Kampf gegen Lehrermangel Volksbegehren – Sammeln der Unterschriften gestartet

Seit Mittwoch sammelt das Volksbegehren gegen Lehrermangel Unterschriften. Die Organisatoren werfen dem Bildungsministerium vor, zu wenig zu tun. Minister Tullner dagegen fürchtet Einschnitte in der Unterrichtsqualität.

Menschen stehen an einem Informationsstand
Vielerorts wird an Infoständen über das Volksbegehren aufgeklärt – wie hier in Wittenberg. Bildrechte: MDR/André Damm

Das Volksbegehren gegen Lehrermangel sammelt seit Mittwoch Unterschriften. Die Organisatoren des Volksbegehrens werfen dem Bildungsministerium vor, weiterhin zu wenig gegen den Lehrermangel zu tun. Der Sprecher des Bündnisses "Den Mangel beenden", Thomas Jaeger, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, auf Bewerbungen von potentiellen Lehrern und Schulsozialarbeitern werde zu spät reagiert. Das Landesschulamt müsse eine Taskforce einrichten und Bewerbungen auch mal am Wochenende abarbeiten. So kenne man es auch aus der freien Wirtschaft. Ausschreibungen brächten nichts, wenn sie in irgendeinem Büro landeten.

Menschen stehen an einem Informationsstand
163.000 Unterschriften sind nötig. Bildrechte: MDR/André Damm

Das Volksbegehren gegen Lehrermangel war am Dienstag offiziell gestartet worden. Von Mittwoch an können dann auch tatsächlich gültige Unterschriften gesammelt werden. Konkret werden gut 163.000 Unterstützer gebraucht.

Gelingt das, kommt der Gesetzentwurf des Bündnisses gegen Lehrermangel in den Landtag. Darin wird eine Vorgabe gefordert, wie viele Lehrer es pro Schüler geben muss.

Tullner sieht Lehr-Qualität gefährdet

Landesbildungsminister Marco Tullner (CDU) erneuerte seine Kritik an dem Volksbegehren, das gesetzliche Vorgaben fordert, wie viele Lehrer es pro Schüler geben muss. Tullner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, habe die Initiative Erfolg, müsse er mit den Anforderungen an neue Lehrer heruntergehen. Es nütze nichts, wenn am Ende jemand vor der Klasse stehe, die Kinder aber nichts lernten. Man müsse die Qualität im Blick behalten. Das sehe er bei der Initiative nicht.

Der Minister warb um Geduld und einen langen Atem. Er könne neue Lehrer in fünf bis sieben Jahren ausbilden. Außerdem müsse sich das Land bei der Qualifizierung von Seiten- und Quereinsteigern weiter öffnen. Schule sei nicht nur zum Betreuen da, sondern auch dafür, dass die Kinder etwas lernten. 2.700 bis 3.000 neue Stellen zu schaffen, greife zu kurz.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Januar 2020 | 05:00 Uhr

4 Kommentare

Altlehrer vor 20 Wochen

Mit einem Quotengesetz wird man den Lehrermangel kaum beseitigen. Dafür sind die Ursachen zu vielgestaltig. Das beginnt bei der fehlenden gesellschaftlichen Wertschätzung von Sekundar- und Grundschullehrern. Die Ausbildungsdauer von bis zu 7 oder 8 Jahren ( Bachalor, Master, Referendariat ) , der teilweise überzogene fachwissenschaftliche Anspruch im Bachalorstudium einiger Fächer oder ein übertriebener NC sorgen für hohe Abbrecherquoten ( bis 80 % ) . Dazu kommt besonders in Sachsen-Anhalt das Problem der fehlenden Referendariatsstellen im Sekundarschulbereich. Im übrigen sind wir damals nach 4 Studienjahren als Diplomlehrer sehr gut vorbereitet gleich voll in den Schuldienst eingestiegen. Da hatten dann die Absolventinnen sogar noch genug Zeit für die Familiegründung. Das ist heutzutage ja auch schwierig.

part vor 20 Wochen

Bildung hat gefälligst Bundesangelenheit zu zu sein und nicht Ländersache, doch mit dem Hin- und Herschieben von politischen Verantwordungen kann man gekonnt die politische Meinung des Einzelnen entkräften. Ich warte nur noch darauf, das die Schulbildung auch in allen Bereichen mit einer Grundversorgung privasiert wird, wo sich die BRD aus fast allen Bereichen de Daseinsvorge immer weiter zurück zieht und im Nachhinein mehr Kosten für Steuerzahler verursacht.

Steffen 1978 vor 20 Wochen

Für wirklich wichtige Dinge in Deutschland gibt es kein Volksbegehren
Durch solche Aktionen bekommt das Land weder Lehrer Polizisten oder was auch immer .Das sind alles gesellschaftliche Probleme die durch unsere Politik gefördert wird diese Berufe sind die undankbarsten überhaupt Respekt und Dankbarkeit sind für die jetzige Generation Fremdwörter

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