Florapark-Garten in Magdeburg Nordwest.
In der Gartenanlage am Florapark trafen der Hundehalter und der Syrer mit seiner Familie aufeinander. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Angeblicher Angriff auf syrische Familie Aufregung um Hundebisse in Magdeburg

Der angebliche Angriff auf eine syrische Familie in einem Park sorgt in Magdeburg für Wirbel. Mehrere Medien hatten am Montag berichtet, dass ein Mann seine Kampfhunde auf die Familie gehetzt haben soll. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse.

Florapark-Garten in Magdeburg Nordwest.
In der Gartenanlage am Florapark trafen der Hundehalter und der Syrer mit seiner Familie aufeinander. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Nach einem angeblichen Hundeangriff auf eine syrische Familie in Magdeburg hat der Hundebesitzer nun selbst Anzeige gegen einen syrischen Familienvater erstattet. Das hat die Polizei MDR SACHSEN-ANHALT mitgeteilt. Es geht um Körperverletzung. Demnach hätte eine Gruppe von Flüchtlingen den 23-Jährigen angegriffen. Bei ihm seien Schnittwunden entdeckt worden.

In einem Video, das MDR SACHSEN-ANHALT vorliegt, ist zu hören, wie der Hundehalter schreit "ihr greift mich die ganze Zeit an, ich rufe jetzt die Polizei." Zudem ist in dem Video zu sehen, dass der von den Hunden angegriffene Syrer einen Gegenstand in der Hand hält. Worum es sich handelt, ist aber nicht genau erkennbar.

Video zeigt: Hundehalter zieht sich zurück

Der Syrer war mit mehreren Bekannten in dem Park. Sie tragen, wie in dem Video zu sehen ist, einen Stock und einen Gürtel in der Hand. Der Hundehalter zieht sich in dem Video sichtbar zurück und wiederholt, dass er die Polizei rufen werde. Einer der Männer schlägt plötzlich auf einen der Hunde ein. Dieser reißt sich los und läuft auf den Angreifer zu und schließlich in eine Grünanlage. Der Hundehalter läuft dem Hund hinterher und ruft ihn zurück. Dann zieht der Magdeburger sein Handy und wiederholt, er werde jetzt die Polizei rufen. Daraufhin läuft der Filmende fort und das Video bricht ab.

Was die Polizei am Montag mitgeteilt hatte

Holzweg in Magdeburg.
Im Florapark-Garten in der Nähe vom Holzweg soll sich die Tat ereignet haben. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Am Sonntagabend hatte sich nach Angaben der Polizei in Magdeburg eine syrische Familie im Florapark-Garten aufgehalten. Ein 29-Jähriger Vater mit seiner Lebensgefährtin und den fünf und acht Jahre alten Kindern. Sie sollen in der Begleitung mehrere Bekannter gewesen sein.

Plötzlich sollen die Syrer mit fremdenfeindlichen Aussagen von einem 23-jährigen Magdeburger, der dort spazieren ging, beschimpft und beleidigt worden sein. Am Montag hatte die Polizei angegeben, dass der Magdeburger zwei sogenannte Kampfhunde mit sich führte.

Bereits am Dienstag hatte MDR SACHSEN-ANHALT berichtet, dass es sich bei den Hunden um Mischlinge handelte, die auf keiner Liste gefährlicher Hunde stehen. Ganz genau geht es um einen Staffordshire-Mischling und eine französischen Bulldoggen-Mischling.

Unterschiedliche Aussagen über Geschehnisse

Schon am Montag hatte die Polizei mitgeteilt, dass es zu dem Geschehen unterschiedliche Aussagen gibt, die jetzt weiter ermittelt werden müssen. Die Polizei sucht weiter neutrale Zeugen.

Hunde im Tierheim

Der Syrer war am Sonntagabend mit mehreren Bissverletzungen ins Krankenhaus gekommen. Der Hundehalter war kurz nach der Tat ausfindig gemacht worden. Die Hunde wurden ins Tierheim gebracht. Gegen ihn hat die Polizei Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

Der syrische Familienvater hat sich nach der Tat beim Fernsehsender RTL geäußert. Dort sagte er, er habe Angst um seine Familie gehabt. Der Hundehalter habe den Hunden Befehle zugerufen. Auch als sie wieder an der Leine waren, habe er sie nicht unter Kontrolle bekommen. Der Hundehalter sei polizeibekannt.

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Quelle: MDR/ff

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 16. Mai 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 14:37 Uhr

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123 Kommentare

18.05.2018 13:54 böse-zunge 123

'Man' hetzt kein Tier auf (Mit-)Menschen - sowenig wie 'man' überhaupt seinen Nächsten ohne Not keine Gewalt antut.
'Man' hat die Gesetze und Regelungen dieses Staates einzuhalten - von der Achtung der Würde und Unverletzlichkeit bis zum Aufsammeln von Haustierhinterlassenschaften.
Und wer sich daran hält, ist zu schützen - unbedingt.
Wer nicht, ist zu strafen - unbedingt.

Dafür hat diese unsere Gesellschaft ihre Instrumente, diese voll und ganz anzuwenden - sollte selbstverständlich sein.
Ohne Ansehen der Person (steht auch irgendwo)..

18.05.2018 12:39 leipi 122

Beginn ist in keinem der Videos zu sehen. Fakt ist, dass die Herren bewaffnet auf den Hundehalter zu gingen!! Das ist genug Beweis. Verbale Provokation od Ausfälligkeiten, dabei wird niemand verletzt!! Dass jedoch Provokation mit tätlichem Angriff u anschließendem Opferschauspiel den Hilfesuchenden in die Wiege gelegt wurde ist auch klar. Und wenn nicht in die Wiege, steht dieses Verhalten vermutlich als Anleitung im Koran!?

18.05.2018 12:34 MuellerF 121

@118:EINDEUTIG ist an den Formulierungen des Paragraphen gar nichts. Es ist aber richtig, dass dieser bisher in Bezug auf Deutsche nicht angewendet wurde- der Wortlaut würde dies aber durchaus hergeben.