Kleinstadthelden Loitsche: Wie aus einer alten Scheune ein Kultur- und Bildungszentrum wurde

In Loitsche im Landkreis Börde gibt es ein besonderes Projekt zur Freizeitgestaltung und Bildung. Der Verein Werk- und Kulturscheune hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Bildungsort zu dienen und eine Mitmachwerkstatt anzubieten. In dem sogenannten Makerspace können sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ausprobieren. Jeder ist willkommen.

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Der Vereinsvorsitzende Benjamin Otto vor dem Makerspace Loitsche Bildrechte: MDR/Nicole Franz

In Loitsche wurde eine alte Scheune und Stallanlage in einen Makerspace umgebaut. Benjamin Otto, der Vorsitzende des Vereins Werk- und Kulturscheune erklärt: "Sinn und Zweck der Arbeit hier ist, dass junge Menschen ihre Begabungen und Fähigkeiten entdecken und ausprobieren können."

Dazu gibt es in der Makerspace jede Menge Möglichkeiten. Das Bildungs- und Kulturzentrum hat neben einer Jugendwerkstatt auch einen Musik- und Kreativraum. Außerdem gibt es eine Gruppenküche und auch Schlafraum mit Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 20 Personen.
"Diese Räume stehen allen Menschen der Zivilgesellschaft zur Verfügung. Man kann sich hier Privat einmieten und Feiern. Man kann hier neue Technologien entdecken, rumspielen mit 3D-Druckern oder mit Laserschneidern und so weiter. Es gibt Seminare für Schulklassen und eine offene Werkstatt, wo jeder kommen und basteln kann, so wie er möchte", beschreibt Otto.

Durch Corona mehr Improvisation und neuer Umgang

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Deborah Otto (links) und Natlie Karlapp (rechts) während des Online-Fotografiekurses. Bildrechte: MDR/Nicole Franz

In Zeiten von Corona mussten die Angebote an die Umstände angepasst werden. Während vor der Pandemie Angebote wie Textilcolouring oder das gemeinsame Bauen eines Paletten-Pools kein Problem war, sieht es jetzt anders aus.

Sandra Kirchmann, Jugendkoordinatorin Verbandsgemeinde Elbe-Heide sagt: "Da wir durch Corona keine Gruppen empfangen können, streamen wir ganz viel, um den Kontakt zu den Jugendlichen zu behalten. Und ihnen auch zu zeigen: ,Hallo, wir sind da für euch. Auch in dieser etwas anderen Zeit‘."

Zuletzt gab es von Deborah Otto und Natalie Karlapp, beide Medienmanagement-Studierende, einen Fotografie Workshop. "Das Problem war dieses Jahr, dass wir das Online durchführen müssen. Letztes Jahr haben wir zusammen einen Film gedreht und geschnitten. Das war dieses Jahr aufgrund der Zeit und wegen des Formats nicht möglich", sagt Natalie Karlapp.

Makerspace – ein Ort für alle

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Der Tischler Joachim Könitz ist im Makerspace am werkeln. Bildrechte: MDR/Nicole Franz

Die Makerspace ist nicht nur ein Ort für Jugendliche. Joachim Könitz ist selbstständiger Tischler und auch Nutzer des Makerspaces. Er hält sich hauptsächlich im Werkstattbereich in der Kulturscheune auf. Für ihn sei vor allem das Miteinander und gemeinsame Philosophieren über Ideen das besondere. "Ich finde es wunderbar, dass die Kulturscheune nicht nur ein Anlaufpunkt ist für die Jugendlichen ist,  sondern auch für Unternehmer, die sich mit den Technologien auseinandersetzen wollen", sagt Könitz.

Vorbereitungen auf die Weihnachtszeit

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Die Jugendkoordinatorin Sandra Kirchmann mit selbstgebastelter Weihnachtsdeko Bildrechte: MDR/Nicole Franz

Die Jugendkoordinatorin Sandra Kirchmann organisiert auch selbst Jugendprojekte in dem Makerspace. Aktuell geht es um die Vorbereitung auf die Weihnachtszeit. Mit einer besonderen Falttechnik werden Fröbelsterne aus alten Erntedankflyern gebastelt. Kirschmann sagt: "Hintergrund dabei ist es, den Kindern und Jugendlichen zu zeigen: Mensch wir haben da was zu Hause, ihr müsst nicht alles wegwerfen, ihr könnt das wieder verwenden und dadurch Müll vermeiden."

Ein Kooperationsprojekt

Die Werk- und Kulturscheune ist ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelischen Jugend und Kirche und der Kommune. Sie haben den Verein zusammen gegründet und betreiben die Makerspace gemeinsam. Der Umbau der Scheune wurde von der EU über LEADER-Mittel gefördert – ein Programm zur ländlichen Förderung. Da es für den Verein keine weiteren Zuschüsse von staatlicher und kirchlicher Seite gibt, finanziert sich das Makerspace über Spenden und Sponsorengelder.

Quelle: MDR/vö

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