Abschnitt Colbitz-Tangerhütte freigegeben A14 wächst weiter Richtung Ostsee

An der Nordverlängerung der A14 wird seit Jahren gebaut. Eine weitere Lücke wurde nun geschlossen. Die 8,5 Kilometer lange Strecke zwischen Colbitz und Tangerhütte ist seit Montagnachmittag für den Verkehr freigegeben. Zur feierlichen Eröffnung kamen Landesverkehrsminister Webel und Bundesverkehrsminister Scheuer.

Ein symbolisches Band weist auf die Eröffnung eines neuen Teilstücks der Autobahn 14 hin.
Seit Mitte September ist die Strecke Colbitz-Tangerhütte für Auto- und Lkw-Fahrer frei. Bildrechte: dpa

Zwischen Colbitz und Tangerhütte ist am Montag ein weiterer Abschnitt der A14 in Richtung Ostsee freigegeben worden. Zur einem Festakt am Vormittag kamen unter anderem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU). Scheuer kündigte an, dass der Bund in den Bau der Nordverlängerung in Sachsen-Anhalt 800 Millionen Euro investieren will. 2027 soll die Autobahn zwischen Magdeburg nach Schwerin fertig gebaut sein.

Webel: Baufortschritt ein gutes Signal für die Altmark

Bei der festlichen Eröffnung sagte Webel: "Ein Traum wird wahr. Die A14 ist heute in der Altmark angekommen." Besonders für die Altmärker, die sich die Autobahnanbindung sehnlichst wünschten, sei dieser Baufortschritt ein gutes und wichtiges Signal.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte vorab, dass die Nordverlängerung "das beste Konjunkturprogramm für den Norden Sachsen-Anhalts" sei. Die Freigabe mache bewusst, dass sich die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit eines Landes nach wie vor am Zustand und an der Modernität seiner Infrastruktur entscheide.

Colbitz – Tangerhütte Weiterer Abschnitt auf A14 für Verkehr frei


Ein Auto fährt auf einer leeren Autobahn
Auf der Nordverlängerung der A14 ist ein weiteres Teilstück fertig gebaut worden. Die Strecke Colbitz – Tangerhütte ist seit Montagnachmittag für Auto- und Lkw-Fahrer frei. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis
Ein Auto fährt auf einer leeren Autobahn
Auf der Nordverlängerung der A14 ist ein weiteres Teilstück fertig gebaut worden. Die Strecke Colbitz – Tangerhütte ist seit Montagnachmittag für Auto- und Lkw-Fahrer frei. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis
Menschen halten Schilder, auf denen steht "A14 jetzt"
Bei der feierlichen Eröffnung am Vormittag versammelten sich Politiker und Befürworter der A14 bei der Anschlussstelle Lüderitz. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis
Eine Autobahn wird für den Verkehr freigegeben.
Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) sagte: "Ein Traum wird wahr. Die A14 ist heute in der Altmark angekommen." Besonders für die Altmärker, die sich die Autobahnanbindung sehnlichst wünschten, sei dieser Baufortschritt ein gutes und wichtiges Signal. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis
Landesverkehrsminister Webel und Bundesverkehrsminister Scheuer stehen auf einer Bühne
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte: "Heute wird die größte Lücke im deutschen Autobahnnetz ein Stück kleiner." Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis
Mehrere Personen schneiden ein Band durch
Im Anschluss wurde das obligatorische Band durchgeschnitten. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis
Landesverkehrsminister Webel und Bundesverkehrsminister Scheuer halten ein Stück Band in den Händen
Die am Montag geöffnete Strecke ist der zweite fertige Abschnitt in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis
Autos fahren auf einer leeren Autobahn
Nach dem Festakt fuhr der Konvoi mit den Verkehrsministern von Dolle nach Colbitz und zurück. Danach wurde die 8,5 Kilometer lange Strecke für den Verkehr freigegeben. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis
Eine Autobahn wird für den Verkehr freigegeben.
Von der 155 Kilometer langen Strecke von Magdeburg über Wittenberge bis Schwerin sind aktuell 53 Kilometer befahrbar. Das Gesamtprojekt soll 2027 fertig sein.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. September 2020 | 12:00 Uhr

Quelle: MDR/sp, dpa
Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis
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Bau des Teilstücks lief "reibungslos"

An dem 8,5 Kilometer langen Stück zwischen Colbitz und Tangerhütte hatten Baufirmen drei Jahre gearbeitet. Nach Informationen des Bauleiters Steffen Kauert verliefen die Arbeiten ohne Probleme. Ursprünglich war geplant gewesen, den Abschnitt im November 2020 fertigzustellen. Die Kosten für das Teilstück liegen bei 98 Millionen Euro.

