MDR FERNSEHEN | 1. Mai 2019 | 17:50 Uhr Leben in der Friedensstraße – Zwischen Fleischerei und Männerballett

Ein Film von Matthias Werner

Der Film handelt von den Menschen, die in den Friedensstraßen unseres Landes leben. Er erzählt von ihren ganz persönlichen Geschichten, ihren Träumen und auch Sorgen. Ob Land oder Stadt – was macht Glück der Bewohner aus? Unsere Reporter waren vor Ort.

Bitte das Bild im Tagesordner einstellen, danke Quelle/Rechte: MDR/Matthias Werner Alttext: Mann und Frau hinter Fleischtheke
Marcel Schreiber seine Fleischerei in Langeneichstädt: will auf der Friedensstraße bleiben, solange er lebt. Bildrechte: MDR/Matthias Werner

Friedensstraße, Straße des Friedens, Friedenstraße – im Osten Deutschlands ist das einer der häufigsten Straßennamen. Schaut man auf eine Landkarte, so kann man noch heute anhand der Verteilung dieser Straßen die ehemalige innerdeutsche Grenze nachvollziehen. In ganz Deutschland gibt es gut 1.600 Straßen mit diesem Namen. Rund 200 davon führen durch Sachsen-Anhalt.

Langeneichstädt Neugierige sehen Preview von "Leben in der Friedensstraße"

Publikum bei der "Friedensstraße"-Preview in Langeneichstädt.
Im Bürgerhaus "Zur Warte" in Langeneichstädt sind am Samstagnachmittag fast alle Stühle besetzt. Bildrechte: MDR/Katrin Hartig
Publikum bei der "Friedensstraße"-Preview in Langeneichstädt.
Im Bürgerhaus "Zur Warte" in Langeneichstädt sind am Samstagnachmittag fast alle Stühle besetzt. Bildrechte: MDR/Katrin Hartig
Familie Schreiber aus Langeneichstädt bei der "Friedensstraße"-Preview.
100 Besucher sind gekommen, um die Preview des Films "Leben in der Friedensstraße" zu sehen. Bildrechte: MDR/ Katrin Hartig
Das Publikum guckt die Dokumentation zu "Friedensstraße" in Langeneichstädt.
Die Langeneichstädter sind neugierig, was in der 60-minütigen Dokumentation entstanden ist. Manche Familien sind mit vier Generationen gekommen. Bildrechte: MDR/Katrin Hartig
Besucherinnen bei der "Friedensstraße"-Preview in Langeneichstädt.
Auch das Leben der Familie Schreiber, die in der Friedensstraße in Langeneichstädt eine Fleischerei betreibt, wird im Film gezeigt. Bildrechte: MDR/ Katrin Hartig
Der Bürgermeister von Langeneichstädt , Lutz Kloss, und Maik Reichel bei der "Friedensstraße"-Preview.
Der Bürgermeister von Langeneichstädt, Lutz Kloss, und der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Maik Reichel, wollen die Preview nicht verpassen. Bildrechte: MDR/ Katrin Hartig
Autor Matthias Werner mit Produzent Olaf Jacobs und MDR-Redaktionsleiterin Ines Lorenz bei der "Friedensstraße"-Preview in Langeneichstädt.
Vor Ort war auch der Autor der Reportage, Matthias Werner, und der Produzent, Olaf Jacobs. Mit ihnen konnten die Besucher im Anschluss an den Film ins Gespräch kommen.

Dieses Thema im Programm:
MDR FERNSEHEN | 01. Mai 2019 | 17:50 Uhr
Quelle: MDR/sp
Bildrechte: MDR/Katrin Hartig
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Was bewegt die Menschen?

