Ein Paket rollt  im Amazon Logistikzentrum über ein Transportband
Amazon baut in Osterweddingen und will von dort Pakete versenden. Bildrechte: dpa

Bis zu 2.000 neue Jobs Amazon baut sein Logistik-Zentrum bei Magdeburg

Amazon siedelt sich im Gewerbegebiet von Osterweddingen, direkt vor den Toren Magdeburgs, an. Die neue Logistikhalle ist mitten im Bau. Es entsteht ein Logistik-Zentrum mit bis zu 2.000 neuen Arbeitsplätzen. Es soll für den Versand so genannter "Non-Sort"-Produkte dienen, wie Haushaltsgegenstände oder Spielzeug. Die Gewerkschaft drängt jetzt auf einen Tarifvertrag.

Ein Paket rollt  im Amazon Logistikzentrum über ein Transportband
Amazon baut in Osterweddingen und will von dort Pakete versenden. Bildrechte: dpa

Das neue Amazon-Logistik-Zentrum vor den Toren Magdeburgs kommt. Das hat der Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal, Jörg Methner (SPD), MDR SACHSEN-ANHALT offiziell bestätigt. Methner rechnet mit bis zu 2.000 neuen Jobs. Derzeit wird im Gewerbegebiet bei Osterweddingen auf einer Fläche von 45 Hektar gebaut.

Ein Teil der 200 mal 500 Meter großen Logistik-Halle ist fertiggestellt. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT soll in Osterweddingen ein so genanntes "Non-Sort Logistikzentrum" entstehen. Amazon lagert und versendet von dort größere Produkte, zum Beispiel Haushaltsgegenstände oder Spielzeug.

Baustelle für eine Logistikhalle
Mitten im Bau – das neue Logistikzentrum. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Gewerkschaft ver.di: "Amazon weigert sich zu verhandeln"

Die Gewerkschaft ver.di sieht die Ansiedlung Amazons mit gemischten Gefühlen. Der Gewerkschaftssekretär des ver.di-Bezirks Sachsen-Anhalt Nord, Torsten Furgol, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Investition werte den Standort auf. "Allerdings weigert sich Amazon, einen Tarifvertrag mit uns zu verhandeln. Wir sind dran und bleiben dran, wie an anderen Standorten auch."

Furgol wies darauf hin, dass in der Branche händeringend Arbeitskräfte gesucht würden. Das sei gut, da so der Druck auf Amazon erhöht werden könne. "Amazon ist es als US-amerikanisches Unternehmen noch nicht gewohnt, Gespräche mit Gewerkschaften zu suchen."

Jörg Methner vor einer Baustelle.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schattenseite ist, dass wir jetzt darum kämpfen, eine Anbindung an die B81 zu bekommen. So ein riesen Betrieb, wo pro Schicht 500 Mitarbeiter an- und abfahren, das ist schon ein ganz großes Problem für uns.

Jörg Methner, Bürgermeister von Osterweddingen

Auch Bürgermeister Methner sieht in der Amazon-Ansiedlung Licht und Schatten. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Ich freue mich, dass es viele Arbeitsplätze geben wird. Das ist das A und O. Davon werden Magdeburg, Oschersleben und die ganze Region Börde profitieren." Mit Skepsis sieht Methner dagegen die zusätzliche Verkehrsbelastung, die Amazon mit sich bringen wird. "Schattenseite ist, dass wir jetzt darum kämpfen, eine Anbindung an die B81 zu bekommen. So ein riesen Betrieb, wo pro Schicht 500 Mitarbeiter an- und abfahren, das ist schon ein ganz großes Problem für uns."

Methner: Steuern an konkreten Standorten zahlen

Methner sprach von einer großen Herausforderung für Bund, Land, Landkreis und Kommune. "Es gibt eine Arbeitsgemeinschaft beim Landkreis. Außerdem hat der Ministerpräsident versprochen, nach Berlin zu fahren." Die Anbindung sei wichtig, um den Verkehr aus Osterweddingen herauszuhalten.

Wichtig sei zudem eine schnelle Änderung des Steuergesetzes, so Methner. So sollten Unternehmen dort Steuern zahlen, wo die Betriebe stehen, und nicht da, wo der Hauptsitz des Unternehmens ist. Dann gebe es in den Orten auch keine Diskussion mehr darüber, ob Schulen oder Schwimmbäder erhalten werden könnten.

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Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 31. März 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. März 2019, 14:10 Uhr

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17 Kommentare

02.04.2019 18:05 Leser 17

Und soeben lese ich, dass Amazon in Leipzig rund 500 Leute entlassen will. Magdeburg dürfte gar nicht genehmigt werden. @16....und du lobst Leipzig. Heute auch noch?

01.04.2019 15:54 lummox 16

macht amazon nicht immer so schlecht. z.b. im leipziger logistikzentrum wird's zwar in stoßzeiten wie weihnachten etwas eng, ist aber im vergleich zu supermärkten wie rewe nicht schlechter bezahlt. vorausgesetzt ist die bereitschaft zur nachtarbeit, denn irgenwann muß alles versandfertig gemacht werden.

01.04.2019 12:07 Sr.Raul 15

Wunderbar! US-amerikanischer Billiglöhner sowie -nichtsteuerzahler und der Bürgermeister freut sich und fordert für den Nichtsteuerzahler noch einen Straßenausbau auf Kosten von LK, Land und Bund. "Neues aus der Anstalt!"

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