Schulstart am Montag So läuft die Rückkehr an Sachsen-Anhalts Schulen

Sachsen-Anhalts Kinder und Jugendliche können ab kommender Woche wieder in die Schule gehen. Zumindest tageweise. Künftig wird es einen Wechsel von Heim- und Präsenzphasen geben.

Ein Lehrer am Gymnasium, gibt Matheunterricht an einem Bildschirm.
Ab kommender Woche sollen Schülerinnen und Schüler schrittweise in die Schulen zurückkehren. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt sollen bis zu den Pfingstferien alle Klassenstufen zumindest tageweise in die Schulen zurückkehren. Das kündigte Bildungsminister Marco Tullner am Denstag in Magdeburg an. Danach sollen die Viertklässler und die Jugendlichen, die nächstes Jahr ihren Abschluss machen, ab Montag wieder regelmäßig in die Schulen gehen. Ab dem 6. Mai sollen zusätzlich die Jahrgangsstufen, die das Abitur 2022 an Gymnasien, Gesamt- und Gemeinschaftsschulen ablegen, regelmäßig in den Schulen präsent sein.

Darüber hinaus soll vom 6. Mai an jeden Tag eine andere Klassenstufe in die Schulen kommen. Alle Schüler sollen aufgeteilt in kleine Gruppen unterrichtet werden. Mit diesem ersten Schritt solle für alle Kinder und Jugendliche wieder ein direkter Kontakt zu den Lehrkräften ermöglicht werden, so Tullner. Zudem wird versucht, die Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler zu überprüfen und organisatorische Fragen zu klären.

Strenge Abstands- und Hygienevorschriften

Lehrerinnen und Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, sollen nach Möglichkeit nicht eingesetzt werden oder nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in den Schulen unterrichten. Schülerinnen und Schüler, die zur Risikogruppe gehören, sind von der Präsenzpflicht befreit. In den Schulen gelten strenge Abstands- und Hygieneregeln. Eine Maskenpflicht besteht jedoch nicht.

Täglicher oder wöchentlicher Wechsel? Schulen entscheiden

Marco Tullner, CDU, Bildungsminister ST, im Studiogespräch
Bildungsminister Marco Tullner. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Geht es nach Tullner, schaffen die Schulen für die am 18. Mai beginnenden Pfingstferien freiwillige Angebote, um Defizite abzubauen. Danach sollen bis zu den Sommerferien alle Schuljahrgänge im regelmäßigen Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht in die Schulen kommen. Möglich sind entweder eine tägliche oder eine wochenweise Rotation. Die Klassen bleiben in mehrere Gruppen geteilt.

"Ziel ist es, so schnell wie möglich den Schulbetrieb mit einem Stundenplan zu strukturieren, der sich an den wesentlichen Inhalten der Stundentafel orientiert. Gleichzeitig sollen immer nur Teile der Klassen an den Schulen präsent sein, um die Einhaltung der Mindestabstände zu ermöglichen", so Tullner. Wie die Schulen genau diese Regelung umsetzen, bleibe ihnen überlassen. Ein weiteres Ziel Tullners ist es, auch bei den Eltern für Planungssicherheit zu sorgen.

Abiturprüfungen ab 4. Mai

Die Landesregierung muss dem Plan bei ihrer Sitzung am Samstag noch zustimmen. In Sachsen-Anhalt waren Schulen und Kitas seit dem 16. März geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Schon seit 23. April werden die Schülerinnen und Schüler aus Abschlussklassen wieder in den Schulen unterrichtet. Die schriftlichen Abiturprüfungen beginnen am 4. Mai, die Abschlussprüfungen der Realschulen eine Woche später.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28. April 2020 | 16:00 Uhr

1 Kommentar

Altlehrer vor 30 Wochen

Ich begrüße ausdrücklich jede Idee. die Schüler zurück in die Schule holt. Und in den Klassenräumen klappt es mit Abstand und Hygiene sehr gut, wie die bisherigen Erfahrungen mit 10. Klassen in der Prüfungsvorbereitung zeigen. Aber Abstandsregeln an Bushaltestellen, auf Schulwegen und Schulhöfen oder in Fluren und schon in Pausen sind einfach weltfremd und völlig unabhängig vom Alter der Schüler kaum umsetzbar. Auch wenn Politik und Schulträger fest daran glauben, auch um sich selbst zu bestätigen, bleibt es eine Wunschvorstellung und Illusion.

Mehr aus Sachsen-Anhalt