Polizei setzt Wasserwerfer ein Schwere Ausschreitungen überschatten FCM-Aufstieg

Nachdem der 1. FC Magdeburg den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hat, wurde am Sonnabend in den Straßen von Magdeburg ausgiebig gefeiert. Doch am späten Abend ist die Stimmung gekippt. Es kam zu schweren Ausschreitungen und Krawallen.

Polizei geht gegen Randalierer  vor
Später in der Nacht kam es zu Ausschreitungen, bei denen die Polizei auch einen Wasserwerfer einsetzt. Bildrechte: xcitePRESS

In Magdeburg hat es am späten Sonnabendabend schwere Ausschreitungen gegeben. Wie die Polizei mitteilte, sind bei den Feiern zum Aufstieg des 1. FC Magdeburg in die 2. Fußball-Bundesliga einige Teilnehmer ausgerastet.

Ein Polizeisprecher teilte mit, Tausende hätten zuvor am Hasselbachplatz friedlich gefeiert, mit steigendem Alkoholkonsum sei die Stimmung bei Teilen der Feiernden aber umgeschlagen. Gegen 20 Uhr sei auf offener Straße Gerümpel angezündet worden. Feuerwehrleute, die das Feuer löschen wollten, seien angegriffen und behindert worden. Auch Polizeibeamte wurden demnach mit Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen.

Vermummte griffen Polizei an

Später seien die am Hasselbachplatz installierten Videokameras teilweise zerstört worden. Bis zu 150 Randalierer hätten, teils vermummt, erneut die Einsatzkräfte angegriffen. Die Beamten seien daraufhin mit Pfefferspray dagegen vorgegangen, auch ein Wasserwerfer kam zum Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Die Polizei ermittelt nun in 15 Fällen, unter anderem wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Weiter hieß es, 28 Polizeibeamte seien verletzt worden. Sechs seien vorerst nicht mehr dienstfähig. Elf Personen seien vorübergehend in Gewahrsam genommen worden.

Es hat weitere Verletzte bei den Krawallen am Hasselbachplatz gegeben. Wie viele genau, dazu gibt es bislang keine konkreteren Angaben.

Extremismusexperte geht bei Angreifern von Hooligans aus

Polizeisprecher Frank Küssner sagte, man würde Verein und Fans unrecht tun, wenn diese Randalierer als FCM-Fans bezeichnet würden. MDR SACHSEN-ANHALT sagte er: "Das waren offensichtlich Personen, die darauf aus waren zu provozieren und die wollten, dass es eskaliert." Er sieht die Ereignisse nicht als Vorbote für künftige Ausschreitungen in der 2. Liga. "Die Magdeburger haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie friedlich feiern können."

Fans entzünden am Hasselbachplatz Feuer
Am Abend zündeten Fans auf den Straßen am Hasselbachplatz auf offener Straße Bierkästen an. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rechtsextremismus-Experte David Begrich sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es habe sich bei den Angreifern um aggressiv-gewaltbereite Hooligans gehandelt, die aus dem gewaltbereiten Rand der FCM-Fansszene stammen, teils auch mit Bezug zur Neonazi-Szene. "Diese Gruppe hat die Ausschreitungen dominiert." Begrich war bis zum späten Abend am Hasselbachplatz zugegen. "Sie haben die Polizei schnell mit Flaschen und ausgegrabenen Pflastersteinen angegriffen." Zu den Fans, die friedlich nach dem Spiel den Aufstieg des 1. FC Magdeburg gefeiert haben, müsse das deutlich abgegrenzt werden, sagte Begrich.

Der 1. FC Magdeburg distanzierte sich von den Randalierern. Vom Klub hieß es am Sonntag, mit solchen Leuten könne sich der Verein nicht identifizieren. Die Täter seien keine Fans, sondern eher kriminelle Kräfte.

Auch Sachsen-Anhalts Sport- und Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hat sich im Laufe des Tages zu Wort gemeldet und die Ausschreitungen verurteilt. Stahlknecht erklärte in einem öffentlichen Beitrag auf seiner Facebook-Seite, solche Gewalttäter gehörten öffentlich geächtet. "Wenn Freudenstimmung in blinder Zerstörungswut und Gewalt endet, dann läuft gehörig etwas schief."

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Quelle: MDR/sid,mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. April 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. April 2018, 15:52 Uhr

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138 Kommentare

24.04.2018 19:43 Fcm-OldieMartin 138

Wenn man eine verhängte Odnungsstrafe nicht bezahlt (oder nicht kann), bekommste eine Erzwingungshaft aufgebrummt. Das kann man in den einschlägigen Gesetzlichkeiten nachlesen. Bewirft man die Polizei mit Steinen und prügelt sie fast
krankenhausreif, biste nach wenigen Stunden wieder auf freiem Fuß. Deutschland...ein Rechtsstaat?

24.04.2018 16:16 wicky 67 137

@136: Jenaer:

Bezüglich ihres Beitrages @129, habe ich Sie leider völlig missverstanden. Das ist mir im Nachhinein auch ziemlich schnell bewusst geworden. Demzufolge nehme ich natürlich alles wieder zurück, was ich zu Unrecht in meinem Beitrag @134 an Sie geschrieben hatte. Das tut mir auch aufrichtig leid, weshalb ich mich hiermit auch in aller Form und Höflichkeit bei ihnen entschuldigen möchte!!!
Freundliche Grüße! wicky 67 ;-)

24.04.2018 13:21 Jenaer 136

@ wicky67
da hab ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt? Es war natürlich nicht meine Absicht, alle Fans über einen Kamm zu scheren. Mein Kommentar richtete sich auch nicht gegen die überwiegende Zahl friedlich feiernder Fans. Im Hinblick auf die Randalierer jedoch finde ich die Debatte, ob die Täter dem rechten oder linken politischen Spektrum angehören, nicht zielführend. Wer randaliert, muss die Konsequenzen dafür tragen, und dazu gehört nun mal die strafrechtliche Verfolgung.
PS: Falls Sie künftig wieder mal nicht meiner Meinung sein sollten (ist ihr gutes Recht), dann stellen Sie eine Rückfrage im Forum. Jemandes Kommentar als Schwachsinn zu bezeichnen ist nicht gerade die feine englische Art.
MfG
Jenaer