Neues Logistikzentrum Tausend neue Arbeitsplätze bei Amazon in Osterweddingen

Ende 2020 soll ein neuer Amazon-Standort in Osterweddingen den Betrieb aufnehmen. Das Unternehmen sucht tausend neue Mitarbeiter. Während der Bürgermeister der Gemeinde sich darüber freut, übt die Gewerkschaft ver.di Kritik.

Der Online-Versandhändler Amazon will in seinem neuen Logistikzentrum im Bördekreis mehr als 1.000 Mitarbeiter einstellen. Das kündigte Amazon am Donnerstag an. Der Standort Osterweddingen bei Magdeburg soll Ende des Jahres in Betrieb gehen. Von dort aus sollen Produkte in die Region und nach ganz Europa geliefert werden. Dabei soll es sich vor allem um sogenannte "Non-Sort"-Produkte wie Haushaltsgegenstände oder Spielzeug handeln.

Unternehmenssprecher Stephan Eichenseher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Suche nach Beschäftigten habe jetzt begonnen. Zunächst gehe es um Fachkräfte für IT, Buchhaltung, Technik und Logistik. Im nächsten Schritt gebe es Ausschreibungen für die Versandarbeit.

Kritik von Gewerkschaft an Löhnen

Landrat Martin Stichnoth (rechts), Stephan Eichenseher, Amazon (Mitte), Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner
Landrat Martin Stichnoth (links), Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher (Mitte) und Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner (rechts) bei der Besichtigung der Amazon-Baustelle. Bildrechte: MDR/Mario Köhne

Der Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal, Jörg Methner, nannte die geplanten 1.000 Arbeitsplätze "eine tolle Sache" für die Region. Er sei fest überzeugt, dass damit viele Menschen aus der Umgebung eine Arbeit finden könnten. Die Nachfrage sei groß. Methner hofft darauf, dass seine Gemeinde durch den neuen Logistikstandort auch von den Steuern profitiere. Amazon habe das fest zugesagt.

Kritik kommt allerdings von der Gewerkschaft ver.di. Sie fordert erneut, dass der Konzern in Tarifverhandlungen einsteigen und den Beschäftigten den Tariflohn des Einzelhandels zahlen solle. Bisher zahle das Unternehmen die niedrigeren Löhne der Logistikbranche, so ver.di.

Der Amazon-Sprecher Eichenseher weist die Kritik zurück. Er betonte, dass die Beschäftigten ein sehr gutes Gehalt, einen sicheren Arbeitsplatz sowie Weiterbildungsangebote erhielten. Verhandlungen über einen Tarifvertrag halte er für unnötig. Laut Eichenseher bekommen Amazon-Mitarbeiter ohne Qualifikation mindestens 11,10 Euro pro Stunde – mit Zusatzleistungen seien das etwa 2.500 Euro durchschnittlich im Monat.

Weniger Jobs als geplant

Eigentlich sollte das neue Logistikzentrum bereits im vergangenen Dezember den Betrieb starten. Doch weil an dem Standort eine neue Logistiktechnologie genutzt werden soll, verzögerte sich der Start. Nun soll das Logistikzentrum zum kommenden Weihnachtsgeschäft Ende 2020 einsteigen.

Durch die genutzte neue Technologie entstehen auch deutlich weniger Jobs als gedacht. Ursprünglich war von mehr als 2.000 neuen Arbeitsplätzen die Rede gewesen.

Mehrere Millionen Euro investiert

Amazon soll mehrere Millionen Euro in den Standort investiert haben. Zur genauen Summe will sich Amazon nicht äußern. Aktuell wird in einem Gewerbegebiet auf einer Fläche von 45 Hektar unter anderen eine neue Logistikhalle gebaut. Ein Teil der 200 Meter breiten und 500 Meter langen Halle ist bereits fertig. Bis 2023 soll das Gewerbegebiet eine eigene Abfahrt auf der B81 bekommen.

Als Grund für den Aufbau eines weiteren Standorts gibt Amazon die wachsende Kundennachfrage an. Außerdem wolle das Unternehmen das Produktangebot vergrößern und die steigende Zahl an kleinen, unabhängigen Verkäufern bei Amazon unterstützen, die für Versand und Lagerung ihrer Produkte die Logistik von Amazon nutzten.

Amazon-Baustelle in Osterweddingen
Bis 2023 soll das Gewerbegebiet in Osterweddingen sogar eine eigene Abfahrt von der Bundesstraße haben. Bildrechte: MDR/Mario Köhne

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Die Lager- und Logistikhalle von Amazon in Osterweddingen.
Die Lager- und Logistikhalle von Amazon in Osterweddingen. Bildrechte: MDR/Mario Köhne

Quelle: MDR/aso

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 23. Januar 2020 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2020, 20:38 Uhr

1 Kommentar

Hotzenplotz vor 4 Wochen

Ver.di sollte mal Nachhilfe nehmen, Amazon ist als Logistikunternehmen registriert, nicht als Einzelhändler. Dieser Verein ver.di kann nur rummotzen und liefert nichts Konkretes, ihm fehlen wohl die Mitglieder die Beitrag zahlen um das Gehalt der Bonzen auf hohem Niveau zu halten?? Gerade dort sollte man nach Leistung zahlen!!

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