Laut Kauert wird es zwischen Colbitz und Tangerhütte keine Geschwindigkeitsbegrenzung geben. Auch das Tempolimit auf der Strecke Wolmirstedt-Colbitz soll aufgehoben werden. Dort galt bislang ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde.

Hohe Auflagen für den Naturschutz

Um den Weiterbau des Teilsstücks wurde lange gestritten. Grund dafür war, dass die Strecke durch besonders geschützte Naturräume verläuft. 2016 einigten sich die Planungsbehörde und die Umweltschutzorganisation BUND auf einen Kompromiss, der umfangreiche ökologische Maßnahmen vorsieht. Im Abschnitt zwischen Colbitz und Tangerhütte befinden sich fünf Brücken, von denen je eine Fledermäusen und Wildtieren vorbehalten ist. Zudem gibt es Zäune und Tunnel für Kröten sowie Schutzwände für Fledermäuse und Vögel. Durch die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen soll der Eingriff in die Natur kompensiert werden.

Computeranimation einer Grünbrücke, die über eine Autobahn führt 3 min
Bildrechte: Verkehrsministerium Sachsen-Anhalt

Mi 21.03.2018 12:11Uhr 02:35 min

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/boerde/video-184064.html

Rechte: Verkehrsministerium Sachsen-Anhalt

Video

Wie der Bau der Nordverlängerung weitergeht

Auf die Strecke von Colbitz bis Tangerhütte folgt der Abschnitt Dolle bis Lüderitz. Die Arbeiten laufen seit Sommer 2018 und sollen bis 2023 dauern. Baurecht gibt es für die Abschnitte Lüderitz-Stendal-Mitte sowie Stendal-Mitte-Osterburg. Dort laufen die Vorbereitungen für den Bau. Das Stück von Seehausen bis zur Landesgrenze ist ebenfalls fertig geplant. Für diesen Teilabschnitt sowie die Strecke Seehausen-Nord bis Wittenberge mit Elbquerung wird der Bau vorbereitet. Für die anderen beiden Bauabschnitte in Sachsen-Anhalt, Dahlenwarsleben-Wolmirstedt sowie Osterburg-Seehausen, stehen die Planungen vor dem Abschluss.

Von Magdeburg an die Ostsee

Die Nordverlängerung der Autobahn 14 soll einmal die Städte Magdeburg, Wittenberge und Schwerin verbinden. Die gesamte Länge der Strecke beträgt 155 Kilometer. Davon liegen etwa 97 Kilometer in Sachsen-Anhalt, 32 Kilometer im Land Brandenburg und 26 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesamtkosten liegen bei 1,5 Milliarden Euro.

Bislang sind etwa 45 Kilometer für den Verkehr freigegeben. Nach Angaben des Bauministeriums in Magdeburg ist die Fertigstellung der gesamten Nordverlängerung für Mitte der 2020er-Jahre geplant.

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Quelle: MDR/sp, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. September 2020 | 12:00 Uhr

3 Kommentare

ElBuffo vor 5 Wochen

Also so ganz ursprünglich sollte die A 14 schon 2015 durchgängig befahrbar sein. Aber man kann sich natürlich auf die Schultern klopfen, dass man es jetzt schon 2 Monate eher fertig gebracht hat, ein Teilstückchen fertigzustellen.
Mehr Raser als jetzt schon, dürfte es aber kaum geben. Die Rettungskräfte werden es auch verschmerzen, da sich ja dann wesentlich seltener Frontalzusammenstöße ergeben sollten. Ein paar Experten wird es freilich immer geben. Deren Anteil dürfte in dieser Gegend freilich tendenziell höher als woanders ausfallen.

FR1965DE vor 5 Wochen

Eigentlich schön und gut und es wird auch Zeit aber ich verstehe beim besten Willen nicht warum man hier "schon" unbegrenzt fahren darf ? ? ?
Natürlich wenig Verkehr - erstmal - aber wenn hier wirklich der Verkehr rollt, zweispurig - da braucht es bestimmt nicht sehr lange bis sich hier RASERIDIOTEN die "Klinke in die Hand" geben ! ! !
Die Rettungskräfte tun mir jetzt schon leid.

Harka2 vor 5 Wochen

Die Autobahn ist zwingend nötig, denn sie führt durch fast menschenleere Gebiete in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg. Wenn man dort über Land fährt trifft man nur sehr selten auf Menschen. Das Land ist verlassen und nur alte Menschen sind dort noch vereinzelt anzutreffen. Die Gegend ist völlig entvölkert und ich bezweifele, dass die Autobahn das grundlegend ändern wird. Die Bevölkerungsdichte in der Region entspricht eher der Wüste Gobi als der Mitteleuropas.

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