Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD), Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) und weitere Vertreter der Regierung im Moor bei Schierke
Ein Gutachten des Landesamtes für Umwelt verzögert den geplanten Bau. Bildrechte: Alexander Budweg

Nach Gipfeltreffen am Winterberg Drittes Gutachten für Seilbahnbau

Im Dauerstreit um die Seilbahn am Winterberg soll ein drittes Gutachten den Durchbruch bringen. Bei einem Krisentreffen im Oberharz wurde am Donnerstag beschlossen, externen Sachverstand einzuholen. An dem Gespräch nahmen Ministerpräsident Reiner Haseloff, Wirtschaftsminister Armin Willingmann und Umweltministerin Claudia Dalbert teil. Schierkes Bürgermeisterin Hopstock kritisierte den Ausgang des Treffens.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD), Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) und weitere Vertreter der Regierung im Moor bei Schierke
Ein Gutachten des Landesamtes für Umwelt verzögert den geplanten Bau. Bildrechte: Alexander Budweg

Im Streit um das Seilbahn-Projekt in Schierke soll ein weiteres Gutachten eingeholt werden. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte nach einem Besuch vor Ort: "Wir haben noch eine Informationslücke zu schließen." Haseloff hatte sich am Donnerstag mit Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD), Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) und einem Vertreter des Verkehrsministeriums auf einem Krisentreffen beraten . Das umstrittene Seilbahn-Projekt heizt seit Monaten die Stimmung in der Landesregierung an.

Gutachten Nummer Drei

Claudia Dalbert, versinkt bis zu den Knien im Moor, Helfer eilen zu Hilfe.
Umweltministerin Claudia Dalbert testet das Hochmoor. Bildrechte: MDR/Alexander Budweg

Kern des Streits ist, wie groß die geschützten Moorflächen in dem Wald sind, durch die die Seilbahntrasse führen soll. Ein Gutachten des Investors hatte grünes Licht gegeben. Experten des Landesamtes für Umwelt hatten allerdings  festgestellt, dass der Bau der Seilbahn nicht mit Umweltrecht vereinbar sei. Das betreffe auch Gebiete außerhalb des Moores. Nach dem Treffen sagte Haseloff, dass es wegen dieser Differenzen gut sei, eine dritte Meinung einzuholen.  Mit dem Gutachten sollen externe Fachleute beauftragt werden. Bereits Ende Juni soll es vorliegen.

BUND kritisiert Schierke –Projekt

Der BUND Sachsen-Anhalt übt weiterhin starke Kritik am geplanten Erlebnispark. BUND-Landesvorsitzender Ralf Meyer sagte, dass in Schierke Naturzerstörung in großem Stil geplant sei. Die Verantwortlichen hätten noch nicht erkannt, dass eine intakte Natur eine der wichtigsten Attraktionen für Touristen darstelle.

Schierkes Bürgermeisterin Christiane Hopstock hat die Entscheidung für ein drittes Gutachten kritisiert. Hopstock sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sie hätte sich gewünscht, dass klar gesagt werde, so gehe es oder nicht. Der Investor werde seit zwei Jahren hingehalten.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11.05.2017 | 17:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11.05.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/dpa/sp

Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2017, 20:32 Uhr

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7 Kommentare

12.05.2017 13:39 verdrehter Naturschutz 7

Jeder soll einfach auf den Brocken oder den Wurmberg gehen und selbst beurteilen, welche Natur noch in Ordnung ist. Der „geschützte“ Wald im Nationalpark sieht aus, wie nach einem Bombenangriff. Gäste dürfen ihn selbst auf ausgezeichneten Wegen nur auf eigene Gefahr betreten. Der bewirtschaftete Wald gegenüber ist intakt! Warum? Die Forstwirtschaft bekämpft den Borkenkäfer, weil sie von einem intakten Wald lebt. Auch der Investor will die Natur nicht zerstören, sondern für alle erlebbar machen und von ihr leben – der Vorwurf des BUND ist „postfaktisch“!
Warum wird die Zerstörung des Fichtenbestandes im Nationalpark nicht bekämpft? Vom Nationalpark liest man dazu, der Borkenkäfer ist Natur und die Natur reguliert sich von selbst – der Mensch darf nicht eingreifen. Dann frage ich mich aber, warum im Nationalpark Rotwild bejagt wird? Vielleicht eher, weil der Abschuss eines Hirsches viel Geld bringt, ein Käfer wohl weniger…?

12.05.2017 13:28 gwm 6

Jawohl,macht aus dem Harz einen Rummelplatz, gute Vorbilder dafür gibt es in Polen massenweise.

12.05.2017 13:21 M. 5

"Frau Dalbert testet das Hochmoor" ....knapp 5 % haben diese Partei gewählt.....ich kann es nicht fassen, was hier abgeht....jeder muss seinen Job legitimieren was....

12.05.2017 08:29 Oma Gitte 4

Eine vernünftige Entscheidung. Die jungen Leute, die es heute begrüßen werden im Alter begreifen, was sie der Natur angetan haben.

11.05.2017 20:02 Dämon 3

Ein drittes Gutachten muss her. Diese Leute verbrennen Steuergelder auf Teufel komm raus. Wo sind wir nur hingekommen? Diese selbstgerechten Politiker sollten mal 4 Wochen im Pflegeheim schuften. Vielleicht besinnen die sich dann mal wiederdarauf, wo sie hergekommen sind und wem sie ihr gutes Leben verdanken?
Ich könnt nur noch ko....wenn ich diese Leute sehe.

11.05.2017 19:00 Möwe 2

Wider jeder Vernunft. Es wird nur in Ausnahmefällen wieder Winter mit annäherend 90 Wintertagen geben. Den Leuten fehlen die Ideen , wie man ohne Winter über die Runden kommt.

11.05.2017 18:26 Mario 1

Wenn jemand im Ostharz eine Investition vornimmt, so entstehen Arbeitsplätze und unser schöner Harz wird auch für Familien attraktiv.
Denn Schierke hat für Familien mit Kindern kaum was zu bieten.
Wenn wir weitere Stolpersteine dem Investor in den Weg legen, dann hat Schierke endgültig verspielt.
Das darf nicht passieren.