Bilanz Das war #keineausreden bei MDR SACHSEN-ANHALT

Wähler fragen Landespolitiker – live auf der Facebookseite von MDR SACHSEN-ANHALT. Das war das Motto von #keineausreden. Nun haben sich die Fraktionsvorsitzenden aller fünf Parteien im Landtag den Fragen der Nutzer gestellt. Zeit für eine Bilanz.

von Frank Rugullis und Luca Deutschländer, MDR SACHSEN-ANHALT

Blaue Grafik mit dem Schriftzug #keineausreden
Bei #keineausreden waren die Fraktionschefs aller Parteien im Landtag zu Gast. Bildrechte: MDR/Lars Weise

Viele Fragen, viele Themen

Manchmal bedienen sich Journalisten einer Floskel und sprechen von einem "bunten Strauß an Themen" – das soll dann bedeuten, dass an einem Tag über besonders viele unterschiedliche Themen berichtet wird. Bei #keineausreden, dem Interviewformat von MDR SACHSEN-ANHALT, stand dieser "bunte Strauß an Themen" Woche für Woche auf dem Programm. Und all das live bei Facebook. Im Wesentlichen lag das natürlich an den zahlreichen Nutzerfragen, die bei MDR SACHSEN-ANHALT eingegangen sind. Die standen bei #keineausreden nämlich im Vordergrund. User fragen, Politiker antworten. Und Journalisten haken kritisch nach. Das war das Konzept.

Blau ausgeleuchteter Newsroom von MDR SACHSEN-ANHALT, im Vordergrund Paletten
Die Interviews von #keineausreden wurden im "Herzen" von MDR SACHSEN-ANHALT geführt – dem Newsroom. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Da ging es um Tücken bei der Kinderbetreuung, den Pflegenotstand, das AfD-Lehrermeldeportal – aber auch um Rasselisten für Hunde und warum es die in Sachsen-Anhalt noch immer gibt. Eine große Rolle haben immer wieder auch Themen gespielt, die auf Bundesebene spielen. So hatten Nutzer wissen wollen, was die Landespolitiker zu Hans-Georg Maaßen und den tagelangen Querelen um ihn sagen. Auch ging es um die Talfahrt der SPD auf Bundesebene – und die Entscheidung von Angela Merkel, im Dezember nicht mehr als CDU-Vorsitzende zu kandidieren.

Wer bei #keineausreden zusah, der erfuhr aber auch etwas über die Menschen hinter den Politikern. Cornelia Lüddemann von den Grünen gestand etwa, dass sie bekennender Morgenmuffel sei. SPD-Fraktionschefin Katja Pähle betonte, dass sie auch "laute Töne" könne. Und Thomas Lippmann von der Linken erklärte, dass er gern mal Händel singe. AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner trinkt gern mal einen Espresso – und Siegfried Borgwardt von der CDU kocht für die Familie Rouladen nach eigenem Rezept.

Wir blicken an dieser Stelle noch einmal zurück.

Das waren unsere Gäste

Zum Auftakt unseres Interviewformats #keineausreden war Grünen-Fraktionsvorsitzende Cornelia Lüddemann zu Gast. Die Themen in dem Gespräch: der Ausstieg aus der Braunkohle, der Lehrermangel in Sachsen-Anhalt – aber auch, ob das Einkommen von Politikern gerechtfertigt ist. Danach hatte ein Nutzer von MDR SACHSEN-ANHALT gefragt.

Zweiter Gast bei #keineausreden war dann Katja Pähle, Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag von Sachsen-Anhalt. Mit ihr haben wir in unserem Newsroom über die Situation in der Pflege, die Kinderbetreuung und über den Absturz der SPD bei Wahlen gesprochen. Am Tag des Interviews war gerade der neue ARD-Deutschlandtrend veröffentlicht worden, der die SPD im Bund bei nur noch 15 Prozent sah.

Ist eine rot-rot-grüne Koalition von SPD, Linken und Grünen längst unrealistische Zukunftsmusik? Nein, findet Thomas Lippmann, Fraktionschef der Linken im Landtag. Er war bei der dritten Ausgabe von #keineausreden zu Gast. Dabei ging es auch um die Oppositionsarbeit der Linken im Landtag.

Der vierte Gast hieß dann Oliver Kirchner, Fraktionschef der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt. Ihm wurden Fragen zum Rentenkonzept der AfD, aber auch zum geplanten Lehrermeldeportal gestellt. Kirchner betonte in #keineausreden, er sei von einem Rassisten so weit entfernt "wie die Erde von der Sonne".

