Gewächshaus mit Pflanzen.
Anbau in Osterweddingen – damals noch unter dem holländischen Investor (Archivbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sechs Hektar Grün Neuer Eigentümer für Gewächshäuser in Osterweddingen

Eine der größten Gewächshausflächen Deutschlands ist verkauft – die Gewächshäuser im Gewerbegebiet Osterweddingen im Landkreis Börde. Eine Firma aus der Nähe von Köthen übernimmt die Anlage von der insolventen holländischen Firma. Für den Betriebsstart im kommenden Jahr werden Mitarbeiter gesucht.

Gewächshaus mit Pflanzen.
Anbau in Osterweddingen – damals noch unter dem holländischen Investor (Archivbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Gewächshäuser im Gewerbegebiet Osterweddingen im Landkreis Börde sind verkauft. Wie die Gemeinde Sülzetal MDR SACHSEN-ANHALT bestätigte, übernimmt die Wimex-Gruppe aus Baasdorf bei Köthen die mehr als sechs Hektar große Anlage. Das Tochterunternehmen "Bördegarten" will in Osterwedddingen unter anderem Tomaten, Gurken und Paprika anbauen.

Jorg van de Wilt und Helmut Rehhahn im Erdbeer-Gewächshaus in Osterweddingen
Der damalige niederländische Investor Jorg van de Wilt (l.) im damaligen Erdbeer-Gewächshaus in Osterweddingen (2017). Bildrechte: MDR/Vera Wolfskämpf

Die Anlage ist eine der größten Gewächshausflächen Deutschlands. Sie war von einer holländischen Firma vor mehr als einem Jahr errichtet worden. Im Sommer hatte sie Insolvenz anmelden müssen. In die Anlage will der neue Eigentümer Wimex nun rund fünf Millionen Euro investieren. Das sei, sagte der Leiter des Wimex-Standorts in Baasdorf, eine der größten Investitionen der Firmengeschichte. Mit dem Geld soll die Anlage fertiggestellt werden, so Chef Claus Möllmann gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT. Das Geld soll in das Außengelände, Tore, den Bau eines Sozialgebäudes und in das noch unfertige Gewächshaus fließen.

Ein Schritt nach vorn

Der Oberbürgermeister von Sülzetal, Jörg Methner, sieht die Zukunft des Gewächshauses positiv: "Für mich ist es ganz, ganz wichtig, dass es dort weitergeht und dass keine Ruine entsteht." Ein Gewächshaus in einem Gewerbegebiet vor den Toren Magdeburgs sei ein Exot und würde Menschen anziehen. "Man sieht dort riesige Dachflächen aus Glas. Es ist schon toll zu sehen, wie unter der Fläche von mehreren Fußballstadien Gemüse produziert wird", so Methner.

Sülzetals Bürgermeister Jörg Methner am Telefon
Sülzetals Oberbürgermeister Jörg Methner Bildrechte: MDR/Mario Köhne

Das erste Gespräch zwischen Bürgermeister und Betreiber habe es bereits gegeben. Es sei gut gelaufen. "Ich bin auch sehr froh und stolz, dass es ein Betreiber aus Sachsen-Anhalt ist – jemand aus der Region, der sich mit dem Anbau von Gemüse auskennt. Es ist ein Schritt nach vorn", so Methner. Der Oberbürgermeister habe der Firma jegliche Unterstützung angeboten.

Erntehelfer und Gartenbauingenieure gesucht

Für den Betriebsstart im kommenden Jahr suche man laut Wimex noch Mitarbeiter. Etwa 30 bis 40 Erntehelfer, Gärtner und Gartenbauingenieure werden gebraucht. Bisher baut das Unternehmen nur Gemüse auf Feldern, nicht aber im Gewächshaus an. Zudem ist es für Geflügelzucht bekannt. Nun wolle man das Portfolio ergänzen. Mimex hat etwa 1.000 Mitarbeiter und ist seit 25 Jahren in den neuen Bundesländern aktiv.

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. Dezember 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 20:54 Uhr

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4 Kommentare

13.12.2018 12:06 Magdeburger 4

Ne Tomate,geht nicht! Mal ins Gespräch gekommen mit einen von den Polen?! Denke mal nicht...

12.12.2018 11:22 Leser 3

Dabei wollten sie in sangerhausen groß raus kommen. Aber wurden nie gesehen zu Beratungen. Hatte gleich Bauchschmerzen, als ich nach ihnen googelte. Wann öffnen die Verantwortlichen mal endlich generell ihre Augen, bevor solche Leute aktiv werden. Einfach nur traurig.

12.12.2018 10:18 Tomate 2

@1: Polnische zu fairen Löhnen geht nicht oder was?