Mit Kerzen und Blumen wird an den FC-Magdeburg-Fan Hannes gedacht
Der Tod des FCM-Fans Hannes hatte die Fußballwelt erschüttert und für eine große Anteilnahme gesorgt. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Nach Tod eines Fußball-Fans Ermittlungen im Fall Hannes eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Magdeburg hat den Fall des verstorbenen FCM-Fans Hannes zu den Akten gelegt. Das teilte Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten mit. Der 25-jährige Fußballfan war im Oktober 2016 bei Haldensleben aus einer Regionalbahn gestürzt und gestorben.

Mit Kerzen und Blumen wird an den FC-Magdeburg-Fan Hannes gedacht
Der Tod des FCM-Fans Hannes hatte die Fußballwelt erschüttert und für eine große Anteilnahme gesorgt. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Nach dem Tod des FCM-Fans Hannes sind die Ermittlungen eingestellt worden. Das teilte Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten MDR SACHSEN-ANHALT am Montag mit. Die Ermittlungen haben demnach ergeben, dass der 25-Jährige zwar in einer Regionalbahn auf Anhänger des gegnerischen HFC getroffen war. Dabei sei es jedoch nicht zu Gewalttätigkeiten gegen ihn gekommen. Das habe die Obduktion ergeben.

Dennoch habe offenbar die Kulisse von gegnerischen Fans den jungen Mann dazu veranlasst, die Waggontür des bereits anfahrenden Zuges aufzudrücken und aus dem Waggon zu springen, so die Staatsanwaltschaft. Dabei sei Hannes gestürzt und mit dem Kopf auf einen Stein aufgeschlagen. Dass Dritte diesen Sturz verursacht haben, konnte laut Staatsanwaltschaft nicht festgestellt werden.

Angriff durch HFC-Fans nicht bestätigt

Zunächst hatte es Mutmaßungen gegeben, dass Hannes von Fans des Halleschen FC im Zug angegriffen worden sein könnte und aus dem Zug gestoßen wurde. Außerdem gab es Mutmaßungen, dass er von den gegnerischen Fans so bedrängt wurde, dass er aus dem Zug sprang.

Weiterhin ermittelt wird laut Staatsanwaltschaft Magdeburg aber wegen Körperverletzung. Dabei geht es um einen Begleiter von Hannes, der bei dem Vorfall geschlagen wurde. In den vergangenen fünf Monaten hatten die Ermittler 40-50 Zeugen befragt. Dabei handelte es sich unter anderem um HFC-Anhänger, die beiden Begleiter von Hannes und unbeteiligte Zugpassagiere.

Hannes war Fan des Fußballclubs 1. FC Magdeburg. Er hatte durch den Sturz aus dem Zug am 1. Oktober 2016 schwere Kopfverletzungen erlitten und verstarb am 12. Oktober 2016. Nach Polizeiangaben hatte er rund eine Stunde lebensbedrohlich verletzt neben den Gleisen in der Nähe des Bahnhofs Haldensleben gelegen, bis er gefunden wurde. Hannes' Tod erschütterte die Fußballszene schwer und sorgte grundsätzlich für ein Nachdenken über Fan-Gewalt im Fußball.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20.03.2017 | 12:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 17:12 Uhr

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33 Kommentare

22.03.2017 21:52 Königsberger 33

Anmerkung des MDR zu Hallorenkugel Zitat:"Wir gehen mit unseren Themen immer sensibel um und wissen unsere Rolle im öffentlichen Diskurs einzuschätzen. " Das erzählen Sie mal einen Herrn Kindermann für den ja klar war das HFC Fans die schuldigen waren und im nächsten Beitrag als Fans Pyro zündeten dieses miteinander Verglich . Frecheit !!!!

21.03.2017 15:53 Hallorenkugel 32

@MDR: Das ist das Problem. Ich hab nicht kritisiert, ich hab erzählt, wie die Leser oder Hörer Ihre Nachrichten möglicherweise wahrnehmen und verwerten. Es gibt unterschiedliche Sichtweisen auf die Themen der Welt. Und ähnlich wie Sie jetzt sehen sich viele Fans oder Menschen eben einer Pauschalisierung gegenüber stehen. Ist das nicht auch unfair? Sie werten meine Aussage als Kritik. Und Sie verändern sie zu einer Verurteilung von Journalisten, weil Sie sich persönlich nicht angesprochen fühlen wollen. Meine Aussage sollte dazu beitragen, dass man nachprüft, ob man nicht zu einer Auflösung dieser aggressiven Grundstimmung beitragen kann. Aus einer einfachen Aussage wird eine Verurteilung. Sehen Sie auch, wie negativ das damit dargestellt wird? Sehen Sie auch, wie Sie etwas wahrnehmen, was ich so nicht gesagt habe? Schwierig und es wird nicht einfacher!

21.03.2017 12:37 Hallorenkugel 31

@Maddias: Das mit den Schuldzuweisungen war nicht persönlich an Sie gerichtet. Da ging es mir um vorangegangene Kommentare. Und danke... :-)

@MDR: Menschen, die Nachrichten hören, werden häufig mit Fakten konfrontiert, die die Meisten nicht nachprüfen. Sie erhalten einen Bruchteil von Infos und bilden darauf ne Meinung, die auf Halbwissen beruht. Das tun sie, weil sie meinen, dass Experten für sie ne gewisse Denkarbeit geleistet haben. Wenn sich in diese Fakten zweifelnde Worte und Darstellungen mischen, dann ist das maßgeblich für eine negative Meinungsbildung verantwortlich. Und in ohnehin schwierigen Themen mit Konfliktpotential ist Sensibilität gefragt, die ich manchmal sehr vermisse. Ist jetzt nicht nur an den MDR gerichtet, mehr allgemein an die Presse, die gern mal vieles zerpflückt. Im Fußballthema ist so eine hochemotionale, fast schon aggressive Grundstimmung. Wir benötigen da insgesamt eine sportlich motiviertere und zugleich entschärfte Sicht.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Wir gehen mit unseren Themen immer sensibel um und wissen unsere Rolle im öffentlichen Diskurs einzuschätzen. Und Sie haben natürlich Recht, was unsere Rolle darin abelangt. Aber bitte bedenken sie, wenn sie die Presse im Allgemeinen ansprechen, verurteilen sie im Prinzip jeden einzelnen Journalisten. Das ist eigentlich recht unfair. Dann einfach mit konkreter Kritik kommen, die nehmen wir auch immer gerne an und sie hilft uns mehr, als eine recht allgemeine Pauschalkritik. Besten Dank.