Nach Tod von Afroamerikaner Floyd Diaby über Rassismus: Erwarte auch in Sachsen-Anhalt Aufstand der Anständigen

Der Abgeordnete Diaby ist für einen "Aufstand der Anständigen" gegen Rassismus auch in Sachsen-Anhalt. Die Ausgrenzung von Menschen sei kein amerikanisches Problem und betreffe die Gesellschaft überall auf der Welt.

Black Lives Matter-Bewegung
"Schwarze Leben zählen": Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd ist dieser Grundsatz in vielen Ländern der Welt wieder häufig zu sehen. Das Archivbild entstand in den USA. Bildrechte: IMAGO

Der hallesche Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby (SPD) erwartet angesichts rassistischer Vorfälle in den USA auch in Sachsen-Anhalt einen "Aufschrei der Anständigen". Diaby sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Freitag, die Gesellschaft dürfe nicht weiter die Augen vor Rassismus verschließen. Auch im Alltag müsse ein "Stoppschild" gezeigt werden, wenn Menschen bei Sportveranstaltungen oder Firmenfeiern rassistisch angegangen würden.

Karamba Diaby und ein Löschhelikopter im Harz 53 min
Bildrechte: IMAGO/MDR/Freiwillige Feuerwehr Thale

"Rassismus ist kein amerikanisches Problem", sagte Diaby mit Verweis auf den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA. Zugleich betonte er, dass es in Deutschland keine Polizeigewalt wie in den USA gebe. Die Verhältnisse in den USA könne man nicht mit denen in Deutschland gleichsetzen. Trotzdem müssten sich auch die Menschen in Deutschland und Sachsen-Anhalt überlegen, wie sie Rassismus entgegen treten. "Wir müssen dafür sensibilisieren, dass das überall passieren kann", sagte Diaby. Rassistische Äußerungen seien die Vorstufe zur Gewalt.

Karamba Diaby
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Je mehr wir für politische Bildung und für Medienbildung tun, desto mehr können wir gegen Rassismus tun.

Karamba Diaby, SPD Bundestagsabgeordneter aus Halle

Diaby ist der erste gebürtige Schwarzafrikaner im Deutschen Bundestag. Er war in den vergangenen Jahren mehrfach rassistisch beleidigt worden – in sozialen Netzwerken wie auch im Alltag. Einschüchtern lassen will er sich davon auch weiterhin nicht. Diaby sagte MDR SACHSEN-ANHALT, seine Arbeit werde von den Menschen in Halle angenommen. "Ich habe eine riesengroße Rückendeckung in der halleschen Gesellschaft."

Seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz gehen Menschen in den USA seit Tagen auf die Straße. Tausende demonstrieren Nacht für Nacht trotz verhängter Ausgangssperren für ein Ende von Polizeigewalt, Rassismus und Ungleichheit. Auch in Deutschland gibt es Proteste – diesen Sonnabend beispielsweise in Magdeburg.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: Was bleibt – Der Wochenrückblick | 05. Juni 2020 | 17:00 Uhr

14 Kommentare

wo geht es hin vor 4 Wochen

"Ach kommen Sie, das eine schließt das andere doch nicht aus... Mal davon ab, dass es genau darum geht..." Also gibt es keine verschiedenen Menschenrassen, aber Rassismus schon? Worauf bezieht sich dann der Rassismusvorwurf denn dann? Die verschiedenen Menschenrassen können es ja nach Ihrem Verständnis nach ja wohl nicht sein....PS: Wussten Sie, dass der Rassismusvorwurf angesichts eines Gesetzes dazu (was schon unter Kennedy verabschiedet wurde), eigentlich völlig unhaltbar ist? Also zumindest was Rassismus gegen dunkelhäutige Menschen betrifft? Denn da seht drin, dass dunkelhäutige Menschen sogar gegenüber anders aussehenden Menschen z. Bsp. bei der Bildung zu bevorzugen sind. Wie nennen wir das dann nun? Antiantirassismus?

ralf meier vor 4 Wochen

Sie schreiben: 'Hat schon was von autokratischen Zügen, speziel dass Wegsprayen von friedlichen Menschen nur damit der CEO der USA sich vor eine Kirche ablichten lassen kann.'
Sind Sie ein Anhänger von Verschwörungstheorien ? Also der Präsident der USA ist kein CEO und Deutschland keine Firma. Zum Foto der Herrn Trump:
Tatsächlich wollten 'Demonstranten' Herrn Trump daran hindern, zu einer Kirche zu gehen, deren Kindergarten zuvor von einem zerstörungswütigen brandschatzenden Mob angezündet worden war. Ich vermute mal, er wollte seine Anteilnahme gegenüber den 'Opfern' des Anschlages zeigen, aber das mögen Sie anders sehen. Natürlich ist Wahlkampf und Demokraten wie Republikaner bemühen sich, die traurigen Geschehnisse so gut es geht für ihre eigenen Belange zu instrumentalisieren.
Unumstritten ist es aber meiner Meinung nach , das ein Rechtstaat es nicht zulassen darf, das einige Demonstranten ihn daran hindern wollten.

CrizzleMyNizzle vor 4 Wochen

Ach kommen Sie, das eine schließt das andere doch nicht aus... Mal davon ab, dass es genau darum geht...

Flache Erde gibts auch nicht, aber dennoch Menschen die meinen es ist so.
Corona ist auch nicht erfunden, aber dennoch Menschen die meinen es ist so.

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