Ein junger Mann steht auf einem Balkon und schaut ins Weite
Möbelpacker Steven Schwarz verdient 900 Euro netto im Monat. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Jobs in Sachsen-Anhalt So lebt es sich im "Niedriglohn-Land" – Teil 3

Vor der Bundestagswahl startet MDR SACHSEN-ANHALT eine Reportage-Serie über Menschen, die Niedriglohn verdienen und sich oft nur mit mehreren Jobs oder staatlicher Hilfe über Wasser halten können. Welche Erwartungen knüpfen die beiden Protagonisten aus dem Niedriglohnbereich an die Bundestagswahl? Wir haben sie gefragt. Teil 3 der Serie

Ein junger Mann steht auf einem Balkon und schaut ins Weite
Möbelpacker Steven Schwarz verdient 900 Euro netto im Monat. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seit drei Monaten begleitet MDR SACHSEN-ANHALT den Magdeburger Steven Schwarz. Er ist 29 Jahre alt, Möbelpacker und verdient 900 Euro netto im Monat. Steven Schwarz möchte raus aus der Teilzeit-Spirale. Er möchte endlich seine Familie ernähren können. Dabei hofft er auf mehr Unterstützung durch die Politik.

Er wünsche sich "auf jeden Fall, dass sie sich um die Menschen kümmern, die arbeiten wollen. Die 9 Euro Mindestlohn sind ja nun da, dass das nicht nur Teilzeit-Kräfte werden, weil manche Betriebe damit nicht klarkommen, sondern, dass das einfach auch Vollzeit-Kräfte werden." Schwarz hofft, dass der Staat die Betriebe unterstützt, damit er, der arbeiten gehe, auch etwas davon hat.

Ein Leben ohne staatliche Zuschüsse

20 Kilometer elbaufwärts: In Schönebeck lebt Angela Finger, 55 Jahre alt, Reinigungskraft. Sie hat die letzten fünf Jahre nachts Büroräume bei Thyssen Krupp geputzt. Dann wurde sie entlassen. Mit ihrem Minijob und Hartz IV bekommt sie 700 Euro im Monat. Angela Fingers Wunsch an die Politik lautet: Leben ohne staatliche Zuschüsse.

Vor allem möchte sie, dass die Arbeit, die man tut, gerechter entlohnt wird. "Dass man endlich aus diesem Mini-Lohnbereich rauskommt, aus diesem Niedriglohnbereich", erklärt sie. Fingers Meinung nach, wird in dem Bereich Schindluder betrieben. "Die Leute werden so verarscht. Ist nicht schön." Erwartungen seien bei ihr viele da. Ob die Politik diese umsetzen können, sei sie sich aber nicht sicher.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27.07.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/cw

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2017, 14:35 Uhr

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3 Kommentare

28.07.2017 08:55 psteffen 3

@ Demokrat 2

Was schreibst du nur für ein Mist ! Deutschland hat Europaweit mit den größten Niedriglohnsektor . Niedriglöhne werden in allen Bundesländern gezahlt .Die Menschen sind froh überhaupt Arbeit zu haben und müssen bzw. nehmen die Niedriglöhne bis hin zur Ausbeutung zwangsläufig hin .
Und du laberst von „Ausländer raus „ Bukas, AFD und Mifa und findest die Situation in Sachsen Anhalt mehr als verdient. Was hat das mit Niedriglöhnen zu tun ?

Glaubst du in Sachsen Anhalt bzw. in Deutschland arbeiten keine Ausländer für Niedriglöhne oder werden Ausgebeutet ? Ist die Situation für diese Ausländer auch mehr als verdient ??

Du hast sicher auch nichts zu meckern das z.B deine Klamotten Weltweit für Niedriglöhne bzw. durch Ausbeutung zusammengenäht werden .Die Situation ist ja mehr als verdient.

27.07.2017 17:18 Demokrat 2

@1 Und was haben sie da zu meckern? Wenn die Bürger in Sachsen-Anhalt sich nur dann auf die Straße trauen, wenn man schön "Ausländer raus" brüllen kann und man eine Partei zur zweistärksten Kraft macht, die sich zwar für ein Verbot nicht vorhandener Burkas einsetzt, aber zu den Skandalen um Lieken, Aryzta oder Mifa nichts zu sagen hat, dann ist die Situation mehr als verdient.

27.07.2017 08:57 magdeburg 1965 1

Zitat im Radio"Jeder 3. in SA arbeitet für einen Niedriglohn". Wenn wir jetzt mal die Beamten und den öffentlichen Dienst rausrechen dürfte jeder in der freien Wirtschaft im Nidriglohnbereich arbeiten.