Vogelgrippe Geflügelpest im Landkreis Börde ausgebrochen

In einem Landwirtschaftsbetrieb im Landkreis Börde ist die sogenannte Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ausgebrochen. Etwa 20.000 Puten müssen getötet werden. Die aviäre Influenza ist eine hochansteckende Viruskrankheit bei Hühnern und Puten.

Einsatzkräfte in Schutzanzügen sind auf einem Bauernhof im Einsatz
Maßnahmen gegen die Vogelgrippe: Einsatzkräfte waren auf dem betroffenen Bauernhof im Einsatz. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss

In einem landwirtschaftlichen Betrieb in Wieglitz, einem Ortsteil von Bülstringen im Landkreis Börde, ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Das teilte der Landkreis Börde am Montag mit. Das Gebiet "um den Seuchenbestand Ellersell, Wieglitz und Uthmöden" werde ab sofort überwacht, so der Leiter des Amtes für Veterinärwesen, Dr. Hans-Joachim Krohm, und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Börde in der Mitteilung.

Schutzmaßnahmen ab sofort

Dass es sich um Vogelgrippe handelt, hat das Friedrich-Löffler-Instititut am Montagabend amtlich bestätigt. Der Landkreis Börde hat daraufhin am Dienstag eine tierschutzrechtliche Allgemeinverfügung erlassen. Darin sind Verhaltensregeln für alle Geflügelhalter rund um Wieglitz festgeschrieben.

Demnach ist laut Landkreis Börde um Woeglitz herum ein sogenannter Sperrbezirk von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von zehn Kilometern eingerichtet werden.

Außerdem seien alle Geflügelhalter in der Überwachungszone angewiesen worden, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. "Jeder Verdacht der Erkrankung auf Geflügelpest ist ab sofort umgehend dem Veterinäramt zu melden", so Krohm. Für den Menschen bestehe keine Gefahr, so der Landkreis in seiner Mitteilung. Die angeordneten Maßnahmen dauern bis zur Aufhebung der Allgemeinverfügung an.

Vorsichtsmaßnahmen Vogelgrippe in Wieglitz festgestellt

Einsatzkräfte in Schutzanzügen sind auf einem Bauernhof im Einsatz
Auf einem Geflügelhof in Wieglitz im Bördekreis ist am Sonntag die Geflügelpest ausgebrochen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
Einsatzkräfte in Schutzanzügen sind auf einem Bauernhof im Einsatz
Auf einem Geflügelhof in Wieglitz im Bördekreis ist am Sonntag die Geflügelpest ausgebrochen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
Geflügel in einem Betrieb
Die sogenannte aviäre Influenza ist eine hochansteckende Viruskrankheit von Hühnern und Puten. Auch viele andere Vögel sind empfänglich. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
Einsatzkräfte des THW laufen auf einer Straße
Nach Angaben des Landkreises, unter Berufung auf Experten, ist die Geflügelpest jedoch für den Menschen ungefährlich. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
Ein Dekontaminations-Container steht auf einem Bauernhof
Um eine Ausbreitung zu verhindern, hat der Landkreis Börde umgehend Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
Einsatzkräfte in Schutzanzügen sind auf einem Bauernhof im Einsatz
Ein Großaufgebot von Feuerwehr, THW und Seuchenbekämpfern ist im Einsatz gewesen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
Einsatzkräfte in Schutzanzügen sind auf einem Bauernhof im Einsatz
Es soll der ganze Betrieb mit mehreren tausend Puten betroffen sein. Alle Tiere müssen nun getötet werden, um ein Ausbreiten der Pest zu verhindern. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, Schleusen wurden eingerichtet.  Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
Eine Desinfizierstrecke ist auf einer Straße ausgerollt
Nach Angaben des Veterinäramtes sind umgehend alle Geflügelhalter im Umkreis angewiesen, Schutzmaßnahmen zu realisieren. Jeder Verdacht der Erkrankung auf Geflügelpest sei ab sofort umgehend dem Veterinäramt zu melden.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 30.03.2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/pat
Bildrechte: MDR/Matthias Strauss
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20.000 Puten betroffen

Insgesamt sei in Wieglitz ein Bestand von 20.000 Puten betroffen, bestätigte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums am Montagabend in Magdeburg. Die Tiere würden getötet. Ein Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT berichtete, dass damit bereits am Montagabend begonnen worden ist. Über Nacht hätten etliche Lkw das Gelände verlassen und Puten abtransportiert.

Bereits Montagmachmittag waren Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerkes (THW) und Seuchenbekämpfer vor Ort im Einsatz.

Experten: Vogelgrippe-Ausbruch war erwartbar

Die Vogelgrippe wurde im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung festgestellt. Wegen einer erhöhten Sterblichkeit seien Proben aus dem Tierbestand entnommen und auf verschiedene Erreger untersucht worden, heißt es vom Landkreis.

Experten hatten schon länger einen Ausbruch der Vogelgrippe in Sachsen-Anhalt erwartet. Im Januar 2020 war der Vogelgrippe-Erreger H5N8 nahe der polnischen Grenze in Brandenburg festgestellt worden. Den letzten großen Vogelgrippe-Fall in Sachsen-Anhalt gab es zwischen Ende 2016 und Anfang 2017. Damals mussten 43.000 Tiere getötet werden.

Update: Dieser Artikel ist nach Eingang einer Pressemitteilung des Landkreises Börde am Dienstag nachträglich aktualisiert worden.

Quelle: MDR,dpa/mp,ld,pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. März 2020 | 20:00 Uhr

2 Kommentare

Petras vor 25 Wochen

In Polen, Bulgarien, Ungarn und zuletzt in einer abgeschotteten Puten-Elternhaltung in Niedersachsen und jetzt in einer Puten-Massenhaltung m geschlossenen Stall in Sachsen-Anhalt betraf das Virus H5N8 vor allem industrielle Grossbetriebe und wenige Hobbyhaltungen. Wildvögel wurden trotz Suche fast keine gefunden. Das zeigt, dass das Virus in der Geflügelindustrie präsent ist. An Austrägen durch Kotdünger oder Transporter stecken sich einzelne Wildvögel mal an, sie verbreiten das Virus aber kaum weiter, denn draussen ist die Ansteckungsgefahr gering, wie man daran sieht, dass ausser der einen Wildgans nichts weiter gefunden wurde.

Die Ministerin handelt daher besonnen und vernünftig und durchaus im Interesse der Tiergesundheit, wenn sie angesichts der Lage keine Stallpflicht anordnet. In geschlossenen Ställen tritt oft Federpicken oder sogar Kannibalismus auf, denn Tiere haben ein Bedürfnis nach Bewegung und frischer Luft, die gesund erhalten und können draussen mehr Abstand halten.

Denkschnecke vor 25 Wochen

Wenn Sie da Sorge haben, sollten Sie vielleicht gerade mal kein Geflügel aus Großbetrieben essen...

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