Zum Abschluss von #keineausreden nahm schließlich CDU-Fraktionsvorsitzender Siegfried Borgwardt auf der Couch im Newsroom Platz. Thema war da natürlich auch der angekündigte Rückzug von Angela Merkel als Parteichefin der CDU. Borgwardt betonte, er halte das für eine gute Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt – und betonte, dass seine Fraktion mehrheitlich auf Friedrich Merz als neuen CDU-Chef hofft.

Das haben wir gelernt

User fragen, Politiker antworten – das funktioniert. Während der Live-Gespräche haben sich viele Nutzer von MDR SACHSEN-ANHALT mit ihren Fragen und Meinungen eingebracht. Die Redaktion hat gefreut, dass der Großteil der Fragen sachlich und fundiert war – und keine Hasskommentare im Vordergrund standen, wie sonst so oft.

Klar ist auch, dass es in einem Live-Format niemals möglich ist, alle Fragen aufzugreifen. Das Schöne: Alle unsere Gäste – von den Grünen bis zur CDU – haben sich bereit erklärt, die offengebliebenen Fragen im Nachhinein zu beantworten. Cornelia Lüddemann, Katja Pähle, Thomas Lippmann und Siegfried Borgwardt haben das bereits getan, die Antworten von Oliver Kirchner folgen. Ziel ist, dass jeder Nutzer eine Antwort auf die Frage bekommt, die ihn besonders interessiert.

Dass das Interesse groß war, beweist einmal mehr, dass Politik alle etwas angeht. Und es mitnichten richtig ist, dass Politik immer langweilig und dröge sein muss. Oft ist auch das Gegenteil der Fall – dann etwa, wenn Landespolitiker live in den Dialog mit Wählerinnen und Wählern treten, so wie bei #keineausreden. Denn es ist gut, wenn Menschen mit Politikern reden.

Das Konzept von #keineausreden ist also aufgegangen. Fortsetzung folgt.

MDR SACHSEN-ANHALT überlegt, ob es im kommenden Jahr eine zweite Runde von #keineausreden gibt. Was denken Sie? Sind Sie dafür? Und falls ja: Was sollten wir im kommenden Jahr anders machen als dieses Jahr? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gern als Kommentar unter diesen Text.

Frank Rugullis
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über Frank Rugullis Frank Rugullis arbeitet seit 1992 für den Mitteldeutschen Rundfunk, zunächst als Nachrichtenredakteur bei MDR SACHSEN-ANHALT in Magdeburg und MDR INFO in Halle. Seit 2012 ist er nur noch in Magdeburg tätig, entwickelte trimediale Projekte und neue Ideen für den Onlinebereich. Seit 2015 ist Rugullis Onlinechef, seit 2018 auch Mitglied im Digital Board des MDR. Seine Freizeit verbringt Rugullis am liebsten mit seiner Familie.

Ein Mann steht vor einer grauen Wand.
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über Luca Deutschländer Luca Deutschländer arbeitet seit Anfang 2016 bei MDR SACHSEN-ANHALT – meist in der Online-Redaktion, außerdem für den Hörfunk. Seine Schwerpunkte sind Themen aus Politik und Gesellschaft. Bevor er zu MDR SACHSEN-ANHALT kam, hat der gebürtige Hesse bei der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine in Kassel gearbeitet. Während des Journalistik-Studiums in Magdeburg Praktika bei dpa, Hessischem Rundfunk, Süddeutsche.de und dem Kindermagazin "Dein Spiegel". Seine Lieblingsorte in Sachsen-Anhalt sind das Schleinufer in Magdeburg und der Saaleradweg – besonders rund um Naumburg.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 02. November 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 12:19 Uhr

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1 Kommentar

03.11.2018 18:05 Mischa A. 1

Habe die Sendung verfolgt und ich musste oft schmunzeln, was so der Pfandflaschen Oli Kirchner ( AfD) für ein Müll erzählt hat. Am meisten musste ich lachen, als er Anspielung auf die politischen Gegener gemacht hat, kaum mit den Studium fertig & man sitzt im Plenarsaal, das würde der AfD nicht passieren, da musste ich lachen. In der AfD werden Leute genommen , die gerade so die Schule geschafft haben und sitzen geblieben sind und ohne Berufsabschluss " Geschäftsführer" der Fraktion werden. Aber rägen sich über die Alrpartien auf. Auch stellt der Kirchner sich hin, als wäre er ein Geschäftsmann, bei den hat es vor der AfD nicht mal für ein anständiges Frühstück in der Fichtekantine gereicht . Der lügt bis sich die Balken biegen.