Dürrefolgen Landwirte hoffen auf Hilfe aus Berlin

Die Landwirte in Sachsen-Anhalt müssen wegen der Dürre hunderte Millionen Euro an Schäden verkraften. In Berlin kommen am Montag Vertreter von Bund und Ländern zusammen, um über die Auswirkungen der Dürre zu beraten. Entscheidungen über Nothilfen werden vorerst nicht erwartet.

Der Präsident des Landesbauernverbandes Olaf Feuerborn auf seinem Kartoffelacker.
Der Präsident des Landesbauernverbands Olaf Feuerborn auf seinem Kartoffelacker. Er erwartet, nur 30 bis 50 Prozent einer normalen Ernte aus dem Boden zu holen. Bildrechte: MDR/Yvonne Hensel

Sachsen-Anhalts Landwirte schauen am Montag gespannt nach Berlin. Dort kommen Vertreter von Bund und Ländern zusammen, um sich einen Überblick über die Dürre-Schäden zu verschaffen. Das Landwirtschaftsministerium in Magdeburg schätzt die Verluste hier im Land auf 237 Millionen Euro. Beim Futterbau wird mit 50 Prozent Einbußen gerechnet, beim Ackerbau mit 35 Prozent.

Staubtrockene Erde rieselt aus einer Hand über einem ausgetrocknetem Feld.
Die Felder in Sachsen-Anhalt sind teils staubtrocken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Diese Zahlen hat das Land an das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin gemeldet. Wie eine Ministeriumssprecherin sagte, hat auch ein Großteil der anderen Länder bereits Daten geliefert, die nun ausgewertet werden. Entscheidungen über Nothilfen werden allerdings vom Treffen in Berlin nicht erwartet. Von Bundesagrarministerin Julia Klöckner hieß es, sie könne nicht ohne repräsentative Daten den nationalen Notstand ausrufen und nach Gefühl Zahlungen veranlassen. Dem Bundeskabinett will Klöckner voraussichtlich am 22. August eine Bilanz zu den Ernteschäden vorlegen.

Die Not sei sehr groß

Sollten die Ausfälle bundesweit im Schnitt mehr als 30 Prozent betragen, kann die Dürre als Naturkatastrophe eingestuft werden. Das würde finanzielle Hilfen für die Landwirte ermöglichen. Sachsen-Anhalt erwartet in diesem Fall eine Beteiligung des Bundes an solchen Hilfsgeldern sowie ein koordiniertes Vorgehen aller Bundesländer. Der Präsident des Landesbauernverbandes Olaf Feuerborn sagte dem MDR, dass die Not sehr groß ist.

Auf seinem 90 Hektar großen Kartoffelacker zeigt Feuerborn, was er damit meint. Der Boden ist staubtrocken, die Sonne brennt unerbittlich auf die langen Kartoffelreihen, die Stauden beugen sich der Hitze. "Sie sehen, dass die Blätter alle nach oben eingerollt sind. Das ist ein Zeichen dafür, dass es sehr trocken ist."

Als er eine Staude aus der Erde zieht, zeigt sich: Nur an wenigen Stängeln hängen Kartoffeln. "Und dann sehen Sie, dass die Knolle, die ziemlich weit oben liegt, schon Keime hat." Wenn die Keime noch größer werden, könne man diese Kartoffeln als Speisekartoffeln nicht mehr verwenden. Er rechnet damit, nur 30 bis 50 Prozent einer normalen Ernte aus dem Boden zu holen. Bei seinen Kollegen sieht das kaum anders aus. Und so hat der Deutsche Bauernverband wegen der anhaltenden Dürre schnelle Unterstützung für die Landwirte gefordert und dabei die Summe von einer Milliarde Euro genannt.

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Quelle: MDR/lk,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. August 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2018, 13:45 Uhr