Ergebnis der Mitgliederbefragung Kleemann soll neue SPD-Landeschefin werden – Schmidt und Riecke in Stichwahl

Die SPD in Sachsen-Anhalt bekommt zwei neue Chefs. Und die Mitglieder haben entschieden: An der Spitze der Partei soll künftig Juliane Kleemann stehen. Ihr männlicher Begleiter muss in einer Stichwahl entschieden werden. Sie lösen Burkhard Lischka ab. Endgültig gewählt werden soll die neue Doppelspitze im Januar auf einem Landesparteitag.

Juliane Kleemann
Juliane Kleemann soll nach Meinung der SPD-Parteibasis neue Landeschefin werden. Ihr männlicher Begleiter in der Doppelspitze muss noch gewählt werden. Bildrechte: MDR/dpa/Karsten Kiesant

Juliane Kleemann soll künftig die SPD in Sachsen-Anhalt führen. Dafür hat die Parteibasis bei einer Mitgliederbefragung gestimmt. Wie die Sozialdemokraten am Freitagabend mitteilten, entfielen auf die Theologin Kleemann 46,6 Prozent der Stimmen. Sie setzte sich denkbar knapp gegen die Köchin Katharina Zacharias durch, die auf 46,1 Prozent der Stimmen kam.

Männlicher Part der Doppelspitze wird in Stichwahl entschieden

Kleemann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sie empfinde das Ergebnis als Berufung und Beauftragung. Ein Traumjob sei der SPD-Landesvorsitz nicht. Eher sei der Job anstrengend und ernst. "Das nehme ich auch sehr ernst." Die Stendalerin sagte, ihr Ziel sei, dass die SPD bei den kommenden Wahlen zweistellig bleibe.

Wer den männlichen Part der Doppelspitze besetzen soll, muss der SPD zufolge in einer Stichwahl entschieden werden. Sie soll bis Mitte Januar 2020 abgehalten werden, teilte die Partei mit. Andreas Schmidt kam in der ersten Runde demnach auf 45,1 Prozent, Jost Riecke auf 28,9 Prozent. Der dritte männliche Bewerber, Lischkas Büromitarbeiter Seluan Al-Chakmakchi, kam auf 21,6 Prozent.

Wahlbeteiligung bei knapp unter 50 Prozent

3.545 Genossen hatten bis Freitagnachmittag Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben. Anschließend hatte in der Magdeburger Parteizentrale der Sozialdemokraten die Auszählung begonnen. Demnach haben sich an der Mitgliederbefragung 47,7 Prozent der Genossen in Sachsen-Anhalt beteiligt.

Burkhard Lischka
Burkhard Lischka tritt nicht mehr als SPD-Landeschef an. Bildrechte: MDR/Anja Schlender

Kleemann und ihr noch zu bestimmender Begleiter treten kommendes Jahr somit in Sachsen-Anhalt die Nachfolge von Burkhard Lischka an, der nicht mehr für den Landesvorsitz kandidiert hatte. Lischka hatte sein politisches Engagement zuletzt bereits runtergefahren, hatte beispielsweise sein Mandat im Deutschen Bundestag niedergelegt. Der 54-Jährige will sich nach eigenen Worten künftig auf seinen Beruf als Notar konzentrieren. Endgültig gewählt werden sollen Kleemann und Schmidt bzw. Riecke auf einem Landesparteitag Ende Januar in Aschersleben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Parteitag dem Votum der Mitglieder folgen wird.

Der Weg zur neuen SPD-Doppelspitze Nachdem die Bewerberinnen und Bewerber sich in den vergangenen Wochen und Monaten der Basis vorgestellt haben, hatten gut 3.500 SPD-Mitglieder die Wahl. Jeder Genosse hatte zwei Stimmen, eine für Frauen und eine für Männer. Die beiden bestplatzierten Kandidaten werden nun einem ordentlichen Landesparteitag am 24. und 25. Januar in Aschersleben vorgeschlagen. Dort soll die neue Doppelspitze endgültig gewählt werden.

Die SPD in Sachsen-Anhalt ist der bundesweit erste Landesverband der Sozialdemokraten, der künftig auf eine Doppelspitze setzt. Anders als im Bund waren allerdings keine Zweierteams, sondern Einzelkandidaten angetreten.

Dass die Partei künftig von einer Doppelspitze geführt wird, war im Spätsommer auf einem Sonderparteitag beschlossen worden. Der scheidende Landeschef Lischka sagte damals, seine Partei brauche in diesen schwierigen Zeiten Teamgeist. Sichtbarer Ausdruck dafür sei eine gute Doppelspitze.

Wahl im Januar Sie bewarben sich für den Landesvorsitz der SPD

Bewerber um den SPD-Vorsitz, Andreas Schmidt
Andreas Schmidt, Landtagsabgeordneter Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant
Bewerber um den SPD-Vorsitz, Andreas Schmidt
Andreas Schmidt, Landtagsabgeordneter Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant
Bewerber um den SPD-Vorsitz, Katharina Zacharias
Katharina Zacharias, Köchin Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant
Bewerber um den SPD-Vorsitz, Jost Riecke
Jost Riecke, früher Verbandschef der Wohnungswirtschaft Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant
Bewerber um den SPD-Vorsitz, Juliane Kleemann
Juliane Kleemann, Pfarrerin Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant
Bewerber um den SPD-Vorsitz, Seluan Al-Chakmakchi
Seluan Al-Chakmakchi, Büromitarbeiter von Burkhard Lischka Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant
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Derweil wird es auch im Rennen um den Bundesvorsitz der SPD spannend. Mitglieder können Freitag noch bis 24 Uhr abstimmen, ob das Duo Scholz/Geywitz oder Walter-Borjans/Esken künftig an der Spitze der Sozialdemokraten steht. Das Ergebnis soll am Sonnabend verkündet werden.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. November 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2019, 18:47 Uhr

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