Streit um Bauprojekt in Schierke Keine Klarheit trotz Gutachten

Wäre eine Seilbahn in Schierke eine Belastung für die Umwelt oder nicht? Ein neues, drittes Gutachten konnte keine Klarheit bringen: Die Planungen berühren zwar den geschützten Moorwald, aber nicht so stark wie befürchtet.

Am Freitag ist das dritte Gutachten zum geplanten Seilbahnbau in Schierke im Harz vorgestellt worden. Am Mittag wurde es von dem Experten für Waldökosysteme Prof. Andreas Bolte und einem Staatssekretär aus dem Landesentwicklungsministerium präsentiert. Der Titel des Gutachtens: "Natürlich. Schierke Wander- und Skigebiet".

Aus dem Gutachten geht hervor, dass eine Seilbahntrasse zwar auf jeden Fall geschützten Moorwald berühren wird. Allerdings sind die von der geplanten Trasse betroffenen Flächen kleiner als in der Kartierung des Landesamtes für Umweltschutz.

Deshalb empfiehlt das Gutachten, noch weitere Varianten zu prüfen. Damit ist weiter offen, ob Seilbahn naturschutzrechtlich möglich ist oder nicht.

Gutachten habe nichts geändert

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Ulrich Thomas, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die entscheidende Botschaft des Gutachtens sei, dass es kein K.O.-Kriterium gegen den Bau der Seilbahn gebe. Die Fläche werde nicht betreten, sondern nur von der Seilbahn überfahren. Das neue Gutachten habe dazu wertvolle Hilfen geleistet.

Der Staatssekretär im Landesumweltministerium, Klaus Rehda, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, an der Einstellung seines Hauses zu dem Projekt habe sich durch das neue Gutachten nichts geändert. Man sei nach wie vor der Meinung, dass es Berührungen zu naturschutzrelevanten Flächen gebe. Das Raumordnungsverfahren müsse nun klären, wie man damit umgehe.

Streit um 40 Meter Moor

Kern des Streits ist, wie groß die geschützten Moorflächen in dem Wald sind, durch die die Seilbahntrasse führen soll. Ein Gutachten des Investors hatte grünes Licht gegeben. Experten des Landesamtes für Umwelt hatten allerdings festgestellt, dass der Bau der Seilbahn nicht mit Umweltrecht vereinbar sei. Das betreffe auch Gebiete außerhalb des Moores. Konkret geht es um ein Teilstück von 40 Metern, das künftig das Harz-Örtchen Schierke mit dem angrenzenden Skigebiet am Wurmberg verbinden soll.

Das Seilbahnprojekt sorgt seit Monaten für Spannungen in der Landesregierung. Während CDU und SPD dahinterstehen, lehnen die Grünen es wegen Naturschutzbedenken ab.

Investor wartet seit Jahren

Die Schierker Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock hatte bereits mehrfach kritisiert, dass der Investor seit zwei Jahren hingehalten werde.

Die Seilbahn ist nur ein Teil eines millionenschweren Investitionsprojektes, mit dem sich Schierke für Besucher neu erfinden will. Nicht nur als Skigebiet, sondern auch als Ganzjahresreiseziel für Familien. Zum Gesamtprojekt gehören 14 Bauvorhaben. Darunter die Schierker Feuerstein-Arena für Wintersportevents oder Konzerte.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08.09.2017 | 8:30 Uhr

Quelle: MDR,dpa/as,ms

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2017, 21:04 Uhr

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10 Kommentare

08.09.2017 17:51 Marvin 10

Ich verstehe nicht warum das heutzutage so schwierig ist eine Seilbahn zu bauen. Meine Fr... ähm Güte, die Natur ehrolt sich schon wieder, ich sehs doch im eigenen Garten wie oft man da Kahlschlag machen muss. Uweltschutz ist wichtig, aber die Natur, also das Grünkram wuchert wirklich wieder Ruckzuck. Und ja, Schierke hat es verdient, denn es liegt wenigstens romantisch zwischen den Bergen und nicht direkt an einer vierspuriegen Straße so wie Torfhaus!!!

