B6 Symbolbild
Bundesstraße 6 wird Autobahn 36 Bildrechte: dpa/MDR.DE

B6 wird A36 Siebte Autobahn für Sachsen-Anhalt beschlossen

Ausgesprochen schnell könnte Sachsen-Anhalts siebte Autobahn fertig werden: Die vierspurige Bundesstraße 6 nördlich des Harzes soll bis 2018 in Autobahn 36 umbenannt werden. Das hat das Verkehrsministerium mitgeteilt. Für die Autofahrer ändert sich praktisch nichts – außer die Farbe der Straßenschilder.

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Bundesstraße 6 wird Autobahn 36 Bildrechte: dpa/MDR.DE

Im Volksmund heißt sie längst "Nordharzautobahn": Die autobahnähnliche Bundesstraße 6 soll zur Autobahn 36 werden. Die Umbenennung gab Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) bekannt. Die Straße verbindet die A 14 am Kreuz Bernburg mit der A395 kurz hinter der Landesgrenze zu Niedersachsen am Dreieck Vienenburg. Auch die A395 in Niedersachsen soll künftig A36 heißen. Somit wird die zur Autobahn hochgestufte Straße dann Bernburg mit Braunschweig verbinden.

Laut Verkehrsminister Webel müssten nun Absprachen mit dem Land Niedersachsen getroffen werden. Die Beschilderung der Autobahn und die Zuständigkeiten der Autobahnmeistereien etwa müssten neu geklärt werden, teilte ein Sprecher des Verkehrsministeriums MDR SACHSEN-ANHALT mit. Zudem müssten die Nummern der Anschlussstellen neu ausgezählt werden. Sobald der Bund dem Konzept zustimme, könne die Umschilderung beginnen.

Dem Sprecher zufolge ändert sich für die Autofahrer selbst praktisch nichts – abgesehen von der Farbe der Verkehrsschilder. Die würden dann blau statt wie bisher gelb sein. Zudem würden blaue Hinweisschilder im Hinterland auf die Autobahn verweisen. Die erlaubten Geschwindigkeiten auf der Strecke blieben gleich.

Kosten: Zwei Millionen Euro

Bau einer Ortsumgehung von Bernburg im Zuge der Bundesstraße 6n im Salzlandkreis
Die Bundesstraße 6 bei Bernburg Bildrechte: dpa

Webel hofft, dass die Umbenennung bis zum nächsten Jahr erfolgt sein wird. Die Kosten der Neubeschilderung auf sachsen-anhaltischem Gebiet bezifferte der CDU-Politiker auf zwei Millionen Euro. Der Bund werde die Kosten für den Austausch der Schilder übernehmen, hieß es im März vom Landesverkehrsministerium. Damals hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bereits Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) über die geplante Hochstufung der B6 zur Autobahn informiert.

Laut Webel profitieren die Wirtschaft und der Tourismus von der Umbenennung: Ein gut ausgebautes Autobahnnetz sei ein wichtiger Standortfaktor für die Zukunft des Landes. Kommunalpolitiker aus dem Harz hatten sich für eine Umbenennung der B6 stark gemacht. Neben der Bezeichnung "Nordharzautobahn" wird die Straße bis heute umgangssprachlich auch B6n genannt – obwohl sie das kleine "n" bereits seit geraumer Zeit nicht mehr im Namen trägt.

Bisher verlaufen durch Sachsen-Anhalt sechs Autobahnen. Dabei handelt es sich um die A2, die A9, die A14 und die A38 sowie die A143 bei Halle und den Beginn der A71 am Dreieck Südharz.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21.07.2017

Quelle: MDR/mh

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2017, 18:40 Uhr

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2 Kommentare

22.07.2017 13:32 Nordharzer 2

Die Fahrstreifenbreite entspricht einer Autobahn, Standspuren sind vorhanden, Kurvenradien sind autobahntauglich, Über- und Unterführungen entsprechen denen des Autobahnquerschnittes. Lediglich die Radien von Ausfahrten und die Breite des Mittelstreifens sind geringer als auf BAB üblich, stellen aber keinen Hinderungsgrund für eine Aufwertung dar. Dies gilt für den Abschnitt von der A 395 bis zur A 14. Danach ist die B 6 nicht mehr autobahnähnlich, die Umwidmung scheint ja auch nur bis zur AS Bernburg vorgesehen zu sein.
Im Gegensatz zu manchen BAB ist die B 6 übrigens in weiten Bereichen nicht geschwindigkeitsbeschränkt.
Die Ursache für diese Theater liegt bei der ersten rot-grünen Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt von 1994-98. Damals durfte aus politischen Gründen keine Nordharzautobahn geplant werden. Nun möchten sich andere mit einer BAB schmücken.
C'est la vie!

22.07.2017 08:06 MiSt 1

Und das ist nun ein Grund für Siegerjubel? Für mich ist das lediglich ein weiteres Beispiel für den unglaublichen Dilettantismus (oder ist das Kalkül?) der Entscheider. Statt einer von Beginn an geforderten Autobahn wird eine doppelspurige Bundesstraße gebaut. Schmalere Fahrbahnen, keine Seitenstreifen, kleinere Über- und Unterführungen, engere Kurvenradien, kürzere Ausfahrten, von Bernburg bis zur A 9 nur noch eineinhalbspurig. Eben den Anforderungen einer Bundesstraße entsprechend, nicht jedoch denen einer Autobahn. Nun lassen wir mit einem Zaubertrick daraus eine (Billig-)Autobahn entstehen und feiern uns dafür. Respekt! Genau die Art Glanzleistung, die uns schon die Dauerbaustellen A 9 und A 14 mit ihrem sagenhaften Pfusch beschehrt hat. Wer auch immer diese Umwidmung entgegen der gesetzlichen Vorgaben durchgeklüngelt hat, der Dank des Volkes für dieses weitere Lehrstück für den "Aufbau Ost" dürfte euch gewiss sein. Arbeit für Generationen von Straßenbauunternehmen.