Menschenmenge vor dem Justizministerium Magdeburg
Bildrechte: MDR/Guido Hensch

FCM-Fanmarsch In Gedenken an Hannes

Rund 700 FCM-Fans sind am Samstag durch die Landeshauptstadt marschiert. Sie wollten damit an den verstorbenen Fan Hannes erinnern und gegen Gewalt im Fußball demonstrieren.

Menschenmenge vor dem Justizministerium Magdeburg
Bildrechte: MDR/Guido Hensch

Anhänger des 1. FC Magdeburg haben sich am Samstag gegen Gewalt und Politik im Fußball stark gemacht. Sie wollten mit einem Marsch durch die Landeshauptstadt an den verstorbenen FCM-Fan Hannes erinnern. Nach Schätzung von MDR-Reportern beteiligten sich um die 700 Menschen daran. Der Marsch begann mit einer Kundgebung vor dem Magdeburger Justizzentrum. Anschließend sind die Fans in Richtung MDCC-Arena marschiert. Dort soll um 14 Uhr das Drittliga-Derby gegen den Halleschen FC auf einer Videoleinwand gezeigt werden. Auf dem Weg hielten die Fans für eine Schweigeminute inne.

Die Demonstration wurde von der Polizei begleitet und ist ersten Angaben zufolge weitestgehend friedlich verlaufen. Es habe keine Ausschreitungen gegeben. Auf Fotos ist allerdings zu sehen, dass während des Marsches über die Strombrücke Pyrotechnik gezündet wurde. Hier kam es zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen Richtung Stadion.

Demonstration gegen Gewalt

Die Eltern des verstorbenen Fußballfans Hannes
Organisator Wilhelm Töller hielt eine Rede vor dem Gebäude des Justizzentrums. Die Mutter des verstorbenen Fans, die er im Arm hält, sagte nichts. Bildrechte: MDR/Guido Hensch

Rund 20 FCM-Fanclubs kamen nach Magdeburg, um gegen Gewalt und Politik im deutschen Fußball zu demonstrieren. Der Organisator der Demonstration Wilhelm Töller sagte: "Mit Hannes ist eine Grenze überschritten worden. Wenn die Einstellung des Verfahrens durchgeht, dann ist es ein Freibrief für jeden Einzelnen, der gewalttätig sein möchte. Das möchten wir verhindern." Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im sind seit Ende März eingestellt.

Die Mutter des Verstorbenen FCM-Fans Hannes nahm auch an der Demonstration teil. Nach Angaben des MDR ist der Vater des Verstorbenen nach Halle zum Fußball-Derby gefahren.

Wir möchten auf friedlichem Weg gegen Gewalt in Fußballstadien grundsätzlich protestieren.

Wilhelm Töller, Organisator des FCM-Fanmarschs

Spenden für Hinterbliebene

Der Magdeburger Fanclub "Block U" ist nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT nicht an der Aktion beteiligt gewesen. Er konzentriert sich auf die Organisation des Public Viewing auf einer Großleinwand vor dem Stadion, wo das Drittliga-Punktspiel des Halleschen FC gegen den 1. FC Magdeburg aus Halle um 14 Uhr übertragen wird. Dort sollen – wie schon beim Pokalspiel – Spenden gesammelt werden für die Hinterbliebenen des toten FCM-Fans Hannes sowie für eine Belohnung für Hinweise zu den Todesumständen.

Der 25-Jährige war im Oktober bei Haldensleben aus einer Regionalbahn gestürzt und gestorben. In der Bahn befanden sich mehrere Fans des Halleschen FC. Die Staatsanwaltsschaft Magdeburg hat die Ermittlungen eingestellt. Ein Täter wurde nicht gefunden.

Fan-Marsch mit Bengalos
Auf der Magdeburger Strombrücke zündeten die Demonstranten Bengalos. Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT Radio | 29.04.2017 | 12:20 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 29.04.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/pat

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 10:34 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

01.05.2017 16:49 B.W. 9

30.04.2017 17:44 Aufpasser
Wo bist Du denn 1960 gewesen, als Magdeburg in die DDR Oberliga aufgestiegen ist? Wer braucht denn eigentlich Euch Selbstdarsteller und Euren Block "U"? Der DFB vielleicht um Geldstrafen zu verhängen, sonst braucht ihn niemand.

01.05.2017 16:41 FCM Fan 8

29.04.2017 22:36 Linda
Richtig.
ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Herr Töller hat sich uns nicht aufgedrängt.
Er war aber der Initiator und sorgte dafür, dass nur wenige Fans nach Halle gefahren sind. Seiner Demo haben wir nun 2 fehlende Punkte zu verdanken. Genau diese Punkte werden am Ende fehlen.

30.04.2017 17:44 Aufpasser 7

Manchmal ist Einbildung auch eine Bildung was jetzt hier alles was sagen will wo ward ihr denn in der Regionalliga als im Block U mal gerade 50 Leute standen. Wen man sieht was da alles zugelaufen ist und was so für Kommentare abgegeben werden mann mann alles richtige Fans ja.

Mehr aus Sachsen-Anhalt