Flüchtlinge Sachsen-Anhalt verzeichnet Asylbewerber-Rekord

Sachsen-Anhalt hat im vergangenen Jahr so viele Asylbewerber aufgenommen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 60 Prozent auf rund 4.300. Das bringt die zentrale Anlaufstelle in Halberstadt an ihre Grenzen. Für rund 1,5 Millionen Euro sollen weitere Gebäudeteile saniert und zusätzliche Unterkünfte geschaffen werden.

Die Zahl der Asylbewerber in Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Nach Angaben der Zentralen Anlaufstelle in Halberstadt waren es rund 4.300. Das sind über 60 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bis vor wenigen Jahren kam die Mehrheit der Flüchtlinge aus Vietnam. Im Jahr 2013 war die größte Flüchtlingsgruppe allerdings aus Syrien. Dahinter folgen unter anderem Tschetschenien, Serbien und Mali. Aber auch aus Indien fliehen viele Menschen nach Sachsen-Anhalt.

Der zentralen Anlaufstelle in Halberstadt macht dieser Ansturm von Flüchtlingen zu schaffen. Nach 1992 war die Zahl der Asylbewerber zunächst deutlich zurückgegangen. Seit 2007 ist sie nun jedes Jahr kontinuierlich gestiegen. Im Herbst überstieg die Zahl der Asylbewerber dann schließlich die Kapazität der freien Betten. Der Verwalter stellte zumindest vorübergehend in der Turnhalle 40 Notbetten auf.

Auf dem Gelände der Anlaufstelle in Halberstadt waren bis 1989 Grenztruppen der NVA untergebracht. Seit 1990 sind in den alten Plattenbauten nun Flüchtlinge aus der ganzen Welt untergebracht. Die alten Blöcke A und C sind bereits saniert. Im Block B soll nun mit Bauarbeiten begonnen werden - allerdings nur in zwei der vier Etagen. Das soll Platz für rund 200 weitere Flüchtlinge schaffen. Das Land investiert dafür rund 1,5 Millionen Euro.

Katholische Kirche startet Flüchtlingshilfe

Das katholische Bistum Magdeburg hatte am Mittwoch eine Flüchtlingsinitiative gestartet. Es will damit Asylbewerbern in prekären Lebenssituationen helfen. Bischof Gerhard Feige hob hervor, auch Sachsen-Anhalt müsse sich mit den Folgen weltweiter Kriege und Konflikte auseinandersetzen. Flüchtlingen müsse Schutz gewährt und dafür gesorgt werden, dass sie menschenwürdige Lebensbedingungen vorfinden.

Innenminister Holger Stahlknecht lobte diese Initiative: "Das ist ein gutes Zeichen in das Land und es ist ein gutes Zeichen von dem Land", sagte Stahlknecht. "Nichts wäre schlimmer als wenn die, die zu uns kämen, von uns nicht gewollt würden und wir ein Klima der Feindseligkeit in unserem Land haben würden."

Wer in Deutschland Asyl beantragt, wird zunächst bei der Einreise in eine Erstaufnahme-Einrichtung gebracht. Anschließend werden die Flüchtlinge mithilfe des sogenannten "Königsteiner Schlüssels" einem Bundesland zugewiesen. Dieser richtet sich nach den Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl der Länder. Die meisten Asylbewerber mit einem Anteil von rund 21 Prozent nimmt danach Nordrhein-Westfalen auf, nach Sachsen-Anhalt kommen rund drei Prozent.

Zentrale Anlaufstelle Halberstadt Die zentrale Anlaufstelle in Halberstadt, kurz "ZASt", nimmt die Asylbewerber normalerweise zunächst für rund vier Wochen auf.

In dieser Zeit durchlaufen sie medizinische Untersuchungen und verschiedene Antragsverfahren. Anschließend werden sie auf die kreisfreien Städte und Landkreise verteilt.

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2014, 21:07 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

10 Kommentare

12.01.2014 18:37 D. Meister 10

Schütze - Es sind <Menschen, die bei uns Arbeit suchen. Somit waren auch die DDR-Flüchtlinge, die in Westdeutschland unterkamen, allesamt Wirtschaftsflüchtlinge. Ihre Logikg scheint nicht zu funktionieren, denn auch diese Leute tragen zum Wachstum unseres BIP bei. Die Schmarotzer gibt es auch bei den "Eingeborenen" - ich möchte nicht wissen, wieviel Abzocker wir durchfüttern, ohne dass Deutschland krepiert.

12.01.2014 15:03 Christian Schütze 9

8. Jim Knopf :
Die meisten suchen keinen Schutz, das sind Wirtschaftsflüchtlinge. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen, wie armseelig!

12.01.2014 10:06 Jim Knopf 8

Wir sind weltweit eines der reichsten Länder und jammern schon, wenn ein paar Tausend Menschen bei uns Schutz suchen. Woanders gehen die Lichter aus und wir tun so, als ob uns das weltweite Chaos nichts anginge. Aber Waffenexporte, Nahrungsmittelspekulation und andere Unfeinheiten, die genehmigen wir uns. Was für eine verwahrloste Gesellschaft sind wir geworden. Als aus der ehemaligen DDR Menschen nach Westdeutschland flüchteten, wurden sie dort mit offenen Armen aufgenommen. Jetzt, wo wir hier mal uns menschlich zeigen sollten, spielen wir die Hochnäsigen, die ihren Besitzstand wie die letzte Haselnuss verteidigen. Wie erbärmlich ist es um unsere Charaktere und um unsere "Kultur" bestellt?

Mehr aus Sachsen-Anhalt