Nato-Operation "Atlantic Resolve" Warum Hunderte Fahrzeuge der US-Armee durch Sachsen-Anhalt rollen

Sachsen-Anhalt ist seit Mittwochnacht Durchzugsgebiet der US-Streitkräfte. Rund 400 Fahrzeuge werden bis Sonntag in mehreren Konvois durch Sachsen-Anhalt rollen. Hintergrund ist eine Truppenbewegung im Rahmen der Nato-Operation "Atlantic Resolve" in Richtung baltische Staaten und Polen.

Tonnenschwer sind die Laster, die sich in der Nacht auf der Autobahn 2 durch Sachsen-Anhalt schlängeln. Vor allem nachts und am Abend sind die Soldaten mit ihren Fahrzeugen in kleinen Konvois unterwegs, teilte das Landeskommando Sachsen-Anhalt mit. So sollen die Auswirkungen und die Behinderungen für die Autofahrer auf der A2 so gering wie möglich gehalten werden.

Zwischenziel: Die Clausewitz-Kaserne in Burg

Der Bundeswehr-Standort in Burg dient als Rastplatz. Die US-Amerikaner nutzen nach Angaben von Oberstleutnant Michael Labsch, Kommandeur Logistikbataillon 171 Sachsen-Anhalt, die Infrastruktur der Kaserne, um zu rasten, zu tanken, sich auszuruhen oder zu übernachten.

Der US-Militärkonvoi in Zahlen * 3.500 Soldaten
* 80 Panzer
* 130 Schützenpanzer
* 500 Kettenfahrzeuge
* 1.500 Radfahrzeuge

Die Einheiten der US-Armee waren zunächst per Schiff in Antwerpen angekommen. Fortgesetzt wird die Fahrt mit Zügen und auf Autobahnen durch Deutschland. Rast-Stationen sind zunächst Augustdorf in Nordrhein-Westfalen und Burg in Sachsen-Anhalt. Dann geht es weiter durch Brandenburg über die Oberlausitz (Weißwasser) nach Polen, wo sich die Verbände dann aufteilen. Panzer und andere Kettenfahrzeuge sollen mit dem Zug transportiert werden.

Bei der Operation "Atlantic Resolve" handelt es sich um eine US-Mission, die seit 2014 läuft und von den Nato-Staaten mitgetragen wird. Sie ist eine Antwort auf den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. Nach Militärangaben soll so die Einsatzbereitschaft der Nato-Truppen in den baltischen Staaten und Polen, also an der Ostgrenze der Nato, sichergestellt werden.

Das Ziel: Russland abschrecken

Es ist nicht das erste Mal, dass US-Militär durch Sachsen-Anhalt rollt. In der Nato-Russland-Grundakte ist vereinbart, dass in den osteuropäischen Staaten nicht dauerhaft Militär stationiert ist. Deshalb rotieren die Truppen alle neun Monate. Es soll noch weitere Truppenbewegungen geben. Das Ziel: Abschreckung gegenüber Russland und Unterstützung der osteuropäischen Staaten in ihrem Sicherheitsbedürfnis.

Warum aber nicht Truppen direkt in Danzig einschiffen und von dort weiter in Richtung Außengrenzen? Das hat logistische Gründe. Generalkonsul Timothy Eydelnant, diplomatischer Vertreter der USA in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Diese Operation 'Atlantic Resolve' ist eine Möglichkeit der US-Armee mit der Bundeswehr, mit der belgischen Armee zusammenzuarbeiten." Dabei gehe es auch darum, Präsenz zu zeigen. Eydelnant weiter: "Präsenz in Osteuropa ist wichtig und die Bewegung, die Mobilität durch Europa ist auch wichtig."

Über den Autor Johannes Batzdorf arbeitet seit Mai 2015 als Politikredakteur und Chef vom Dienst für MDR SACHSEN-ANHALT, meist in der Fernsehredaktion MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE. Bevor er nach Magdeburg gekommen ist, hat er beim MDR-Fernsehen in Leipzig und Dresden gearbeitet, für die Redaktion Aktuell (MDR Aktuell und ARD-Zulieferung für Tagesschau, ARD-Mittagsmagazin und Morgenmagazin), bei ARD-Brisant sowie beim MDR-Sachsenspiegel.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01. Februar 2019 | 19:00 Uhr

Mehr aus Sachsen-Anhalt