Ein halbes Jahr lang haben Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT Friedensstraßen in verschiedenen Orten besucht. Und zugehört: Was bewegt die Menschen, was macht ihr Leben aus, wofür setzen sie sich ein? So unterschiedlich die Antworten dabei auch sein mögen, eines haben alle Geschichten gemeinsam – sie spielen in den Friedensstraßen. Und an den "Lebensmittelpunkten", wie Bäckerin Sybille Schreiber in Langeneichstädt ihr Geschäft nennt. Das Geschäft liegt genau auf der Friedensstraße. Regelmäßig kommt Bürgermeister Lutz Kloss vorbei: "Unsere Friedensstraße ist unheimlich lang. Da gibt es viele Geschichten zu erzählen". Eben auch die von Sybille Schreiber, die seit 18 Jahren hier arbeitet: "Ich bin ja hier in Langeneichstädt auch groß geworden. Ich bin von Kindesbeinen hier!"

Wenige Meter weiter betreibt Marcel Schreiber seine Fleischerei: "Also, wenn nichts dazwischen kommt, bleibe ich hier auf der Friedensstraße, solange ich lebe!". Sein Geschäft läuft gut, nur der Nachwuchs fehlt. Er erlebt damit, was ein bundesweiter Trend ist: Die Zahl der nicht besetzten Lehrstellen stieg von 2010 bis  2017 von 3,7 auf 8,8 Prozent. Doch das ist die pure Statistik. Was aber sagt das über das Lebensgefühl aus? Fleischer Schreiber zumindest sieht die Politik in der Pflicht: "Ich würde mir vom Staat wünschen, dass er kleine Betriebe mehr fördert."

Nah dran am Leben

Der Film "Leben in der Friedensstraße" spiegelt die Lebenswirklichkeit der Menschen in Mitteldeutschland wieder: Karneval und Feuerwehr, Ehrenamt, demographischer Wandel oder stundenlanges Pendeln zur Schule. Nachwuchsmangel, Eingemeindung, das Warten auf Fördermittel oder Hartz IV. Und die Dokumentation ordnet mit Daten und Fakten ein, was die Menschen den Reportern erzählen.

Die Reporter greifen dabei Themen auf, die man sich nicht nur morgens beim Bäcker erzählt, sondern auch nachmittags beim Friseur. Wie z.B. in Genthin im Salon von Ines Richart. Der steht ebenfalls in einer Friedenstraße. Die Friseurin erinnert sich noch an ihre Zeit als Aufstockerin: "Das ist einfach beschämend. Ich habe dann gesagt, du springst jetzt ins kalte Wasser. Weil man will ja nicht immer zum Amt rennen." Sie machte selbst einen, diesen Salon auf.

Gemeinsame Interessen schweißen zusammen

Die nördlichste der Friedensstraßen im Film ist die in Aulosen. Ehemaliges Sperrgebiet. Die Straße führte genau in den Westen. Im Grunde ist das ja immer noch so. Aber heute leben hier Alteingesessene und Nachbarn aus Niedersachsen gemeinsam und eine ganz besondere innerdeutsche Kegelverbrüderung.

Straßenschild Friedensstraße an Straße mit Bäumen in Aulosen
Im Film geht es auch um die Herkunft der einzelnen Straßennamen – hier die Friedensstraße in Aulosen. Bildrechte: MDR/Matthias Werner

Der Film "Leben in der Friedensstraße – Zwischen Fleischerei und Männerballett" zeigt die Bewohnerinnen und Bewohner der Friedensstraßen: Wer kennt eigentlich wen und was macht heute das Glück im Leben auf dem Land oder in der Stadt aus?

Und fast nebenbei wird auch in Erfahrung gebracht, wie die einzelnen Straßen zu ihrem Namen kamen – was sich an Geschichte, Herkunft und Wechsel hinter dem Straßenschild verbirgt.

Bei den Dreharbeiten war nicht selten zu hören: "Endlich sieht die Welt, dass es uns auch gibt." MDR SACHSEN-ANHALT erfährt von Leidenschaften, Alltagssorgen, Hoffnungen, Ängsten und Träumen. Und hält sie im Film fest.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 01. Mai 2019 | 17:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2019, 09:38 Uhr

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