Fahrzeuge passieren an der Autobahn A1 bei Kamen einen sogenannten «Enforcement Trailer», eine mobile Anlage zur Geschwindigkeitsmessung.
In anderen Bundesländern kommen Tarnblitzer bereits zum Einsatz. Bildrechte: dpa

Kampf gegen Raser Sachsen-Anhalts neuer Super-Blitzer

Das Innenministerium hat für 180.000 Euro einen Tarnblitzer gekauft. Der ist gepanzert und soll tagelang ohne Aufsicht blitzen können – und sieht aus wie aus der Zukunft.

Fahrzeuge passieren an der Autobahn A1 bei Kamen einen sogenannten «Enforcement Trailer», eine mobile Anlage zur Geschwindigkeitsmessung.
In anderen Bundesländern kommen Tarnblitzer bereits zum Einsatz. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt ist das gefährlichste Bundesland – zumindest beim Blick auf die Statistik. 29 Verkehrstote pro eine Million Einwohner bedeuten den Spitzenplatz im bundesweiten Ranking. Oft führen überhöhte Geschwindigkeiten zu Unfällen – und deshalb baut Sachsen-Anhalt jetzt seine Blitzertechnik aus.

Die neueste "Wunderwaffe" im Kampf gegen Raser heißt: Tarnblitzer. Der sieht aus wie ein abgestellter Anhänger aus der Zukunft – mit Reflektoren und Kennzeichen. Das Land will ihn ab März dieses Jahres einsetzen.

Gepanzerte Hülle schützt den Tarnblitzer

Und nicht nur das Äußere verspricht einen Vorteil: Der neue Blitzer kann bis zu einer Woche ohne Stromversorgung arbeiten. Besonders Baustellen konnten bisher schwerlich überwacht werden. Für Polizeibeamte war das gefährlich und oft fehlte eine Stromanbindung.

Mit Kennzeichen und Reflektoren So futuristisch sieht ein Tarnblitzer aus

Ein LKW passiert an der Autobahn A1 einen sogenannten «Enforcement Trailer», eine mobile Anlage zur Geschwindigkeitsmessung.
Tarnblitzer sind in anderen Bundesländern bereits im Einsatz. Bildrechte: dpa
Ein LKW passiert an der Autobahn A1 einen sogenannten «Enforcement Trailer», eine mobile Anlage zur Geschwindigkeitsmessung.
Tarnblitzer sind in anderen Bundesländern bereits im Einsatz. Bildrechte: dpa
Fahrzeuge passieren an der Autobahn A1 bei Kamen einen sogenannten «Enforcement Trailer», eine mobile Anlage zur Geschwindigkeitsmessung.
Sie sehen aus wie abgeschleppte Anhänger. Bildrechte: dpa
Fahrzeuge passieren an der Autobahn A1 bei Kamen (Nordrhein-Westfalen) einen sogenannten «Enforcement Trailer», eine mobile Anlage zur Geschwindigkeitsmessung
Kennzeichen und Reflektoren sollen verhindern, dass Raser sie frühzeitig als Blitzer erkennen. Bildrechte: dpa
Ein neues Blitzgerät zur Geschwindigkeitsmessung von Verkehrsteilnehmern
Mit einem USB-Stick werden die Daten abgezogen. Auch über eine verschlüsselte Funkverbindung könnten sie übertragen werden. Bildrechte: dpa
Ein neues Blitzgerät zur Geschwindigkeitsmessung von Verkehrsteilnehmern steht an der Marienstraße in Hannover (Niedersachsen).
Ab März soll die neue "Wunderwaffe" im Kampf gegen Raser in Sachsen-Anhalt ihren Dienst aufnehmen.

MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18.01.2019 | 14:00 Uhr
Quelle: MDR/dg
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Ein Alarmsystem und eine gepanzerte Hülle schützen den Anhänger. Kostenpunkt: 180.000 Euro. Herkömmliche Blitzergeräte kosten weniger als die Hälfte. Sollte ein erster Test mit dem Tarnblitzer erfolgreich verlaufen, sollen alle vier Polizeiinspektionen in Sachsen-Anhalt ein Gerät erhalten.

Fast eine Million Euro Blitzer-Einnahmen in Magdeburg

Laut Innenministerium wurden 2018 weniger Leute geblitzt als im Jahr zuvor: 170.000 Bußgeldverfahren gab es gegenüber zuvor 182.000.

Die Bußgelder verteilten sich allerdings regional unterschiedlich: In Magdeburg wurden mit fast 55.000 Fahrern etwa 14.000 mehr geblitzt als im Vorjahr. Dadurch lagen die Einnahmen bei fast einer Million Euro und damit etwa 200.000 Euro über dem Vorjahr. In Stendal gingen die Einnahmen indes um etwa 20.000 Euro zurück.  

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. Januar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 16:21 Uhr

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29 Kommentare

23.01.2019 13:07 Sr.Raul 29

Fahren wie es statthaft ist und Was passiert? Nix, @16 (Wolle 1)! So einfach lässt sich das vermeintliche "Sponsoring" vermeiden und das Prächtige dabei? Man kann es SELBER beeinflussen. Eigentlich eine einfache Kiste.

23.01.2019 08:51 Wolpertinger 28

@22.01.2019 17:46 Gerd Müller
Und Sie bekommen es echt nicht hin, bei Ortseingängen am großen gelben Ortsschild nur noch 50 zu fahren ? Sehr trauruig. Andere Menschen, im Ort, verlassen sich darauf.
Sollten Sie die Notwendigkeit nicht einsehen oder motorisch nicht dazu fähig sein, sind Sie m.E. nicht für die Teilnahme am Strassenverkehr geeignet.

23.01.2019 08:49 Wolpertinger 27

@22.01.2019 19:05 kein Otto
"Das Ende einer Verbotsstrecke ist nicht gekennzeichnet, wenn das Streckenverbotszeichen zusammen mit einem Gefahrzeichen angebracht ist und sich aus der Örtlichkeit zweifelsfrei ergibt, von wo an die angezeigte Gefahr nicht mehr besteht. Es ist auch nicht gekennzeichnet, wenn das Verbot nur für eine kurze Strecke gilt und auf einem Zusatzschild die Länge der Verbotsstrecke angegeben ist. Sonst ist es gekennzeichnet durch die Verkehrszeichen 278 bis 282 StVO."