Feuerwehreinsatz im Hermes-Versandzentrum in Haldensleben
Das Gelände des Hermes-Versandzentrums in Haldensleben ist weiträumig abgesperrt. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

Feuerwehr-Großeinsatz in Haldensleben beendet Zwei Todesfälle bei Hermes: Offenbar Verkettung unglücklicher Umstände

Beim Versanddienstleister Hermes in Haldensleben hat es zwei Todesfälle gegeben. Ob Schadstoffe dafür verantwortlich waren, ist noch unklar. Die Polizei geht allerdings von einer Verkettung unglücklicher Umstände aus. Um sicherzugehen, werden voraussichtlich die Leichen am Mittwoch obduziert. Die Feuerwehr war bis zum frühen Morgen im Großeinsatz.

Feuerwehreinsatz im Hermes-Versandzentrum in Haldensleben
Das Gelände des Hermes-Versandzentrums in Haldensleben ist weiträumig abgesperrt. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

Beim Versanddienstleister Hermes in Haldensleben hat es innerhalb eines Tages zwei rätselhafte Todesfälle gegeben. Polizei und Feuerwehr waren seit Dienstagabend deshalb mit Spezialkräften vor Ort. Der Einsatz lief bis Mittwochmorgen, zeitweise waren 160 Rettungskräfte vor Ort. Inzwischen sei nur noch die Spurensicherung der Polizei im Einsatz, sagte ein Sprecher MDR SACHSEN-ANHALT kurz nach 7 Uhr.

Allerdings werde weiter ermittelt, um alle Möglichkeiten auszuschließen. "Das ist unser Job", sagte der Sprecher weiter.

Zwei Tote innerhalb weniger Stunden

Wie die Polizei zuvor bestätigte, war am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr ein Hermes-Fahrer leblos in seinem Zustellfahrzeug entdeckt worden. Der Rettungsdienst konnte nur noch den Tod des 45-Jährigen feststellen.

Rettungskräfte fahren mit Blaulicht auf das Gelände von Hermes.
Polizei und Feuerwehr untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen den zwei Todesfällen gibt. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss

Die Polizei teilte mit, dass die Feuerwehr den Transporter in der Nacht auf giftige Schadstoffe untersucht hat, um eine mögliche Kontamination auszuschließen. Ein Gerät habe dabei geringste Mengen eines handelsüblichen Stoffs angezeigt, der in großen Mengen gefährlich sein könnte, hieß es am Morgen. "Die Dosis, die man braucht, um zu sterben, wurde nicht erreicht", so ein Sprecher. Die Untersuchung des Transporters dauerte einige Stunden, weil sämtliche Pakete geöffnet werden mussten – eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie die Polizei bekräftigte.

Nach Informationen der Polizei hat die weitere Untersuchung allerdings nichts ergeben. In den Paketen habe sich befunden, was nun mal bestellt werde. "Ganz normale Zustellpakete", so ein Sprecher.

Zwei Tote in Versandzentrum Feuerwehr-Großeinsatz bei Hermes beendet

Im Versandzentrum von Hermes in Haldensleben waren Rettungskräfte bis Mittwochmorgen im Großeinsatz: Zwei Mitarbeiter waren gestorben. Inzwischen verdichten sich die Hinweise auf einen unglücklichen Zufall.

Feuerwehreinsatz im Hermes-Versandzentrum in Haldensleben
In Haldensleben im Landkreis Börde waren Feuerwehr und Polizei seit Dienstagabend im Großeinsatz. Zeitweise waren 160 Einsatzkräfte vor Ort. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Feuerwehreinsatz im Hermes-Versandzentrum in Haldensleben
In Haldensleben im Landkreis Börde waren Feuerwehr und Polizei seit Dienstagabend im Großeinsatz. Zeitweise waren 160 Einsatzkräfte vor Ort. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Feuerwehreinsatz im Hermes-Versandzentrum in Haldensleben
Grund waren zwei Todesfälle innerhalb kürzester Zeit in dem Versandzentrum. Die Mitarbeiter waren am Dienstag unter noch ungeklärten Umständen gestorben. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Feuerwehreinsatz im Hermes-Versandzentrum in Haldensleben
Um eine Kontamination auszuschließen, hatte die Feuerwehr einen Transporter auf giftige Schadstoffe untersucht. Darin war ein Fahrer verstorben. Stand Mittwochmorgen hat die Untersuchung keine nennenswerten Ergebnisse gebracht. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Großeinsatz der Feuerwehr bei Hermes in Haldensleben
Nachdem sämtliche Pakete geöffnet und untersucht wurden, wurde der Transporter abgeschleppt. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Feuerwehreinsatz im Hermes-Versandzentrum in Haldensleben
Das Versandzentrum wurde evakuiert. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Großeinsatz der Feuerwehr bei Hermes in Haldensleben
Gearbeitet wird bei Hermes in Haldensleben auch am Mittwochvormittag vorerst nicht. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Ein Absperrband ist vor einem Eingang des Geländes des Versandzentrums von Hermes in Haldensleben gespannt
Laut Geschäftsführer soll am Mittwochabend wieder in dem Versandzentrum gearbeitet werden. Bildrechte: dpa
Ein Absperrband ist vor einem Eingang des Geländes des Versandzentrums von Hermes in Haldensleben gespannt, davor stehen Mitarbeiter der Frühschicht
Spezialisten der Berliner Polizei unterstützen die Ermittlungen. Es gehe darum, das Risiko für medizinisches Personal bei einer Obduktion der Toten zu minimieren, sagte ein Polizeisprecher. Bildrechte: dpa
Feuerwehreinsatz im Hermes-Versandzentrum in Haldensleben
Die Polizei war am Dienstag stutzig geworden, nachdem in kurzer Zeit zwei Todesfälle aus Haldensleben gemeldet worden waren. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Einsatzkräfte der Feuerwehr in ABC-Ausrüstung
Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass die beiden Todesfälle wegen einer Verkettung unglücklicher Umstände zustande gekommen sind. Beide Mitarbeiter hatten laut Polizei jedenfalls beruflich nichts miteinander zu tun. Auch haben sie nicht dieselben Pakete in den Händen gehabt.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15.10.2019 | 21:00 Uhr

