Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt wird Staatssekretär im Innenministerium

Rainer Wendt wird neuer Staatssekretär in Sachsen-Anhalts Innenministerium. Wendt war zuletzt mehr als zehn Jahre lang Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft – und stand als solcher häufiger in den Schlagzeilen.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt
Rainer Wendt wechselt als Staatssekretär ans Innenministerium in Magdeburg. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Der langjährige Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, wechselt als Staatssekretär ins Innenministerium von Sachsen-Anhalt. Das hat die Staatskanzlei am Freitag mitgeteilt. Wendt tritt seinen Dienst demnach zeitnah an. Er folgt auf die bisherige Staatssekretärin Tamara Zieschang (CDU), die bereits im Dezember als Staatssekretärin ins Bundesverkehrsministerium nach Berlin wechselt.

Es sei eine große Freude, Wendt als "fachkundigsten und bekanntesten Vertreter der Interessen unserer Polizei" nach Magdeburg zu holen, teilten Ministerpräsident Haseloff und Innenminister Stahlknecht (beide CDU) in einer gemeinsamen Mitteilung mit.

Rainer Wendt ist 62 Jahre alt und Vater von fünf Kindern. Er ist seit 2007 Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft – und als solcher voriges Jahr in die Schlagzeilen geraten. Wendt hatte in der Kritik gestanden, als bekannt wurde, dass er bis zu seiner Pensionierung im Februar 2017 elf Jahre lang keinen Dienst bei der Polizei verrichtet hatte, aber dennoch bezahlt worden war. Zudem war Wendt 2010 offenbar ohne Rechtsgrundlage befördert worden.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. November 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2019, 18:38 Uhr

22 Kommentare

Reiner Zimmermann vor 2 Wochen

Unfassbar. Ein Schlag ins Gesicht unserer Landesbeamten. Die Verfehlungen dieses (westdeutschen) Herren hätten jeden (ostdeutschen) Beamten Job und Pension gekostet. Nun darf er von einer nachweislich unrechtmäßig erhaltenen Besoldung A12 (Polizeihauptkommissar) auf die Sachsen-Anhalt zweithöchste Beamtenbesoldung B9 springen. Das ist eine Beförderung über 13 (!!!) Besoldungsgruppen. Völlig unfassbar. Das entspricht dem gesamten Beförderungsbudget einer großen Polizeibehörde für ein ganzes Jahr. Und das 30 (!!!) Jahre nach der Wende.

tommy_aus_dd vor 2 Wochen

Ein fatales Zeichen, einen derart belasteten (Doppelbezüge, fragwürdige Beförderung) Lobbyisten als Staatssekretär zu benennen. Mit dieser Entscheidung nimmt die Politikverdrossenheit weiter zu. Wo sind die Zeiten hin, als Politiker noch Vorbilder waren? Ich möchte nicht den Shitstorm hören, würde ein linker Politiker mit derart dubioser Vergangenheit zum Staatssekretär berufen.

Fuerst Myschkin vor 2 Wochen

@Carsten67
Das ist aber auch eine Gemeinheit von dem Stahlknecht. Erlaubt der sich doch glatt, Sie bei der Auswahl seines Staatssekretärs schnöde zu übergehen. Wo Sie so hart arbeiten, wahrlich ein Schlag in Ihr Antlitz. Ärgern Sie sich bloß nicht schwarz und bitte nicht den Looser raushängen. Sie werden doch noch gebraucht, aber eben nicht als Staatssekretär mit B- Besoldung. Ja das Leben kann manch mal aber auch hart sein, vor allem wenn man als Malocher dermaßen eine in die Schnauze bekommt Gelle? 😎😉

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