Ein Polizist stoppt ein Auto
Polizeihauptkommissar Enrico Grube und andere Einsatzkräfte mussten am Sonntag immer wieder erklären, dass eine Sperrung eine Sperrung ist. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Brand in Schweinezuchtanlage Polizei kritisiert pöbelnde Autofahrer

Am Sonntag waren bei einem Brand in Klein Wanzleben 2.000 Ferkel verendet. Probleme machte nicht nur der schwer zu erreichende Brandherd, sondern auch viele Osterausflügler: Motorrad- und Autofahrer wollten die Straßensperrungen nicht akzeptieren.

Ein Polizist stoppt ein Auto
Polizeihauptkommissar Enrico Grube und andere Einsatzkräfte mussten am Sonntag immer wieder erklären, dass eine Sperrung eine Sperrung ist. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Stundenlang brennt am Sonntag eine Schweinezuchtanlage in Klein Wanzleben, Qualm dringt aus dem eingestürzten Dach, etwa 2.000 Ferkel verenden. Doch nicht nur der schwer zu erreichende Brandherd bereitet Feuerwehr und Polizei Probleme, sondern auch störrische Osterausflügler: Sie behindern die Einsatzkräfte schon auf ihrem Weg zum Unglücksort. Die extra eingerichtete Sperrung für die Einsatzfahrzeuge akzeptieren sie nicht.

Ein Polizist gibt ein Interview
Enrico Grube vom Polizeirevier Börde war an der Schweinemastanlage im Einsatz. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

"Die Feuerwehr hatte hier unten direkt in Klein Wanzleben die Zugangswege hoch zur Schweinemastanlage gesperrt", sagte Enrico Grube vom Polizeirevier Börde MDR SACHSEN-ANHALT. Doch viele Motorradfahrer und auch einige Autofahrer wollten sich nicht an die Umleitung halten – "wahrscheinlich, weil das der kürzeste Weg ist", mutmaßte Polizeihauptkommissar Grube.

Laut und beleidigend geworden

"Die Motorradfahrer und auch Autofahrer haben sich mit den Feuerwehrkräften angelegt, sind auch verbal beleidigend geworden, sind laut geworden". Das dürfe jedoch nicht passieren. "Wenn die Feuerwehr oder die Polizei sagt: 'Hier ist ein Brandort, der Weg ist gesperrt' – dann ist das so." Sperrung sei Sperrung. "Dann kann ich als Autofahrer oder Motorradfahrer nicht meinen Willen durchsetzen", sagte Grube.

Ein Feuerwehrmann steht mit Atemschutz auf einem Dach
Löscheinsatz an der Schweinemastanlage: Feuerwehr und Polizei sperrten die Zugangsstraßen nicht ohne Grund. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Immer wieder kommt es in Sachsen-Anhalt zu Pöbeleien und sogar Angriffen gegen Rettungskräfte. Manche versuchen sich in Selbstverteidigungskursen zu behaupten, andere bekleben ihre Einsatzfahrzeuge mit Aufklebern wie: "Gewalt geht gar nicht. Deine Feuerwehr." Erst 2017 ist zwar das Strafrecht für Angriffe gegen Einsatzkräfte verschärft worden, sogar Haftstrafen sind nun möglich. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert jedoch, dass das Recht auch härter durchgesetzt werden muss.

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. April 2019, 13:16 Uhr

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15 Kommentare

24.04.2019 12:04 Mane 15

Gegen solche Gaffer,die überall nur Stören,sollte vom Gesetz richtig angenommen werden .Fahrerlaubnis weg,Viele Punkte in Flenzburg oder hohe Geldstrafe.

24.04.2019 09:47 Bördebauer 14

@MDR: Wurden Anzeigen geschrieben und Bußgelder verhängt?

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:

Dazu liegen uns keine Informationen vor.

24.04.2019 08:55 Kalle Wupdig 13

Ich verstehe die Verkehrsteilnehmer nicht.

Anstatt sofort umzukehren, die Enkel einzusacken und wieder zurückzufahren, um denen die aussterbende Art "Polizist" nochmal zu zeigen, löffeln sie diese seltenen Exemplare noch voll.

(Ironie off)

Das Land Sachsen-Anhalt ist der Hauptschuldige für die derzeitige Lage im Sicherheitsbereich.
Das Land hat alle legalen und illegalen Möglichkeiten genutzt, um den Personalbestand von über 10000 auf knapp über 6000 zu reduzieren.

"Meinen" letzten Polizisten habe ich vor etwa einem Monat gesehen. Aber nicht bei einer Verkehrskontrolle, nein ... beim Einkaufen in einer Fleischerei!