Wirtschaftsminister im Interview Willingmann zieht positive Wirtschaftsbilanz – trotz Enercon

Auch wenn 2019 kein "Aufschwung-Jubeljahr" gewesen sei, zieht Wirtschaftsminister Willingmann eine durchaus positive Wirtschaftsbilanz. Den geplanten Stellenabbau bei Enercon bezeichnet er allerdings als großes Ärgernis. Gleichzeitig bewertet der Minister die jüngsten Personal-Affären der Koalition als schädlich für Sachsen-Anhalt. Die Koalition solle sich lieber auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) zieht eine durchaus positive Bilanz für das Wirtschaftsjahr 2019. Im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT hob er besonders die Großansiedlungen hervor. Die Batteriefabrik Farasis, das Presswerk Porsche und Schuler in Halle und die neue Nutzung Cochstedts als Forschungsflughafen seien erfolgreiche Parameter für Sachsen-Anhalt. Dennoch sei 2019 kein "Aufschwung-Jubeljahr" gewesen, wie man es die letzten Jahre zuvor erlebt habe.

Als großes Ärgernis bezeichnete Willingmann den geplanten Stellenabbau bei Enercon. Unternehmerisch sei da viel schief gegangen. Die Entscheidung von Enercon, dass es günstiger sei, Rotorblätter im Ausland zu produzieren, müsse man jedoch in einer globalisierten Wirtschaft akzeptieren. Der Wirtschaftsminister zeigte sich zuversichtlich, dass die Enercon-Beschäftigten schnell neue Jobs finden würden.

Negativschlagzeilen sind "außerordentlich schädlich"

Gleichzeitig bewertet Willingmann die Negativschlagzeilen der letzten Monate als außerordentlich schädlich für das Land. Meldungen wie die jüngsten Personal-Affären in der Koalition würden Wirtschaft und Tourismus schaden.

Vor allem müsse die Kenia-Koalition raus aus dem Modus des Streitens und des Selbstfindungsprozesses. Der Minister zeigte sich verblüfft, was in der CDU die letzte Zeit gelaufen ist und halte es für wichtig wieder zur Sacharbeit zurückzukehren.

Ich kann nur dazu mahnen: Wir haben noch bis Juni 2021 Regierungszeit. Es gibt noch etliche Projekte. Sachsen-Anhalt braucht in den nächsten 1,5 Jahren eine stabile Regierung mit vernünftiger Regierungspolitik.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann

CDU-Personalien führen zu Streit in Koalition

Zuletzt hatten die Personalien um den CDU-Kreispolitiker Robert Möritz und die des Polizeigewerkschafters Rainer Wendt zu Diskussionen und Streit in Sachsen-Anhalts Kenia-Koalition geführt. Möritz hatte eingeräumt, vor Jahren bei einer Neonazi-Demo als Ordner dabei gewesen zu sein. Zudem war er Mitglied im umstrittenen Verein Uniter – einem Netzwerk mit Verbindungen ins rechte Milieu. Der CDU-Kreisverband Anhalt-Bitterfeld hatte entschieden, Möritz trotzdem im Vorstand zu belassen. Das sorgte bundesweit für Kritik.

Im November sollte der Polizeigewerkschafter Wendt als Staatssekretär ins Landesinnenministerium wechseln. Nach heftiger Kritik von SPD, Linken und Grünen platzte der Wechsel jedoch.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. Dezember 2019 | 17:00 Uhr

2 Kommentare

Anhaltiner vor 47 Wochen

Auch wenn 2019 kein "Aufschwung-Jubeljahr" gewesen sei, zieht Wirtschaftsminister Willingmann eine durchaus positive Wirtschaftsbilanz. Sachsen-Anhalt braucht in den nächsten 1,5 Jahren eine stabile Regierung mit vernünftiger Regierungspolitik. Sagt die 10%-Partei. Also Augen zu und durch !

Benutzer vor 47 Wochen

Das ein SPD Minister positiv sieht. ist nun wirklich nicht verwunderlich. Er sollte mal die Bürger fragen ;)

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