Nach Sturz aus fahrendem Zug Große Gesten für FCM-Fan

Am vergangenen Samstag stürzt Hannes, ein Fan des 1. FC Magdeburg, aus einem fahrenden Regionalzug bei Haldensleben. Dabei zieht er sich lebensgefährliche Verletzungen zu und liegt seitdem im künstlichen Koma. Am Donnerstagabend zeigte sich der FCM bei einem Freundschaftsspiel solidarisch.

Das Mitgefühl für den im Koma liegenden FCM-Fan reißt nicht ab. Beim Freundschaftsspiel des Fußball-Drittligisten gegen den Hamburger SV hielten viele Zuschauer Spruchbänder in die Höhe, die Mannschaft lief mit einem "Kämpfe Hannes"-Banner ins Stadion ein. Nahe der B189 bei Barleben zeigt ein Graffiti den selben Schriftzug. Und auch Anhänger der Liga-Konkurrenz zeigen sich solidarisch. Die HFC-Gruppierung "Saalefront" schreibt auf ihrer Internetseite: "Trotz aller Rivalität - Kämpfe Hannes!".

Ermittlungen der Polizei laufen

Bei den Untersuchungen zu dem lebensgefährlichen Sturz gibt es derweil noch immer viele ungeklärte Fragen. Inzwischen steht aber fest: Schon vor dem Zwischenfall in Haldensleben hat es Probleme mit Fans des Halleschen FC gegeben. Das teilte die Bundespolizei Hannover am Donnerstag mit. 50 angetrunkene und aggressive Fußball-Anhänger sollen demnach kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Gifhorn einen anderen Reisenden angegriffen haben. Deswegen laufen Ermittlungen wegen Körperverletzung und Beleidigung. Die Bundespolizei ist zuständig für die Absicherung an Bahnhöfen und in Zügen. Warum sie auch nach dem ersten Vorfall die Reisenden im Zug nicht begleitet hat, ist nur eine von vielen noch offenen Fragen.

Die Beamten wissen aber ganz genau, mit welcher Art von Fußballfan sie es zu tun hatten. Unter den Reisenden waren laut Polizei Anhänger der Kategorien B und C.

Mit dieser Einteilung unterscheidet die Polizei das Gewaltpotenzial der Fußball-Fans. Das Innenministerium teilte MDR SACHSEN-ANHALT dazu mit, dass der 1. FC Magdeburg über bis zu 450 Fans der Kategorie B und weiteren etwa 100 Fans der Kategorie C verfügt. Beim Halleschen FC gibt es demnach bis zu 290 Anhänger der Kategorie B und etwa 90 der Kategorie C. In der Regel seien aber nicht alle dieser Fans bei Spielen vertreten.

Der 25-Jährige Hannes war nach bisherigen Erkenntnissen im Zug von Anhängern des HFC bedrängt worden und stürzte bei Haldensleben aus der Bahn. Die Polizei untersucht weiterhin, ob er gestoßen wurde oder ob er selbst gesprungen ist. Laut Polizei entriegelte der junge Mann die Zugtür selbst.

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 17:54 Uhr

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7 Kommentare

08.10.2016 11:55 fcc fan 7

Gute Besserung Hannes aus Thüringen es ist alles gesagt werde fit Liebe grüße aus Jena

07.10.2016 11:55 Risiko? Oh Gott. 6

@07.10.2016 06:27 Pittiplatsch (3 Zu Kommentar Nr. 1: Am besten den Fussball komplett abschaffen oder? Und alle Volksfeste wo sich Birne aus Dorf A mit Birne aus Dorf B prügelt. Am besten alles verbieten was Spaß macht und wo was passieren könnte...) Ich muss nur diesen "Kommentar" zur Kenntnis nehmen, um die Forderung des Kommentators #1 nachhaltig zu unterstützen. Ich bin, nebenbei bemerkt, Hochseesegler (nur wegen des "Risikos"...) und wenn ich diesen für dieses Bundesland und einen nicht geringen Teil seiner Bewohner typischen Kleineleutecouchpotatoschaizz da oben lese, weiß ich wo das Problem liegt: Zwischen den Ohren, Herr Pittiplatsch, zwischen den Ohren. So etwas, wie dieser feige dumpfe Mob, der für dieses Verbrechen verantwortlich ist, gehört dorthin, wo die Luft gesiebt geatmet wird und nicht in den öffentlichen Raum. Und Vereine, die diesem Treiben unter ihren Farben zusehen und nicht schärfstens eingreifen, gehören in Haftung genommen.

07.10.2016 09:56 Zahnkranz 5

Erstmal gute Besserung Hannes auch aus Sachsen!
Und mal an die Idioten die immer wieder Gewalt beim Fußball anwenden: Toll ihr kleinen Feiglinge was ihr angerichtet habt. Wie abartig dumm ist es eigentlich wenn man einen auf die Fresse haut nur weil er einen blau-weissen/grün-weissen oder gelb-schwarzen Schal um hat. Seit wieviel Jahrzehnten haut ihr euch nun schon die Fressen ein? Und was hat das alles bisher gebracht?