Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt
Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt ist mit den Ermittlungen gegen eine mutmaßliche rechtsextremistische Gruppe beauftragt. Bildrechte: IMAGO

Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt Razzien gegen mutmaßliche Rechtsextremisten in Köthen und Gardelegen

In Köthen und Gardelegen hat die Polizei am Dienstag insgesamt fünf Wohnungen durchsucht. Hintergrund der Razzien ist die mögliche Bildung einer rechtsextremistischen Gruppe. Auch in drei weiteren Bundesländern gab es Durchsuchungen.

Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt
Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt ist mit den Ermittlungen gegen eine mutmaßliche rechtsextremistische Gruppe beauftragt. Bildrechte: IMAGO

In Sachsen-Anhalt hat es am Dienstag Razzien gegen mutmaßliche Rechtsextremisten gegeben. Die Landespolizei war mit 50 Einsatzkräften in fünf Objekten in Köthen und Gardelegen im Einsatz. Sechs Personen stehen laut Bundesanwaltschaft im Verdacht, 2018 die kriminelle Vereinigung "Sturmbrigade" gegründet zu haben. Diese soll eine Untergruppe der sogenannten "Wolfsbrigade" sein, die ihre Ziele mit Waffengewalt durchsetzen will.

Gemeinsam sei den Mitgliedern ihre rechtsextremistische Gesinnung. Die Gruppe will der Bundesanwaltschaft zufolge ein "Wiedererstarken eines freien Vaterlandes" nach dem "germanischen Sittengesetz" erreichen.

Durchsuchungen in insgesamt vier Bundesländern

Ziel der Durchsuchungen ist es laut Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt, Beweise zu finden, die die Mitgliedschaft zu einer kriminellen Vereinigung nachweisen können – beispielsweise Waffen, Datenträger oder Handys. Was die Beamten bei den Razzien gefunden haben, ist noch nicht bekannt. Festnahmen gab es bisher keine.

Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, wurden neben Wohnungen in Sachsen-Anhalt auch drei Objekte in Hessen sowie je eine Wohnung in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen durchsucht. Mit den Ermittlungen ist das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt beauftragt, weil sich in dem Bundesland die meisten durchsuchten Wohnungen befinden.

Überregional vernetzt und radikalisiert

Laut dem Rechtsextremismus-Experten beim Verein Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt, David Begrich, ist die "Wolfsbrigade" bereits 2018 bei rechtsextremen Demos in Köthen aufgetreten.

Die Gruppe sei überregional vernetzt und habe sich in den vergangenen drei Jahren radikalisiert. Dabei habe ihre Gewaltbereitschaft gegenüber Migranten und politischen Gegner zugenommen. Ein wesentliche Rolle spielten dabei Vernetzung und Kommunikation in den sozialen Netzwerken. "Eine mögliche Gefährdung geht sowohl von Einzelpersonen aus dem Umfeld solcher Netzwerke als auch von den Gruppen selbst aus", sagt Begrich.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. Juli 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2019, 14:41 Uhr

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24 Kommentare

01.08.2019 14:12 Ichich 24

Ein toter Junge,m ein Anschlag auf einen SAfD-Politiker ... und *schwupp* gibt es wieder Naziterroristenkommandos, die ZUM GLÜCK durch tapferen Widerstand entlarvt werden konnten. Wurde auch ein Luftgewehr gefunden ?
Wann will der mdr über den totstechenden Afghanen aus Zwickau berichten ?

Anmerkung von MDR SACHSEN-ANHALT:
Das haben wir: https://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/zwickau/festnahme-mutmasslicher-moerder-zwickau-100_isPreview-1_zc-9cb247db.html

An dieser Stelle der Hinweis: Bleiben Sie beim Thema des Artikels und beachten Sie unsere Netiquette. Weitere sachfremde Kommentare werden nicht freigegeben.

01.08.2019 12:55 ralf meier 23

Hallo mediator, hallo fakt: nach zwei nicht freigeschalteten Rückmeldungen zu @fakt Nr 19, halte ich einen weiteren Diskurs unter der derzeitigen Moderation nicht für sinnvoll.
Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Anmerkung von MDR SACHSEN-ANHALT:
Die Kommentare, die unserer Netiquette entsprechen, haben wir freigegeben.

01.08.2019 09:39 ralf meier 22

@Fakt Nr 19: Sorry, gestern wurde ich nicht freigeschaltet.

Also Sie haben recht. 'Die Listen wurden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht angelegt, um Geburtstagskarten zu verschicken'.

Deshalb müssen das aber keine Todeslisten sein.

So veröffentlichte 'Linksunten' z.B. eine lange Liste von Berliner Polizeibeamten teilweise mit Fotos und Bildern ihrer Privatfahrzeuge inclusive Kennzeichen sowie ein Bekennerschreiben zu einem bereits erfolgreich abgefackelten Privatwagen eines Zivilbeamten. '
Siehe auch Morgenpost 18.12.2017. 'Linksextremisten veröffentlichen Fotos von Polizisten'

Auch da konnte man bei aller massiven Einschüchterung, die solche Listen erzeugen sollen, sicherlich nicht von einer Todesliste sprechen.

Ich hoffe, Sie stimmen Herrn Meuthen zu, das solche Listen von wem auch immer unerträglich sind.

Anmerkung von MDR SACHSEN-ANHALT:
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