Üben für den Ernstfall Beim Selbstverteidigungstraining für Rettungskräfte

Notärzte sowie Notfallsanitäter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und vom Arbeiter-Samariter-Bund lernen in Merseburg Deeskalation und Selbstverteidigung. Die Rettungskräfte erklären, warum sie an dem Kurs teilnehmen.

Teilnehmer beim Selbstverteidigungskurs für Rettungskräfte üben
Notfallsanitäter, Notärzte und Pflegekräfte trainieren zweimal im Monat. Im Kurs geht es nicht nur darum, sich bei einem Angriff durch Patienten verteidigen zu können. Plötzsch bringt ihnen auch bei, brenzlige Situationen richtig einschätzen und entschärfen zu können.

Quelle: MDR/mh
Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke
Jessica Krümmling, Notfallsanitäterin DRK Zeitz
Jessica Krümmling, Notfallsanitäterin beim DRK Zeitz, ist von Beginn an beim Selbstverteidigungskurs dabei. Sie hat angefangen, den Kurs mitzumachen, weil sie und ihre Kollegen im Rettungsdienst immer mehr angegriffen worden seien. Ein Vorfall hat sie besonders geprägt: Bei einem Einsatz hätten 15 Personen sie an einen Patienten nicht heranlassen wollen. "Sie haben uns bepöbelt, haben uns angespuckt. Das war der Zeitpunkt, wo ich gesagt habe: bis hierhin und nicht weiter."

Durch den Kurs gehe sie viel selbstbewusster in Einsätze, sagt Krümmling. Trotz der Vorfälle sei Notfallsanitäter nach wie vor ihr Traumberuf. "Ich mache das mit Liebe und mit Leidenschaft. Und es sind ja wirklich wenige, die uns angreifen." Wenn es jedoch zu solchen Situationen komme, sollte man gewappnet sein.
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Jens Pinkert, Notarzt fürs DRK, mit Boxhandschuhen
Jens Pinkert fährt als Notarzt zu Rettungseinsätzen. Das sei nicht immer ganz so lustig. "Da fühlt man sich doch ein bisschen sicherer und weiß eher, wie man reagiert", sagt er zum Selbstverteidigungskurs. Meist versuche man aber ohnehin, sich zurückzuziehen, wenn es brenzlige Situationen gebe. Davon habe es mehrere gegeben. Diese seien zum Glück nicht dramatisch geworden, da sich die Einsatzkräfte rechtzeitig zurückgezogen hätten. "Aber es wird ja nicht besser", ergänzt er. Außerdem mag er den sportlichen Aspekt des Trainings. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke
Nicole Müller, Auszubildende zur Notfallsanitäterin beim DRK Merseburg
Nicole Müller ist Notfallsanitäterin in Ausbildung beim DRK Merseburg. Die Auszubildende hat selbst noch keinen Angriff erlebt – worüber sie froh ist. Denn: "Es gibt immer wieder Leute, die pöbeln oder betrunken sind." Durch den Kurs fühlt sie sich für mögliche Übergriffe etwas besser gewappnet. Sie schränkt jedoch ein: "In einer Situation direkt kann man nie pauschal sagen, wie man reagiert. Aber so hat man wenigstens ein paar Möglichkeiten, die man kennt und abrufen kann." Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke
Kursleiter Thomas Plötzsch beim Selbstverteidigungskurs
Kursleiter Thomas Pötzsch (rechts) ist selbst Notfallsanitäter beim DRK Merseburg. In seiner Freizeit macht er Kampfsport. Daher haben ihn Kollegen vor zwei Jahren gebeten, einen Selbstverteidigungskurs für Rettungskräfte anzubieten. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke
Teilnehmer beim Selbstverteidigungskurs für Rettungskräfte üben
Notfallsanitäter, Notärzte und Pflegekräfte trainieren zweimal im Monat. Im Kurs geht es nicht nur darum, sich bei einem Angriff durch Patienten verteidigen zu können. Plötzsch bringt ihnen auch bei, brenzlige Situationen richtig einschätzen und entschärfen zu können.

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