Abitur
In Sachsen-Anhalt müssen die Schüler bislang sechs Leistungskurse belegen. Bildrechte: Colourbox

Oberstufenreform Abitur in Sachsen-Anhalt soll leichter werden

In Sachsen-Anhalt soll das Abitur künftig leichter werden. Bildungsminister Marco Tullner kündigte an, zum System der Grund- und Leistungskurse zurückzukehren. Abitur soll dadurch bundesweit vergleichbarer werden.

Abitur
In Sachsen-Anhalt müssen die Schüler bislang sechs Leistungskurse belegen. Bildrechte: Colourbox

In Sachsen-Anhalt soll es ab kommendem Schuljahr wieder Leistungs- und Grundkurse in der Oberstufe geben. Das geht aus der am Dienstag von Bildungsminister Marco Tullner (CDU) vorgestellten Oberstufenverordnung hervor. Vorgesehen sind zwei Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau mit je fünf Wochenstunden sowie vier dreistündige Kurse auf grundlegendem Niveau, wie Bildungsminister Marco Tullner (CDU) erläuterte. Somit können Schüler der gymnasialen Oberstufe zwischen Kursen auf zwei verschiedenen Leistungsniveaus wählen.

Mehr Gerechtigkeit und Vergleichbarkeit

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Ziel der Reform sei mehr Vergleichbarkeit in Fragen des Abiturs. Sachsen-Anhalts Schüler hätten damit ein Abitur, das gerechter sei. Er wolle eine Oberstufenreform mit breiter Akteptanz. Das koste gelegentlich auch Zeit. Mit der Neugestaltung folgt das Land Vorgaben der Kultusministerkonferenz. Die Anhörungen zur Reform würden nun beginnen. Der Start für die Reform sei zum Schuljahr 2019/20 geplant. Ein Jahr später sollen dann die ersten Schüler nach den neuen Regeln ihr Abitur ablegen, erklärte Tullner.

GEW begrüßt die Reform

Eva Gerth, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Eva Gerth, Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die angekündigte Oberstufenreform begrüßt. Die Vorsitzende Eva Gerth sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Diese Oberstufenreform ist so in Ordnung." Die Reform bringe mehr Chancengleichheit für die Schüler. Diese seien in Sachsen-Anhalt bislang stärker belastet worden als alle anderen Schüler in der Bundesrepublik. Aus Sicht der GEW kommt die Reform aber zu spät. Die Kultusministerkonferenz habe schon lange eine Oberstufenreform gefordert, kritisierte Gerth.

Zwei statt sechs Leistungskurse

Schüler in Sachsen-Anhalt haben bislang in sechs Fächern Unterricht auf erhöhtem Niveau. Derzeit gibt es in sechs Fächern je vier Unterrichtsstunden pro Woche. Bei der Abiturprüfung wird aber trotzdem nach Leistungsniveau unterschieden. Lehrer müssen daher innerhalb ihres Unterrichts eine Differenzierung vornehmen. In Zukunft sollen es nur noch zwei Fächer sein. Die Gesamtzahl der Unterrichtsstunden soll sich durch die Neuregelung nicht verändern.

Quelle: dpa,MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 13. November 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2018, 07:05 Uhr

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6 Kommentare

14.11.2018 17:06 Paule 6

Auf zum Proleten-Abi

14.11.2018 16:19 Meta 5

Mittlerweile kann ich das nur noch als herumpfuschen bezeichnen, selbst wenn es eine schon lange notwendige Änderung ist. Aber irgendwie ist bei jeder Änderung am Schulwesen in jedem Bundesland die Begründung zu hören, dass die Noten vergleichbarer werden sollen. Es ist nur ziemlich schwer zu glauben, dass die Anforderungen an die Schüler überall zu hoch sind...
Natürlich wird damit erreicht, dass leichter der NC zu erfüllen ist, aber dafür werden die Vorkenntnisse schlechter. Und das macht sich dann wieder bei den Prüfungen in den Hochschulen bemerkbar. Ich kenne einige Professoren, die sich darüber ärgern, dass die neuen Studenten mit immer schlechteren Grundlagen anfangen. Das ist nicht zuletzt in technischen Studienrichtungen ein großes Problem.
Aber zu einem einheitlichen Schulwesen kann sich ja offenbar auch kein Land durchringen.

14.11.2018 13:05 Sr.Raul 4

Heiland, wie wäre es denn einfach mit bundesweit einheitlichen Regularien? Diese Kleinstaaterei einfach nur lächerlich und unzeitgemäß. Das eine Ländle so, dass Nächste anders und ein Nächstes wieder umgekehrt. Zu schwer! Na denn, frohen Überlebenskampf im Kapitalismus, wenn Schule bereits zu schwer sein soll. Man sollte eventuell auch mehr nach Eignung des Einzelnen zum Gym-Besuch Ausschau halten. Die gestern im Heimatradio gehörten Schüler, waren jedenfalls nicht sonderlich begeistert von nun wieder andersrum.

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