08.09.2017 17:40 Robert Falke 9

Ich glaube, die bisherigen Investitionen Parkhaus, Eisarena sind genug. Es ist nicht zu glauben, was sich Leute (Befürworter Stadtrat WR) so alles ausdenken. Geld spielt keine Rolle, wir haben es . Deutschland ist ein reiches Land , Geld ist ohne Ende vorhanden, fragt sich, wie lange noch (bis nach der Wahl ) ?

08.09.2017 17:31 Holzwurm 8

Trotz Drittes Gutachten , ging es bei allen in geistiger Umnachtung erzeugten Fehler für den Bau einer Seilbahn nur den Verantwortlichen von Stadt-Land darum die katastrophalen Missachtung des Bestandschutzes des bereist seit 1930 vorhandenen Alpinhang am Großen Winterberg zu vertuschen . Noch unqualifizierter soll am Südhang eine wintersportliche erbaut werden , obwohl man den Nordhang vor Augen hat , den die Grünen auch nicht sehen wollen . Genau so geistlos wie das Eisstadion und unterbesetztes Parkhaus am falschen Platz unsere Vor- Skifahrer drehen sich im Grab rum . Holzwurm

08.09.2017 16:46 Hans Reinhard 7

Den Kommentaren 1 bis 4 ist eigentlich nichts hinzu zu fügen. Da aber in Deutschland alles seine Ordnung und Richtigkeit haben muss, empfehle ich die Erstellung eines vierten Gutachtens. Wo kommen wir denn sonst hin?

08.09.2017 13:39 Wolfis 6

Überschwemmungen und Schlammlawinen. Holzt alles ab was das Wasser im Boden hält, für Profit der bei Umweltkatastrophen nicht kommt. Abgesehen von der zerstörten Natur. Die Umweltkatastrophen in diesem Jahr müsste jedem jetzt klar werden lassen das der Natur kein weiterer Schaden zugefügt werden darf.

08.09.2017 13:31 Nordharzer 5

Mal sehen, wie das Gutachten ausieht! Wahrscheinlich so, wie der Auftraggeber das will. Wenn die Seilbahn kommen sollte, dann hoffe ich, dass sie keine Besucher anzieht, sonst gibt es den nächsten Aufschrei, dass die Zufahrtsstraßen von WR und über Elend zu schmal sind. Mich wundert, dass bisher noch niemand einen direkten Autobahnzubringer verlangt hat. Aber das kommt sicher noch - häppchenweise.

08.09.2017 12:32 Henry 4

Das Parkhaus in Schierke ist okayyyyyy aber ob sich alles andere rechnen lässt habe ich starke Bedenken.Schierke und die Natur soll so bleiben.

08.09.2017 11:29 HauRuck 3

Wenn das so attraktiv ist in Schierke zu investieren, warum kann dann der Brockenwirt seit Jahren mit seinem Haus König nichts anfangen und kann Frau Hopstock das Hotel Bodeblick nicht weiterbetreiben?
Warum findet sich kein Pächter für die Eisarena?
Warum ist das Parkhaus nicht mal annährend ausgelastet?
Warum kann die Stadt Wernigerode das Parkverbot im Ort nicht durchsetzen?
Warum muß immer die teuerste Variante verbaut werden?
Es geht hier auch nicht nur um eine Seilbahn, sondern es wird Fichtenacker für ein Bespaßungsgebiet geopfert, was sich niemals rentieren wird.
Vielleicht beschäftigt man sich lieber mal mit dem vom Harvester zerschundenen Waldboden als mit idiotischen Investitionen, gibt es in Deutschland Grundrechte für Investoren?
Es gibt eine Pflicht, mit der uns überlassenen Natur so schonend wie möglich umzugehen!

08.09.2017 11:28 Hannchen 2

Das Geld kann man sich doch sparen. Experten verwiesen gestern erst auf den Wahnsinn an Kosten für die Projekte in Schierke. Mich stört das auch. Und vor allem der Frevel an der einmaligen Natur.

08.09.2017 09:27 Bernd B 1

Hier sieht man wieder nur das Streben nach Profit für sogenannte Investoren,die aber nicht an die Allgemein heit denken.Erst wird der Wald gerodet,die Seilbahn gebaut,der nächste Regenguss spühlt dann den Berg nach Schierke vor die Haustür,ich frage mich wo gibt es noch Kompetenz und nicht nur das Schauen auf den Profit,die Feuersteinarena wurde auch schon finanziell vergeigt.