Neuer Autobahnabschnitt Erster Spatenstich für A14-Verlängerung

Am Mittwoch feiern Politik und Wirtschaft den Baubeginn eines weiteren Teilstückes der Autobahn 14 bei Colbitz. Derweil üben Naturschützer Kritik.

Seit 90 Jahren wird an der Autobahn gearbeitet, die einmal von Nossen bei Dresden bis nach Wismar an der Ostsee führen soll. Als erstes wurde ein Teilstück zwischen Halle und Leipzig geplant und gebaut – das war 1927. Danach ging es nur noch schleppend voran: Einige Abschnitte wurden zu DDR-Zeiten errichtet, der größte Teil der Strecke wurde erst nach der Wiedervereinigung gebaut. Nun geht es dem Lückenschluss zwischen Schwerin und Magdeburg einen Schritt entgegen.

Nördlich von Colbitz wird am Mittwochnachmittag der erste Spatenstich für den Weiterbau der Strecke gesetzt. "In drei Jahren können wir auf dieser A14 fahren", gibt sich Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) optimistisch. Es gibt aber einige Gründe, an dieser Einschätzung zu zweifeln. Immer wieder gab es in den letzten Jahren durch Klagen Verzögerungen.

Weitere Klagen könnten Bau verzögern

Auf einer Landkarte vom Norden Sachsen-Anhalts ist ein geplanter Bauabschnitt der A14 eingezeichnet
Bauarbeiten auf der A14 Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Als erstes sollen Bagger und andere schwere Baumaschinen nahe der B189 bei Cröchern über den Heideboden rollen. Dort sollen Brücken gebaut werden. Seit einem Jahr wurde der Bau laut Webel bereits vorbereitet: Es seien bereits Leitungen verlegt und Fragen des Artenschutzes geregelt worden.

Aber nicht alle Streitpunkte mit Naturschützern konnten bis zum Baubeginn geklärt werden. Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Sachsen-Anhalt, Ralf Meyer, übt Generalkritik: Er hält die Verlängerung der A14 aus verkehrlichen, naturschutzrechtlichen und aus Gründen des Lärmschutzes für überflüssig. "Wir hätten uns eine schlankere und schnellere Lösung mit Ortsumgehungen vorgestellt", meint Meyer.

Der BUND werde einen ganzen Katalog mit weiteren Forderungen zum Schutz der Umwelt einreichen, kündigt Meyer an. Der Naturschützer zeigt sich offen für Gespräche mit dem Verkehrsministerium – schließt aber auch juristische Schritte nicht aus.

Politik und Wirtschaft appellieren an BUND

Der Minister richtete einen Appell an die Autobahn-Gegner. Die A14 werde in der Altmark gewünscht, sagte er. Die Autobahn sei bedarfsgerecht, führt Webel mit Blick auf ein entsprechendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes aus. Er hofft, dass keine weiteren Klagen eingereicht werden, die das Projekt ausbremsen könnten.

Diesem Appell schließen sich Vertreter der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt an: In den Augen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg sind die Naturschutzverbände zum großen Teil für die Verzögerungen beim Ausbau der A14 verantwortlich. Vizepräsident Adolf Fehse warf dem BUND bei MDR SACHSEN-ANHALT "Klagewut" vor. Der LKW-Verkehr nehme in Zukunft um 60 Prozent zu; die Autobahn sei unverzichtbar.

Der Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, Hagen Maurer, begrüßte den Weiterbau und hob die Bedeutung der Autobahn für die wirtschaftliche Entwicklung der Altmark hervor.

Freie Fahrt ab 2022 in Aussicht

Auf die Frage, wann man auf der A14 bis zur Ostsee durchfahren könne, sagte Webel: "Wir versuchen das bis 2022 hinzukriegen." Sollte das klappen, wäre der Bau der Autobahn 95 Jahre nach Planungsbeginn endlich geschafft.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16.08.2017 | 17:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT Heute | 16.08.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/rj

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2017, 17:11 Uhr

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23 Kommentare

17.08.2017 18:40 haeuserkampf 23

60 % mehr Lkw-Verkehr? Dann verkommt die A2 vollends zur Todespiste. Dank Handelsabkommen? Oder sollen endlich die Panzer ungehindert nach Schnoeggersburg rollen koennen? Haeuserkampf in der Colbitz-Letzlinger Heide. Wie Hirn gewaschen sind wir Anwohner schon?

17.08.2017 16:28 Frauke Garstig 22

@ 21 Na ma gut, dass die CDU an den ersten Überlegungen zur Nord-Ost-Trasse im Jahr 1928 nicht dabei war, ansonsten wäre wohl Deutschland aufgrund der immenzen Steuergeldverschwendung schon lange pleite und auf der A14 müßte Tempo 40 gefahren werden, damit nicht das vergreiste Deutschland auf der Rollatorspur unter dem rasanten Verkehrsdruck einer Bundesautobahn zusammenbricht!

17.08.2017 14:27 Henne2003 21

20, Frauke Garstig: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Die A14 wurde 1927 (!) geplant, da gab zwar Herrn Webel sein (Ur-)Großvater, aber keine CDU.

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