Ein Absperrband ist vor einem Eingang des Geländes des Versandzentrums von Hermes in Haldensleben gespannt
Nach den zwei Todesfällen gab es am Mittwoch einen großen Feuerwehr- und Polizeieinsatz bei Hermes. Der Betrieb wurde zwischenzeitlich eingestellt. Bildrechte: dpa

Obduktion-Ergebnis Entwarnung: Mitarbeiter von Hermes in Haldensleben starben natürlichen Todes

Die beiden toten Mitarbeiter vom Hermes-Versandzentrum in Haldensleben sind eines natürlichen Todes gestorben. Bei einer Obduktion wurden keine Hinweise auf Vergiftungen gefunden. Die Männer waren Dienstag kurz hintereinander gestorben. Das hatte viele Fragen aufgeworfen.

Ein Absperrband ist vor einem Eingang des Geländes des Versandzentrums von Hermes in Haldensleben gespannt
Nach den zwei Todesfällen gab es am Mittwoch einen großen Feuerwehr- und Polizeieinsatz bei Hermes. Der Betrieb wurde zwischenzeitlich eingestellt. Bildrechte: dpa

Die beiden toten Mitarbeiter von Hermes in Haldensleben sind eines natürlichen Todes gestorben. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag. Zunächst hatte die "Volksstimme" darüber berichtet.

Die Obduktion der 45 und 58 Jahre alten Männer hat nach Angaben des Polizeisprechers keine Hinweise auf mögliche Vergiftungen ergeben. Beide seien in der Rechtsmedizin in Magdeburg untersucht worden.

Werk am Dienstag evakuiert

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In diesem Transporter starb einer der beiden Hermes-Mitarbeiter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Männer waren in der Nacht zu Dienstag und am Dienstagnachmittag gestorben – ein Betriebstechniker auf dem Werksgelände, ein Fahrer in einem Transporter des Unternehmens. Weil zwei Todesfälle in kurzer Zeit nicht nur der Polizei verdächtig vorkamen, begann noch Dienstagabend ein Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr: Das Werk wurde evakuiert, die Nacht- und Spätschicht nach Hause geschickt. Zeitweise waren 160 Kräfte von Feuerwehr und Polizei im Einsatz.

Am Mittwoch war schließlich der Transporter untersucht worden, in dem der 45 Jahre alte Hermes-Mitarbeiter leblos aufgefunden wurde. Ermittler wollten herausfinden, ob möglicherweise Schadstoffe für den Tod verantwortlich sein könnten. Dafür waren sogar Spezialisten aus Berlin nach Haldensleben gekommen. Die Befürchtung hatte sich aber bereits im Laufe des Mittwochs als unwahrscheinlich herausgestellt. Die Polizei war schon da davon ausgegangen, dass eine Verkettung unglücklicher Umstände vorliegt. Mit dem Ergebnis der Obduktion hat sich diese These nun bestätigt.

Betrieb läuft seit Mittwochabend wieder

Auf einer Wiese liegen Reste einer Polizeiabsperrung, im Hintergrund stehen brennende Kerzen, daneben weiße Rosen.
Nahe des Hermes-Versandzentrums erinnern Kerzen und Rosen an die verstorbenen Hermes-Mitarbeiter. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Nachdem die Behörden am Mittwoch Entwarnung gegeben hatten, wird bei Hermes seit 22 Uhr am Mittwoch wieder regulär gearbeitet. Weil der Betrieb 24 Stunden stillstand, waren aber zahlreiche Pakete mit rund 600.000 Artikeln liegen geblieben. Das abzuarbeiten, wird nach Einschätzung der Hermes-Geschäftsführung rund zwei Tage dauern. Kunden benötigen bis dahin Geduld.

Nahe des Werksgeländes erinnern inzwischen Kerzen und weiße Rosen an die beiden Verstorbenen.

3.000 Mitarbeiter am Standort Haldensleben

Im Hermes-Paketzentrum in Haldensleben werden Warensendungen sortiert und bearbeitet. Das Logistikzentrum liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich von Magdeburg und ist, laut Unternehmen, eines der europaweit größten seiner Art.

Am Standort Haldensleben werden etwa 3.000 Mitarbeiter beschäftigt und jährlich bis zu 200 Millionen Artikel bearbeitet. Hermes gehört wie unter anderem der Versandhandel Baur und Bon Prix zur Otto-Group.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17. Oktober 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2019, 12:12 Uhr

7 Kommentare

nnamdnas vor 3 Wochen

Sachsen-Anhalt, wir stehen früher auf. Das sind die Folgen davon. Bekannt ist das manche Paketfahrer schon im Sommer ihre Weihnachtsgeschänke kaufen. Und das nicht ohne Grund. Unter besseren Arbeitsbedingungen hätten diese Männer vielleicht ihre Renten einmal genießen können.

Anhaltiner vor 3 Wochen

Entwarnung: Mitarbeiter von Hermes in Haldensleben starben natürlichen Todes. Das sollte man aber auch dann glauben. Bei einem Alter von 45 und 58 doch völlig normal.

Strafrechts-Profit-eur vor 3 Wochen

Dass die Mitarbeiter natürlichen Todes gestorben sind, wage ich zu bezweifeln.

natürlicher Tod ist mit 90 bis 95 Jahren.

ich bin in Marzahn von einem Hermes-Fahrer gefragt worden, ob ich für einen anderen Mieter ein Paket annehmen würde.

Dieser Fahrer sah völlig erschöpft aus. Als Arzt hätte ich dem sofort eine Krankschreibung angeboten und ihm dringend geraten, diese anzunehmen.

Man sollte doch mal die Arbeitsbedingungen bei Hermes genauer unter die Lupe nehmen.

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