Zwischenergebnis im Tarifstreit Ameos-Mitarbeiter in Sachsen-Anhalt bekommen mehr Geld

Die Tarif-Verhandlungen an den Ameos-Standorten in Sachsen-Anhalt zogen sich über Monate. Nun gibt es eine Übergangslösung. Wie die Gewerkschaft Ver.di und Ameos mitteilten, gibt es zunächst zwar keinen Tarifvertrag, aber Lohnsteigerungen und Einmalzahlungen für die Beschäftigten.

Ein weißes Schild mit der Aufschrift "AMEOS" steht vor einem Gebäudekomplex.
Aufgrund der Corona-Pandemie gestalteten sich die Verhandlungen zuletzt schwierig. Bildrechte: dpa

Im monatelangen Tarifstreit an den Ameos-Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf ein erstes Zwischenergebnis geeinigt. Wie die Gewrkschaft Ver.di mitteilte, gibt es zunächst keinen Tarifvertrag, jedoch Lohnsteigerungen und Einmalzahlungen.

Demnach sollen in den Ameos-Kliniken in Bernburg, Aschersleben und Schönebeck die Beschäftigten 700 Euro und 8 Prozent mehr Lohn erhalten. Am Standort Haldensleben sind es einmalig 800 Euro und 8,6 Prozent mehr Lohn. Ameos bestätigte die Angaben. Die Vereinbarung gilt für die in Ver.di und dem Marburger Bund organisierten Beschäftigten und zunächst bis zum 30. Juni 2021.

Ver.di will Tarifvertrag

Ameos-Mitarbeitende auf einer Demo auf dem Alten Markt in Magdeburg.
Im Februar hatten Ameos-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Magdeburg demonstriert. Bildrechte: MDR/Johanna Honsberg

Ver.di-Verhandlungsführer Bernd Becker betonte, dass es sich dabei um ein Zwischenergebnis handelt. Die Einkommenssteigerungen sollen zeitnah bei den Beschäftigten ankommen. Das Gesamtziel sei jedoch ein komplettes Tarifwerk. Das verliere die Gewerkschaft nicht aus den Augen. "Am Ende muss ein Tarifvertrag unterzeichnet sein, der sich klar am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientiert", sagte Becker. Die aktuelle Pandemie habe gezeigt, wie wichtig eine gute und flächendeckende Gesundheitsversorgung ist.

Auch Marburger Bund mit Übergangslösung zufrieden

Andrea Huth vom Marburger Bund sagte, man begrüße vor allem, dass die Entgelte für die Notarzteinsätze angepasst wurden. In den weiteren Tarifverhandlungen solle vor allem auch über die Ausgestaltung des Bereitschaftsdienstes gesprochen werden, so Huth. Der Marburger Bund ist ebenfalls an den Tarifverhandlungen mit den Ameos-Kliniken beteiligt.

Ameos will sich am wirtschaftlich Machbaren orientieren

Ameos-Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener zeigte sich erfreut über den Fortschritt in den langwierigen Verhandlungen. Auf dieser Grundlage könne man weiter verhandeln, sagte er. Viel mehr Luft für weitere Zugeständnisse an die Arbeitnehmer sieht Wiener jedoch nicht. Die Einigung bringe den Krankenhausbetreiber "an die Grenzen des wirtschaftlich Machbaren". 

Höhere Löhne und Tarifvertrag für Klinikmitarbeiter

Seit Monaten fordern die Gewerkschaften einen Tarifvertrag und höhere Löhne für die rund 4.000 Beschäftigten des Gesundheitskonzerns in Sachsen-Anhalt. Das hatte Ameos zunächst kategorisch ausgeschlossen. Ende Januar hatten die Gewerkschaften zu einem unbefristeten Streik aufgerufen, an dem sich bis zu 600 Mitarbeiter beteiligten.

Eine streikende Frau mit gelber Warnweste hält ein Schild: Ich bin so sauer. Ich habe sogar ein Schild gebastelt
Die Verhandlungen gestalteten sich zunächst zäh. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Im Februar einigten sich dann beide Seiten auf Tarifverhandlungen, die wegen der Coronakrise allerdings unterbrochen werden mussten. Weitere Streiks hatte die Arbeitnehmerseite wegen des Virus zunächst ausgeschlossen.

Die nächsten Verhandlungen werden am 11. Juni 2020 fortgesetzt – erstmals wieder am gemeinsamen Verhandlungstisch.

Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 29. Mai 2020 | 14:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt