Gedenkstätte an der A2 Neue Dauerausstellung am Grenzübergang Marienborn

Am früheren DDR-Grenzübergang in Marienborn ist am Dienstag eine neue Dauerausstellung vorgestellt worden. In neun Kapiteln werden neue historische Erkenntnisse und die Geschichte der Grenzregion präsentiert.

Gedenkstätte Marienborn
Am Freitag öffnet die neue Dauerausstellung in Marienborn für Besucher. Bildrechte: dpa

In der Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn wurde am Dienstag eine neue Dauerausstellung vorgestellt. Die Schau trägt den Titel "Die DDR-Grenzübergangsstelle Marienborn. Schauplatz des Ost-West-Konflikts im geteilten Deutschland". Wegen der Corona-Beschränkungen muss die geplante feierliche Eröffnung ausfallen. Stattdessen ist am Freitag nur eine kleine Gruppe zum Rundgang geladen – darunter Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch und Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU). Für Besuchende ist die Austellung ebenfalls ab Freitag geöffnet.

Grenzgeschichte in neun Kapiteln

Nach Angaben der Gedenkstätte wurde die erweiterte Dauerausstellung im Besucherzentrum im ehemaligen Dienstgebäude zwei Jahre lang vorbereitet. So wolle man neuen historischen Erkenntnissen zur deutschen Nachkriegsgeschichte sowie veränderten Erwartungshaltungen an einen Gedenkstättenbesuch Rechnung tragen. "Es kommen immer mehr Menschen zu uns, die die Grenzübergangsstelle nicht mehr selbst erlebt haben", sagte Gedenkstättenleiter Sven Sachenbacher.

Neun Kapitel erzählen die Geschichte des Ortes an der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, an dem Reisende kontrolliert und schikaniert wurden, aber auch von geglückten und misslungenen Fluchten, dem Leben im Zonenrandgebiet und der Friedlichen Revolution.

Gedenkstätte besteht seit 1996

Die Grenzübergangsstelle Marienborn war die größte und bedeutendste an der innerdeutschen Grenze außerhalb Berlins. Rund 1.000 Bedienstete versahen auf dem 35 Hektar großen Areal zu DDR-Zeiten ihren Dienst. Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn besteht seit 1996. Am 9. November 2019 wurde ein neues Besucherleitsystem mit Informationstafeln auf dem Außengelände eröffnet. Die neue Ausstellung hat laut der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt 830.000 Euro gekostet.

#MDRklärt So viele Menschen starben an der DDR-Grenze in Sachsen-Anhalt

An der innerdeutschen Grenze starben viele Menschen. Insgesamt sollen es über 200 gewesen sein. Ein Großteil starb im Grenzbereich des heutigen Sachsen-Anhalt.

Der Kommandoturm an der ehemaligen Grenzübergangsstelle Marienborn
Bildrechte: imago images/Christian Schroedter
Der Kommandoturm an der ehemaligen Grenzübergangsstelle Marienborn
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75 Menschen starben an der Grenze im heutigen Sachsen-Anhalt.
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Die Hälfte der Toten war unter 25 Jahre alt. Nur jeder 5. war älter als 35 Jahre. Die meisten Toten waren männlich.
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Etwa die Hälfte der Opfer starb durch Schüsse. 14 traten auf Minen. 11 ertranken. 9 begingen Suizid nach ihrer Verhaftung.
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Blick über die Berliner Mauer nach Ostberlin zum Klub der Voklssolidarität an der Bernauer Strasse, 1980.
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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. Juli 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Heimatloser vor 19 Wochen

.....und WER denkt an die vielen Grenzpolizisten,Grenzsoldaten,die erschoßen
wurden?Nur die ehemaligen Kameraden!

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