Ein Zug fährt in einen Bahnhof ein.
Aus einem Zug dieser Bauart stürzte der FCM-Fan in der Nacht zum Sonntag. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vorläufiges Ermittlungsergebnis FCM-Fan aus Zug gestürzt – Aussage der Bahn sorgt für Verwirrung

Ein Zug fährt in einen Bahnhof ein.
Aus einem Zug dieser Bauart stürzte der FCM-Fan in der Nacht zum Sonntag. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Fall des schwerverletzten Fans des 1. FC Magdeburg geht die Polizei davon aus, dass der junge Mann auf der Flucht vor HFC-Fans aus dem Zug gestürzt ist.

Ein Stoppschild steht kurz vor dem Bahnhof Haldensleben.
Der junge Mann ist kurz hinter dem Bahnhof Haldensleben aus dem Zug gestürzt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Polizeisprecher der Polizeidirektion Nord, Frank Küssner, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der junge Mann habe aufgrund der Bedrohung durch den "gewaltbereiten Mob" selbst die Notentriegelung betätigt: "Fakt ist, zum jetzigen Stand, dass der jungen Mann nach Betreten des Zuges am Bahnhof in Haldensleben umgehend von Anhängern des Halleschen FC körperlich attackiert worden ist, nachdem er selbst als FCM-Fan geoutet wurde. Er hat dann auch selbstständig offensichtlich diesen Notöffnungsmechanismus der Waggontür betätigt und ist dann quasi aus der geöffneten Tür herausgefallen."

Doch es gibt Ungereimtheiten. Nach Aussage der Deutschen Bahn soll es nämlich unmöglich sein, während der Fahrt eine Tür zu öffnen. Die Bahn teilte MDR SACHSEN-ANHALT in einer Mail mit: "Damit das Aufschieben während der Fahrt nicht ohne weiteres möglich ist, wird die Tür trotz Betätigung der Türnotentriegelung durch die Türsteuerung geschlossen gehalten. Unter normalen Bedingungen kann die Tür nicht gegen die weiter anliegende Motorkraft geöffnet werden." Die Polizei hat gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT kommuniziert, dass man von dieser Aussage der Deutschen Bahn noch nichts wisse.

Verletzungen durch Sturz

Einfahrt und Gebäude des Klinikum Magdeburg
Klinikum Magdeburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der genaue Tathergang wird derzeit noch weiter untersucht, Zeugen werden befragt und Videomaterial ausgewertet. Die Bundespolizei hatte zuerst gesagt, man ermittele wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Das wurde jedoch am Dienstagnachmittag wieder zurückgezogen.

Wie der behandelnde Neurochirurg am Klinikum Magdeburg, Werner Braunsdorf, MDR SACHSEN-ANHALT sagte, muss der junge Mann noch mindestens zwei Wochen im künstlichen Koma liegen. Untersuchungen ergaben, dass die schweren Verletzungen des Mannes durch den Sturz verursacht wurden.

Erste Hallenser ermittelt

Der junge Mann und drei Begleiter waren in der Nacht zum Sonntag in Haldensleben in eine Regionalbahn gestiegen. Im Zug seien sie auf eine große Menge gewaltbereiter und betrunkener Fußballfans aus Halle geraten, so Küssner. Die drei Begleiter des Verletzten seien am nächsten Haltepunkt zum Ausstieg gezwungen worden. Der Verletzte sei wegen seiner Tätowierungen und seines T-Shirts als FCM-Fan erkannt worden.

Bisher wurden nach Polizeiangaben 27 Hallenser aus dem Zug ermittelt. Es seien jedoch viel mehr dabei gewesen.

Der Fußballfan war in der Nacht zum Sonntag aus einem fahrenden Regionalzug gestürzt. Zeugen zufolge hatte der Mann zuvor eine Auseinandersetzung mit Anhängern des Halleschen FC, die auf dem Rückweg vom Auswärtsspiel ihres Vereins in Köln waren.

Solidaritätsaktion von FCM-Fans

Am Montag haben unterdessen hunderte Anhänger des 1. FC Magdeburg gegenüber dem 25-jährigen Verletzten und seiner Familie ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht. Vor dem Walther-Friedrich-Krankenhaus im Magdeburger Stadtteil Neu-Olvenstedt versammelten sich nach Polizeiangaben zwischen 200 und 300 Anhänger des Vereins. Sie spannten ein großes Banner mit der Aufschrift "Kämpfe Hannes!!!" auf.


[Update 5. September:] In einer ersten Version des Artikel hieß es, der FCM-Fan sei aus dem Zug gesprungen. Nach Angaben des Polizeisprechers ist der Mann aber, zum Stand der Emittlungen am späten Dienstagnachmittag, aus dem Zug gefallen.

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2016, 09:24 Uhr

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8 Kommentare

05.10.2016 08:09 Aufpasser 8

Dem Opfer gute Besserung und viel Kraft, den verfeindeten Fan Gruppen aus Magdeburg und Halle stelle ich mal die Frage wie weit sie es noch treiben wollen wegen so eines Scheiß Fußballs.

04.10.2016 20:21 puma86 7

Gute Besserung für Hannes auch aus Chemnitz. Unsere Gedanken sind bei der Familie und den treuen fcm Fans

04.10.2016 19:50 rwejens 6

Hannes.
gute Besserung.

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