den versprochenen Soforthilfen des Bundes sei bislang wenig bis gar nichts angekommen. Der Clubbetreiber Enrico Ebert vom Geheimclub in Magdeburg sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Wasser stehe seinem Unternehmen bis zum Hals. "Rücklagen sind aufgebraucht, Altersvorsorgen wurden jetzt aufgelöst und in das Unternehmen gesteckt." Seine Hoffnung sei, dass die Politik die Branche nicht sterben lasse, sagte Ebert. "Wir haben jetzt wirklich keinen Cent mehr auf den Konten."

Keine Einnahmen seit März

Die wenigen ausgezahlten Hilfen ersetzten nur einen Bruchteil der Kosten, sagte Ebert. Die Einnahmen jedoch fehlten ihm seit März komplett. Lange hätten er und sein Team sich darauf vorbereitet, im November unter strengen Hygieneauflagen wieder zu öffnen. Das war in Sachsen-Anhalt lange geplant. Doch die Infektionszahlen sind im Oktober wieder stark angestiegen. Große Hygienekonzepte seien damit umsonst geschrieben worden, sagte Ebert.

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Unzufrieden mit den Leistungen des Staates ist auch Guido Schwirzke vom Prinzzclub in Magdeburg. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sein Unternehmen warte immer noch auf Hilfen. Wenn sich nichts ändere, könne er im kommenden Jahr nicht mehr aufmachen, so Schwirzke. 19 Jahre Arbeit seien damit quasi umsonst gewesen.

Ein Mann vor einem Diskotheken-Tresen.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Schulden häufen sich und es kommen immer mehr Versprechungen von der Politik, aber es passiert halt nichts.

Guido Schwirzke Prinzzclub Magdeburg

Im Landtag war am Freitag über Wirtschaftshilfen für von der Pandemie betroffene Unternehmen diskutiert worden. Linke und SPD kritisierten darin, die Auszahlung der versprochenen Hilfen dauere zu lange. Bereits im Oktober hatten mehrere Clubbetreiber demonstriert. Vor der Staatskanzlei hatten sie damals symbolisch einen mit zerbrochenen Discokugeln gefüllten Sarg niedergelegt, um auf das Sterben der Clubkultur aufmerksam zu machen.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. November 2020 | 13:00 Uhr

10 Kommentare

Ekkehard Kohfeld vor 6 Tagen

Das ist ja alles richtig vielleicht sollte man dann an Wochenenden
oder zu Zeiten wo niemand Dienst tut die Kommentarfunktion aus machen,nur so ein Gedanke weil wie gesagt wichtige Sachen sind nach so langer Zeit schon überholt,das sie auch mal frei haben müssen und können zweifelt ja niemand an zumindest ich nicht.

MDR-Team vor 6 Tagen

Da haben sie natürlich Recht, nur gibt es ja Dienstpläne, Dienstzeiten und nur begrenzet Ressourcen. Deswegen kann es leider passieren, dass es mal zu längeren Wartezeiten kommt. Gerade am Wochenende. Das bitten wir zu entschuldigen.

Ekkehard Kohfeld vor 6 Tagen

"Wir lesen die Kommentare nicht 24 Stunden."

Das habe ich ja auch gar nicht gesagt aber "vor 20 Stunden"
sind viele Dinge vor allen Dingen in den Medien schon lange überholt.

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