Bilder von Blaualgen im Barleber See, fotografiert im Sommer 2017
Mit diesem Bild vom Sommer 2017 wollen die Demonstranten unter anderem auf die Situation aufmerksam machen, die herrscht, sobald es am Barleber See wärmer wird. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Protest und Petition Hilfeschrei für den Barleber See

Der Barleber See ist ein beliebtes Badeziel. Doch Blaualgen sind dort ein großes Problem. Mehrere hundert Menschen forderten die Stadt Magdeburg mit einer Demonstration am Ufer des Sees dazu auf zu handeln. Initiator Detlef Ohm hat außerdem eine Petition gestartet, die bereits mehr als 3.100 Menschen unterzeichnet haben.

Bilder von Blaualgen im Barleber See, fotografiert im Sommer 2017
Mit diesem Bild vom Sommer 2017 wollen die Demonstranten unter anderem auf die Situation aufmerksam machen, die herrscht, sobald es am Barleber See wärmer wird. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rund 600 Menschen haben am Sonntag in Magdeburg für den Erhalt des Barleber Sees demonstriert. Ihrer Meinung nach tut die Stadt Magdeburg nichts für das 104 Hektar große Naturareal. Im See bildeten sich mittlerweile jedes Jahr ab einer Wassertemperatur von 15 Grad Blaualgen. Teilnehmer beklagten, dass ein Bad im See bereits gesundheitliche Folgen mit sich bringe. Detlef Ohm hat eine Petition initiiert, um sich für den See stark zu machen.

Ohm sagte MDR SACHSEN-ANHALT, normalerweise bestehe eine Wasserqualität, dass man etwa drei bis fünf Meter nach unten schauen könne. Inzwischen sei das ganz anders. Mit Blick auf den zurückliegenden Sommer äußerte er: "Wir konnten die Hand nicht mehr im Wasser sehen." Das Wasser sei mit einer grünen Oberfläche belegt, "dass man sich ekelte". Von Juli bis Oktober sei der Zustand des Sees problematisch gewesen.

Die Kritik richtet sich an die Stadt und Oberbürgermeister Lutz Trümper. Sie spreche lediglich ein Badeverbot aus, stelle Warnschilder auf, anstatt sich des Problems ernsthaft anzunehmen.

Kritiker sehen Chancen, den See zu sanieren

"OB rette den See", skandierten die Demonstranten. Mit der Petition soll nun der politische Druck wachsen. Ohm sagt: "Es gibt viele Möglichkeiten, den See zu sanieren." Möglich sei zum Beispiel, den Grund neu auszubaggern oder Phosphate, die einen Nährboden für die Algen darstellen, zu binden.

Zwei Frau baden im Barleber See im Januar, aus Protest.
Einige der Protestierenden gingen baden, um ein Zeichen zu setzen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Problem werde in der Stadt bisher nicht ernst genug genommen, verdeutlicht Ohm, der selbst seit mehr als 30 Jahren mit dem See verbunden ist und Anlieger ist.

Mehr als 3.100 Menschen haben die Petition inzwischen unterschrieben, das Umweltproblem endlich anzugehen. Bis 18. Februar ist es noch möglich, die Petition zu unterzeichnen. Kommen mindestens 3.500 Unterschriften zusammen, sehen Ohm und die Unterstützer den Stadtrat in Zugzwang, das Thema wieder auf die Agenda zu setzen. Die Petition soll nach Beendigung an OB Trümper überreicht werden.

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Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Januar 2018 | 05:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2018, 07:20 Uhr

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4 Kommentare

22.01.2018 14:30 Max W. 4

@22.01.2018 12:50 Pattel (Was bedeutet seit einigen Jahren? 30 Jahre les ich hier und 30 Jahre habt ihr das hingenommen. 30 Jahre hat niemand gekämpft. Nun passt es zur politischen Stimmung das Fass neu aufzumachen.)

Selten so einen Schmonzes gelesen: Es ist ein gutes Zeichen, das die Betroffenen nicht mehr(!) einfach hinnehmen, was ihnen die Herrschenden Verhältnisse vor die Füsse k....n. Das darf man als hoffentlich endlich auch in Sachsen-Anhalt einsetzende politische Emanzipation im Musterland der bräsigen Hauptsachearbeit-Untertanen begrüssen.

Abgesehen davon ist es vollkommen gleichgültig, wie lange eine Schweinerei eine Schweinerei ist.
Sie ist eine.

22.01.2018 12:50 Pattel 3

Was bedeutet seit einigen Jahren?
30 Jahre les ich hier und 30 Jahre habt ihr das hingenommen. 30 Jahre hat niemand gekämpft.
Nun passt es zur politischen Stimmung das Fass neu aufzumachen.
Wünsche echt viel Erfolg und schlagt doch eine Beteiligung der Anwohner an den Kosten vor.

22.01.2018 11:34 Max W. 2

"Die Kritik richtet sich an die Stadt und Oberbürgermeister Lutz Trümper. Sie spreche lediglich ein Badeverbot aus, stelle Warnschilder auf, anstatt sich des Problems ernsthaft anzunehmen."

Das Problem und seine Ursachen sind wohl bekannt, etwa in Niedersachsen: Dümmer See und Steinhuder Meer (s. d.). Um das Problem nachhaltig an der Quelle zu lösen müsste sich Herr Trümper mit der Agrarlobby anlegen, also zwei Finger der Hand beissen, die seinesgleichen füttert und politisch im Griff hat. Das wäre auch nicht Sache des OB, sondern mindestens der Landesregierung: Wieviele der Demonstranten haben letztlich CDU gewählt? Eben.