Nach Treffen mit Bildungsminister Beschlossen: Regierung und Schüler treffen sich zu Jugendklimagipfel

Die Bewegung "Fridays for Future" hat in den vergangenen Wochen für viel Gesprächsstoff gesorgt, auch in Sachsen-Anhalt. Nun haben Schüler der Bewegung mit Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner vereinbart, bei einem Jugendklimagipfel weiter zu diskutieren. Das Treffen ist für diesen Sommer geplant.

Eine Lehrerin beteiligt sich mit ihren Schülern am 15.03.2019 an den Fridays-for-Future-Demonstrationen in Halle (Saale) – hier am Leipziger Turm
Seit Monaten gehen auch in Sachsen-Anhalt junge Leute auf die Straße, um besseren Klimaschutz zu fordern – wie hier in Halle. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Martin Paul

Hunderte Schüler aus ganz Sachsen-Anhalt wollen im Sommer bei einem Jugendklimagipfel mit Mitgliedern der Landesregierung über besseren Umwelt- und Klimaschutz streiten. Das ist das Ergebnis eines Treffens, zu dem Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am Montag Aktivisten der Bewegung "Fridays for Future" eingeladen hatte.

Thema des Gipfels am 22. Juni soll nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT sein, wie Klima- und Umweltschutz zukünftig besser im Lehrplan und damit im Unterricht abgebildet werden können. Auch sollen konkrete Projekte zum Klimaschutz entwickelt werden. Bildungsminister Tullner sagte MDR SACHSEN-ANHALT im Anschluss des Treffens am Montag, er wolle mit den Schülern im Gespräch bleiben.

Wir wollen nicht, dass Lehrer sich hinstellen und sagen: Es gibt den Klimawandel und du musst Veganer werden. Aber Schule muss das klimafreundliche Bewusstsein stärker vermitteln und junge Menschen zum Nachdenken bringen.

Johan Schneidewind, "Fridays for Future" Magdeburg

Schüler fühlen sich ernst genommen

Marco Tullner
Bildungsminister Marco Tullner hatte die Jugendlichen in sein Ministerium eingeladen. Bildrechte: dpa

Vertreter der Bewegung "Fridays for Future" lobten den Austausch mit dem Minister als konstruktiv. Sie fühlten sich von der Politik ernst genommen, sagten Schüler MDR SACHSEN-ANHALT. Der Sprecher der Magdeburger Bewegung, Johan Schneidewind, sagte, auch konkrete Ideen wie Mülltrennung an Schulen sollten angegangen werden. Zu dem Treffen im Bildungsministerium waren Jugendliche aus Magdeburg, Salzwedel, Dessau-Roßlau, Halle und Naumburg gekommen.

Dabei ging es ganz konkret auch darum, welche Rolle die Themen Nachhaltigkeit sowie der Klima- und Umweltschutz bereits im Lehrplan spielen und wo es Verbesserungspotenzial gibt.

Jugendliche protestieren seit Monaten

Die Umweltaktivistin Greta Thunberg spricht auf der Demonstration 'Fridays for Future' am Brandenburger Tor in Berlin zu den Schülern.
Greta Thunberg ist die Initiatorin von "Fridays for Future". Das Archivbild entstand bei einer Demo in Berlin. Bildrechte: dpa

Unter dem Motto "Fridays for Future" demonstrieren Schülerinnen und Schüler seit Monaten für besseren Klima- und Umweltschutz. In Sachsen-Anhalt gehen junge Leute unter anderem in Magdeburg, Salzwedel, Halle, Dessau und Wernigerode regelmäßig auf die Straße – bundesweit in mehr als 90 Orten. Vor allem zu Beginn hatten zahlreiche Jugendliche für die Demos Unterricht geschwänzt. Das hatte nicht nur Bildungsminister Tullner kritisiert und auf die Schulpflicht verwiesen. Inzwischen gehen viele der jungen Leute erst nachmittags zu den Klimademos.

Initiatorin der "Fridays for Future"-Bewegung ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Sie bleibt in ihrer Heimat freitags bereits seit Monaten dem Unterricht fern, um für besseren Klimaschutz zu protestieren. Thunberg wurde inzwischen mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Auch wurde die 16-Jährige für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Quelle: MDR, dpa/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 15. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2019, 20:15 Uhr

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20 Kommentare

17.04.2019 17:03 Hans Frieder Leistner 20

@ fakt. Was würden wohl Wissenschaftler - keine Utopisten, die nur am PC Modelle ausrechnen, die dann nicht stimmen - sagen wie in London, wenn Demonstranten für eine Tatsache, die bewiesen ist, eingesammelt würden? In der Bibel steht auch, daß Jesus bald wieder auf die Erde kommt zum Weltuntergang. Seitdem sind fast 2000 Jahre vergangen. So wie die Religion Glaube ist den Menschen anhängen - was man auch achten soll - geht es auch mit ihren Ansichten zum Klimawandel. Je nach Eingabe in den PC bekomme ich das gewünschte Ergebnis. Noch ein Beispiel. Umweltfreunde klagen, daß der Eisbär ausstirbt. In Nordrußland werden sie wieder abgeschossen, weil sie sich stark vermehren und in Dörfer eindringen.

17.04.2019 15:55 Fakt 19

>>Hans Frieder Leistner, #15:
"Prof Latif ist ja für seine Prophezeiung, daß es 2010 keinen Schnee mehr in Deutschland gibt bekannt."<<
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Er sprach nicht explizit von 2010, sondern von "bald". Und was das bedeutet, finden Sie in meinem Kommentar #16.
Außerdem hatte ich zwar nur zwei Wissenschaftler namentlich genannt, aber Ihnen einen Link genannt, wo Sie zahlreiche Namen finden.
Aber gut, Links waren 1985 noch nicht so verbreitet.

17.04.2019 14:56 W. Merseburger 18

In der vergangenen DDR gab es eine sehr große Heerschar von Wisenschaftlern, und zwar Gesellschaftswissenschaftlern, die hochgebildet und mit akademischen Graden versehen waren. Diese Wissenschaftler haben bis zum bitteren Ende jeden Tag aufs neue bewiesen und verkündet, dass der Marxismus Leninismus die einzig wahre Lehre ist und dass der Sozialismus alternativlos für die Menschheit ist. Daran muss ich denken, wenn ich in @ 12 Fakt von den 26 000 Wissenschaftlern lese. Natürlich verändert sich zur Zeit das Weltklima rasant und die Klimaerwärmung kann nicht bestritten werden, da sie wissenschaftlich exakt messbar ist. Eine Sache kommt mir immer wieder zu kurz, das ist der Einfluss der extrem stark angestiegenen Weltbevölkerung. Damit verbunden ist z. B. die Vernichtung unermesslich großer Naturwaldflächen, die bisher in riesiger Menge aus CO2 äquivalente Mengen Sauerstoff via Fotosynthese produzierten.

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