Gewerkschaftsmitglieder stehen mit Informationsmaterial im Universitätsklinikum Jena.
Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bekommen mehr Geld. Dafür war zuletzt mehrfach gestreikt worden. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Allein in diesem Jahr Einigung im öffentlichen Dienst kostet Sachsen-Anhalt 106 Millionen zusätzlich

Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, bekommt rückwirkend mehr Lohn. Darauf haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber am Samstagabend in Potsdam geeinigt. Auch Angestellte in Sachsen-Anhalt profitieren von der Einigung. Im Umkehrschluss bedeutet das: Das Land Sachsen-Anhalt wird tiefer in die Tasche greifen müssen. Laut Finanzminister André Schröder ist man darauf aber vorbereitet.

Gewerkschaftsmitglieder stehen mit Informationsmaterial im Universitätsklinikum Jena.
Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bekommen mehr Geld. Dafür war zuletzt mehrfach gestreikt worden. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Die Einigung in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst kostet Sachsen-Anhalt allein in diesem Jahr etwa 106 Millionen Euro. Das hat Finanzminister André Schröder (CDU) am Sonntag mitgeteilt. Schröder sagte, dass Sachsen-Anhalt aber darauf vorbereitet sei. Im aktuellen Landeshaushalt sei mit 84 Millionen Euro so viel Vorsorge getroffen worden wie noch nie. Nachteil der Einigung sei, dass der in Potsdam vereinbarte Kompromiss über drei Jahre hinweg Mehrkosten von rund 583 Millionen Euro verursache.

André Schröder, CDU, Finanzminister
Finanzminister André Schröder (CDU) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Einigung von Gewerkschaften und Arbeitgebern sieht vor, die Gehälter der Angestellten des öffentlichen Dienstes rückwirkend zum 1. Januar um 3,2 Prozent anzuheben. Beschäftigte sollen jedoch mindestens 100 Euro mehr bekommen. Für kommendes Jahr wurde eine Erhöhung um weitere 3,2 Prozent ausgehandelt, mindestens aber 90 Euro. 2021 schließlich gibt es noch einmal 1,4 Prozent sowie mindestens 50 Euro zusätzlich. Insgesamt bekommen die Beschäftigten in den kommenden knapp drei Jahren acht Prozent mehr Lohn.

Die Gewerkschaft Verdi und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen-Anhalt werteten den Abschluss am Sonntag als gut.

Wer von der Einigung profitiert

Von der Einigung in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst profitieren bei weitem nicht nur Lehrer. Bundesweit dürfen sich rund eine Million Beschäftigte über steigende Löhne freuen – darunter Erzieher, Autobahnmeister, Angestellte der Landespolizei, Informatiker in Ministerien, Beschäftigte der Staats- und Landestheater oder Ingenieure in Forstbetrieben.

Auch Beamte bekommen mehr Geld

Finanzminister Schröder kündigte weiter an, dass die im Tarifabschluss vereinbarten Steigerungen auch auf Beamte des Landes übertragen werden. Das sei im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen so geregelt, sagte Schröder.

In Sachsen-Anhalt waren in den vergangenen Wochen insbesondere Lehrer für eine bessere Bezahlung auf die Straße gegangen. Vorigen Mittwoch hatten mehr als 1.000 Pädagogen die Arbeit niedergelegt. Laut Bildungsministerium fielen allein an diesem Tag rund 4.800 Unterrichtsstunden aus.

Leeres Klassenzimmer in Schule in Aschersleben
Weil mehr als 1.000 Lehrer gestreikt hatten, fiel am Mittwoch in Sachsen-Anhalt reihenweise Unterricht aus. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Quelle: MDR, dpa/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. März 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. März 2019, 20:22 Uhr

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14 Kommentare

05.03.2019 15:28 Nordharzer 14

@13, in Ihrem ersten Beitrag schrieben Sie nur vom Tarifverbund Bund-Gemeinden, das war dann schon mißverständlich, denn den gibt es noch mit ST. Was im Übrigen die offizielle Abkürzung für Sachsen-Anhalt ist, ein SA oder S.-A. gibt es aus naheliegenden Gründen nicht.
@12, natürlich ist die Altenpflege wichtig - so wie Polizei, Justiz, Bauverwaltungen. Aber es ist falsch zu versuchen, einen Beschäftigtenbereich gegen den andern auszuspielen, oder gegen bestimmte Gruppen Stimmung zu machen. Neiddiskussionen sind genauso fehl am Platz.

05.03.2019 06:50 Sr.Raul 13

@8 (Nordharzer), es hat niemand behauptet das das Land S.-A. aus dem TVÖD ausgestiegen ist, sondern aus dem einstigen Tarifverbund Bund-Länder-Kommunen. Das war alles mal Eins. Da es diesen einstigen Tarifverbund nicht mehr gibt, gibt es in dessen Folge auch separate Tarifverträge für die Länder bzw. Bund/Kommunen. Der aktuell laufende TV für Bund und Kommunen gilt seit 2018 .

04.03.2019 18:08 Leser 12

@9 jost. Und ich halte täglich meine Nase in der Altenpflege hin und das für 1200 Euro brutto im Monat. Auch diese Berufe im sozialen Bereich dienen unseren Menschen.