Quelle: MDR/ld
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
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In der Nacht zu Dienstag hatte es einen weiteren Todesfall gegeben. Ein 58-jährige Mitarbeiter war kurz vor 1 Uhr auf dem Gelände zusammengebrochen und vor Ort gestorben – offenbar wegen eines Herzinfarkts, wie die Polizei meldete. Bei dem Mann handelte es sich laut Hermes um einen Mitarbeiter aus der Betriebstechnik. Am Dienstagvormittag habe es außerdem einen Verletzten gegeben. Das stehe aber in keinem Zusammenhang zu den beiden Toten, betonte ein Polizeisprecher bei MDR SACHSEN-ANHALT.

Polizei vermutet Verkettung unglücklicher Umstände

Die Polizei vermutet eine Verkettung unglücklicher Umstände. Die These wird von Informationen der Beamten gestützt, wonach die beiden Verstorbenen an unterschiedlichen Stellen in dem Werk gearbeitet hatten. Außerdem sei keines der Pakete von beiden Mitarbeitern berührt worden. Bislang konnten Ermittler außerdem keine Hinweise feststellen, die auf eine Vergiftung der Mitarbeiter hindeuten. Um sicherzugehen, sollen die Leichen trotzdem im Laufe des Mittwochs obduziert werden. Auch das sei eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es seitens der Polizei.

Spezialisten der Polizei in Berlin vor Ort

Die Obduktion werde aber erst beginnen, wenn Spezialisten der Polizei in Berlin Entwarnung gegeben haben. Sie helfen aktuell vor Ort bei den Ermittlungen. Die Experten für chemische und toxische Stoffe sollen den Transporter noch einmal untersuchen, um das Risiko für medizinisches Personal bei der Obduktion zu minimieren, sagte ein Polizeisprecher.

Großeinsatz der Feuerwehr bei Hermes in Haldensleben
Gearbeitet wird bei Hermes in Haldensleben vorerst nicht. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

Die Hermes-Niederlassung blieb in der Nacht weiträumig abgesperrt, Mitarbeiter mussten das Gelände verlassen. Vor Ort berichteten Mitarbeiter MDR SACHSEN-ANHALT, sie hätten nur wenige Informationen über den Fall bekommen. Ein Mann sagte, man sei wegen einer "Betriebsstörung" aufgefordert worden, die Arbeitsstätte zu verlassen. Ein anderer Mitarbeiter bestätigte, man sei lediglich aufgerufen worden, das Gelände zu verlassen. Ein Grund sei nicht genannt worden.

Betrieb bei Hermes steht bis zum Abend still

Auch am Mittwoch steht der Betrieb in dem Versandzentrum vorerst still. Ein Hermes-Sprecher sagte am Morgen, wichtig sei, dass die Mitarbeiter nicht gefährdet würden. "Dass es keine Rückstände mehr von irgendetwas gibt, falls und was auch immer es war." Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden könne, sei noch unklar. "Die Gedanken sind bei den Verstorbenen und ihren Familien", so der Sprecher weiter.

Der Geschäftsführer von Hermes Fulfilment, Andreas Stumpf, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass der Betrieb in dem Versandzentrum wahrscheinlich erst mit der Nachtschicht am Mittwoch wieder aufgenommen werden soll. Zuerst hieß es, man könne ab 14:30 Uhrwieder arbeiten. Hermes gehört zu den größten Arbeitgebern in Sachsen-Anhalt. Dort arbeiten rund 3.000 Menschen.

Quelle: MDR, dpa/fl,ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. Oktober 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 14:39 Uhr

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