leeres Klassenzimmer
In Sachsen-Anhalts südlichen Landkreisen soll am Mittwoch gestreikt werden, in den östlichen am Donnerstag. Bildrechte: MDR/Niklas Ottersbach

Unterrichtsausfall Lehrer wollen am Mittwoch und Donnerstag streiken

Schüler und Eltern müssen im Süden und Osten von Sachsen-Anhalt mit Unterrichtsausfall rechnen: Für Mittwoch und Donnerstag hat die Lehrergewerkschaft Warnstreiks angekündigt. Das könnte bis zu 40.000 Schüler betreffen. Die Gewerkschaften fordern für die Angestellten im öffentlichen Dienst mehr Geld.

leeres Klassenzimmer
In Sachsen-Anhalts südlichen Landkreisen soll am Mittwoch gestreikt werden, in den östlichen am Donnerstag. Bildrechte: MDR/Niklas Ottersbach

Worum geht es?

An Schulen im Süden und Osten Sachsen-Anhalts droht in dieser Woche Unterrichtsausfall. Die Gewerkschaft Ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben Beschäftigte im öffentlichen Dienst zum Warnstreik aufgerufen. Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter und auch die Seiteneinsteiger an den Schulen sollen sich an den Arbeitsniederlegungen beteiligen. Das haben die Gewerkschaften am Montag in Magdeburg angekündigt.

Wo soll wann gestreikt werden?
Tag Ort/Kreis  
Mittwoch, 20.02.2019 Halle

Mansfeld-Südharz

Burgenlandkreis

Saalekreis
 
Donnerstag, 21.02.2019 Dessau-Roßlau

Kreis Wittenberg

Anhalt-Bitterfeld
 

Im Norden Sachsen-Anhalts soll es in dieser Woche keine Warnstreiks geben.

Wie viele Schüler sind betroffen?

Die GEW-Landesvorsitzende Eva Gerth sagte im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT, sie gehe davon aus, dass die Warnstreiks Auswirkungen auf etwa 40.000 Schüler haben könnten. Das sind ein Viertel aller Schüler in Sachsen-Anhalt. Für die Kinder und Jugendlichen gebe es aber eine Betreuung an den Schulen.

Dürfen verbeamtete Lehrer streiken?

Berufene Beamte unterliegen dem Streikverbot. Sie können aber im Rahmen ihrer Freizeit zu den Kundgebungen gehen. Für verbeamtete Lehrer bedeutet das, dass sie in ihrer Freizeit an Kundgebungen teilnehmen könnten, dafür aber keinen Unterricht oder andere schulische Verpflichtungen ausfallen lassen dürfen.

Wie hoch wird die Beteiligung am Streik sein?

Ver.di geht landesweit von bis zu 2.000 Teilnehmern aus.

Wie soll der Streik aussehen?

Laut Ver.di-Tarifkoordinatorin für Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, Manuela Schmidt, wird es jeweils ein ganztägiger Warnstreik sein. Start ist mit Unterrichts- bzw. Dienstbeginn. In Halle und Dessau wird es Warnstreik-Kundgebungen geben.

Wer streikt noch?

Die Gewerkschaften haben auch Angestellte in den Verwaltungen zum Warnstreik aufgerufen, dazu Mitarbeiter in Ministerien, den Straßenbaubehörden und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Was fordert die Gewerkschaft?

Die Gewerkschaften fordern für alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro. Auch Auszubildende sollen mehr verdienen und im Idealfall 100 Euro mehr Ausbildungsentgelt bekommen. Die Länder lehnen die Forderungen als überzogen ab.

Wie viele Mitarbeiter sind von den Verhandlungen betroffen?

Die bundesweiten Tarifverhandlungen betreffen in Sachsen-Anhalt etwa 60.000 Mitarbeiter. Die Gespräche mit den Arbeitgebern gehen am Monatsende weiter: Am 28. Februar startet die dritte Verhandlungsrunde.

Quelle: MDR/lk,dpa

Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2019, 16:32 Uhr

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9 Kommentare

20.02.2019 08:49 Jens Mager 9

@Altmarkwolf: Wie soll man denn außerhalb der Unterrichtszeiten streiken? Macht doch keinen Sinn wenn es niemand stört. Gäbe es regelmäßig 2,5% mehr Lohn um die jährliche Inflation auszugleichen müsste auch niemand streiken. Die Aussicht Ehrenamtlich zu arbeiten wird sicherlich niemand dazu bringen 7 Jahre zu Studieren. @Gerd Müller: Deutschlandweit laufen alle Schulen nur noch mit Notbesetzung weil keiner den Job machen will. Wenn sie besondere Wünsche für die individuelle Förderung ihres Kindes haben, versuchen sie doch Mal bezahlbares Personal dafür zu finden.

19.02.2019 18:58 Altmarkwolf 8

Streiks? Das kennen wir Schachtrainer / Schachlehrer nicht. Und wir machen unsere Arbeit im Gegensatz zu vielen normalen Lehrern ehrenamtlich.

Abgesehen davon. Ich finde während der Unterrichtszeit sollte man beiden Gruppen das Streiken oder Demonstrieren verbieten. Nach dem Unterricht ist dafür genug Zeit.

19.02.2019 10:26 Georg 7

Kleiner Hinweis am Rande:

Vorletzter Absatz: es heißt Ausbildungsentgelt.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Danke für den Hinweis!