Kugelschreiber der großen Parteien
Die großen Parteien verlieren immer mehr Mitglieder. AfD und Grüne trotzen diesem Trend. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Christian Ohde

Mitgliederzahlen Parteizugehörigkeit: AfD und Grüne trotzen Mitgliederschwund

1.000 Mitglieder – diese Marke haben die Grünen in Sachsen-Anhalt am Wochenende geknackt. Anlass für MDR-SACHSEN-ANHALT, sich die aktuellen Mitgliedszahlen der Parteien im Land und ihre Entwicklung genauer anzusehen. Wieso die großen Parteien Mitglieder verlieren, während kleinere Zugewinne verzeichnen.

Kugelschreiber der großen Parteien
Die großen Parteien verlieren immer mehr Mitglieder. AfD und Grüne trotzen diesem Trend. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Christian Ohde

Mit mehr als 6.500 Mitgliedern bleibt die CDU trotz vieler Abgänge die stärkste Partei in Sachsen-Anhalt. Und das, obwohl sie seit 2005 rund 3.000 Mitglieder verloren hat. Das zeigt ein Arbeitspapier der Freien Universität Berlin auf, für das bundesweit die Zahlen der Parteimitgliedschaften erhoben wurden.

Dem Arbeitspapier zufolge steht die Union mit den massiven Mitgliederverlusten nicht allein da. Auch die Linken haben in dieser Größenordnung Mitglieder eingebüßt. Derzeit gibt es rund 3.600 Linke in Sachsen-Anhalt – und genauso viele Sozialdemokraten. Die SPD hatte seit 2005 ein Minus von rund 1.100 Mitgliedern zu verzeichnen.

Verluste bei den einen, Zugewinne bei den anderen

Während die Parteien der Großen Koalition und die Linken Verluste hinnehmen mussten, trotzen Grüne und AfD dem Mitgliederschwund: Sie verzeichnen stattdessen Zugewinne.

Die AfD existiert erst seit vier Jahren. Der AfD-Landesverband in Sachsen-Anhalt zählt inzwischen 1.170 Mitglieder – Tendenz stets steigend. Die Grünen haben vergangenes Wochenende ihr 1.000 Mitglied aufgenommen, wie der Landesverband der Grünen in Sachsen-Anhalt MDR SACHSEN-ANHALT bestätigte. Damit sind die Grünen doppelt so groß wie noch 2005. Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende vom Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen-Anhalt, erklärt den Zuwachs so:

Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalts
Bildrechte: dpa

Das zeigt, dass wir uns in Sachsen-Anhalt vor allem in der Fläche verbreitern und viele junge Leute zu uns kommen, auch aus der 'Friday for Future'-Bewegung, weil sie nach Monaten des Engagements sehen, dass sich was ändert. In uns sehen sie einen adäquaten politischen Partner, den sie durch ihre Mitgliedschaft stärken wollen.

Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen

AfD und Grüne bilden Pole

Das stützt auch die These des Berliner Politikwissenschaftlers Oskar Niedermayer, Herausgeber des Arbeitspapiers zu den Parteimitgliedschaften. Niedermayer sagte dem MDR, die Grünen wie auch die AfD würden Pole in Diskussionen bilden: die Grünen beim Klima und die AfD beim Thema Flüchtlinge. Das ziehe durchaus Leute an.

Den Verlust bei den großen Parteien begründet der Politikwissenschaftler damit, dass sich die Gesellschaft immer mehr individualisiere. So gebe es alte, feste Milieus nicht mehr. Die Menschen könnten sich auch an anderer Stelle politisch engagieren.

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Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. September 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2019, 16:28 Uhr

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