Pandemie-Beschränkungen Welche Corona-Lockerungen ab 2. Juli kommen

Die Menschen in Sachsen-Anhalt können sich auf weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen einstellen. Ab 2. Juli sind wieder Open-Air-Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen erlaubt, auch Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und private Feiern sind wieder in größerem Umfang möglich. Außerdem dürfen wieder Sportwettkämpfe und Fußballspiele ausgetragen werden. Alle Lockerungen sind aber weiter mit Auflagen verbunden.

3D-Modell Coronavirus und Training des 1.FC Magdeburg.
Wettkämpfe und Fußballspiele – seit gut drei Monaten sind sie in Sachsen-Anhalt verboten, ab Anfang Juli kann es wieder losgehen. Bildrechte: imago images/Hollandse Hoogte, Daniel George | Collage: Fabian Frenzel

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat am Dienstag über weitere geplante Lockerungen der Corona-Beschränkungen informiert. Die Lockerungen wurden am 30. Juni beschlossen, am 2. Juli mit der siebten Corona-Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft treten, und bis Mitte September gelten.

Veranstaltungen im Freien mit bis zu 1.000 Personen

Der sogenannte Sachsen-Anhalt-Plan sieht vor, dass ab Anfang Juli wieder Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Menschen unter freiem Himmel möglich sind. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sollen auf eine maximale Teilnehmerzahl von 250 Menschen begrenzt werden. Nicht wie ursprünglich geplant ab dem 1. September, sondern bereits ab 29. August wird die Zahl auf 500 Menschen erhöht. Die Regelungen gelten den Angaben zufolge für "fachkundig organisierte Veranstaltungen". Ausgeschlossen bleiben weiterhin Clubs und Diskotheken sowie Volksfeste. Im privaten Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis soll mit 50 statt bisher 20 Menschen gefeiert werden können.

Wettkämpfe und Fußballspiele wieder möglich

Zudem sollen Sportwettkämpfe und Fußballspiele wieder angesetzt werden können. Dabei liegt die Maximal-Grenze für Sportwettkämpfe bei 1.000 Teilnehmern. Außerdem sind Hygieneregeln und Vorgaben der Sportverbände einzuhalten. Auch Kontaktsport soll wieder erlaubt werden. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) erklärte dazu: "Die Entwicklung der Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt erlaubt es uns, diese Schritte jetzt zu gehen."

Kontaktverbot wird zu Kontaktempfehlung

Weiterhin sollen die coronabedingten Kontaktsperren weiter gelockert werden. Ab Anfang Juli soll nur noch die Empfehlung gelten, sich mit nicht mehr als zehn Menschen zu treffen und möglichst wenige wechselnde Kontakte zu haben. Auf Bußgelder soll laut Gesundheitsministerin verzichtet werden. Die Menschen hätten sich daran gewöhnt, ihren Freundes- und Familienkreis nicht ohne Not zu verlassen.

Messen und Ausstellungen unter Auflagen

Messen und Ausstellungen sowie Spezialmärkte können künftig analog zu Ladengeschäften wieder öffnen. Dazu gehören etwa auch Floh- und Töpfermärkte. Allerdings müssen auch hier die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten werden sowie die Zugangsbegrenzung von einer Person auf zehn Quadratmetern. Dies muss laut der Verordnung mit einer Einlasskontrolle sichergestellt werden. In geschlossenen Räumen gilt auch hier Maskenpflicht.

Ferienlager in Sommerferien erlaubt

Im Bereich Tourismus sind ebenfalls weitere Lockerungen geplant: Pünktlich zu den Sommerferien können Ferienlager wieder Gäste empfangen. Gesundheitsministerin Grimm-Benne erklärte schon im Vorfeld der neuen Eindämmungsverordnung, in der Corona-Zeit brächten sie Erholung für Familien und Kinder. "Empfehlungen zur Ausgestaltung der Ferienlager im Hinblick auf den Infektionsschutz erfolgen durch das für die Kinder- und Jugendhilfe zuständige Ministerium", heißt es dazu in der 7. Eindämmungsverordnung.

Reisebusse nur mit Mund-Nasen-Schutz

Bei Fahrten mit Reisebussen (das betrifft aber auch Fahrten mit Schiffen, historischen Eisenbahnen oder Seilbahnen) ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen – und da, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, ist dieser vom Betreiber zu stellen. Bei längeren Fahrten, drei Stunden und aufwärts, sind je nach Bedarf mehrere Mund-Nasen-Bedeckungen für die Fahrgäste vorzuhalten.

Maskenpflicht bleibt

Die Abstands- und Hygieneregeln gelten weiterhin sowie die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften.

Haseloff: Perspektiven schaffen und Eigenverantwortlichkeit zurückgeben

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte bereits vor dem Beschluss der Landesregierung zur neuen Eindämmungsverordnung, mit den verbindlichen Ankündigungen soll auf der einen Seite Unternehmern und Veranstaltern die weitere Perspektive aufgezeigt und ermöglicht werden, den Sommer zu planen. Auf der anderen Seite wolle man den Bürgern des Landes wieder ein Stück Eigenverantwortlichkeit zurückgeben.

Die aktuelle Situation in Sachsen-Anhalt

Nachdem sich das neuartige Coronavirus in Sachsen-Anhalt wochenlang nur sehr langsam ausgebreitet hatte, hatte die Landesregierung die Beschränkungen in den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens wieder gelockert. Zuletzt war es in der Landeshauptstadt Magdeburg zu einem größeren lokalen Ausbruch gekommen, in dessen Folge mehrere Häuser in den Stadtteilen Neue Neustadt und Salbke unter Quarantäne gestellt worden waren.

Anmerkung der Redaktion: Der Überblick wurde am 30. Juni 2020 aktualisiert.

Quelle: MDR/agz, dpa, mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 23. Juni 2020 | 13:00 Uhr

10 Kommentare

Grosser Klaus vor 1 Wochen

Entscheidend ist immer noch:
1. Wieviele Erkrankte gibt es?
2. Wie schwer ist die Erkrankung, wie sind die Krankheitsverläufe?
3. Wieviele Neuinfizierte, wieviele Genesene gibt es?
4. Wie hoch ist die Dunkelziffer von Neuinfizierten und von Genesenen?
5. Wie sind die Infektionswege bzw. die Infektionsketten?

nie wieder cdu vor 1 Wochen

Ich bin 70 Jahre alt und ich renne nicht rum und verfalle nicht in Panik.
Ich achte auf den Abstand, es können auch über 2 Meter sein, dass ist der beste Schutz. Wann wollen sie wieder anfangen zu leben, es kann sein, dass ein Impfstoff in einem Jahr kommt oder auch gar nicht. Die Frage ist doch, wenn der Virus mutiert, hilft der Impfstoff dann überhaupt?

Thommi Tulpe vor 1 Wochen

Für mich als Angehöriger der Risikogruppe ändert sich nichts solange es keinen Impfstoff gibt. In Magdeburg begann mit 2 Urlaubs-Rückkehrern aus Schweden die Zahl der Infizierten wieder zu steigen? Diese Rückkehrer können keine Rumänen gewesen sein, die panische Angst vor Jobverlust hier haben! Dann kann man allen Reisewilligen nur unbeschwerte Ferien wünschen ... Hahaha ...

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