Drei Männer fahren mit einem kleinen Boot über einen Stausee
Berufsfischer sind auf dem Stausee unterwegs, um die gute Trinkwasserqualität zu sorgen. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Rappbodetalsperre Fischen für gutes Trinkwasser aus dem Harz

Die Rappbodetalsperre im Harz ist Sachsen-Anhalts größter Trinkwasserspeicher. Um die gute Qualität des Wassers zu halten, sind bis Ende des Jahres Berufsfischer auf dem Stausee unterwegs. Sie sollen drei Tonnen Fische einfangen.

Drei Männer fahren mit einem kleinen Boot über einen Stausee
Berufsfischer sind auf dem Stausee unterwegs, um die gute Trinkwasserqualität zu sorgen. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Die Rappbodetalsperre im Harz hat nicht nur die höchste Staumauer Deutschlands, sie ist auch einer der größten Trinkwasserspeicher. 1,3 Millionen Menschen bekommen aus der Talsperre ihr Trinkwasser. Um die gute Qualität zu halten, sind derzeit Berufsfischer auf dem Stausee unterwegs.

Einer von ihnen ist Gernot Quaschny aus Höhengören an der Elbe. Normalerweise sind größere Fische eher Quaschnys Gebiet. Doch und nun fängt er in der Rappbodetalsperre Kleine Maränen. Bis zu 25 Zentimeter werden diese im Normalfall groß. In der Talsperre aber leben nur kleinere Versionen, denn sie treten dort in Massen auf und deshalb ist die Nahrung knapp.

Fischschwärme können Trinkwasser-Qualität schaden

Fische in einer roten Plastikbox
Im Stausee leben nur kleine Versionen der Maränen. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Die vielen kleinen Fische beunruhigen die Mitarbeiter des Talsperrenbetriebes im Harz. Durch die Fischschwärme könnte die Qualität des Trinkwassers leiden, erklärt Mitarbeiterin Maren Dietze. Denn die Maränen fressen Wasserflöhe. Die wiederum seien gute Filterer für das Wasser, so Dietze.

Deshalb holte der Talsperrenbetrieb Fischer Quaschny von der Elbe. Auch für ihn ist der Einsatz auf dem Stausee kein alltäglicher: "Die Wassertiefe ist enorm. Wir haben hier bis zu 90 Meter tiefes Wasser, an der Elbe sind es 90 Zentimeter seit zwei Jahren. Es ist angenehm, mal mehr als eine Handbreit unterm Kiel zu haben."

Raubfische sollten Bestand regulieren

Mit einem Echolot schauen die Fischer, wo die Maränen genau stehen. Im Stausee sei das bei etwa 30 Metern. In dieser Tiefe stellen die Fischer ihre Netze ein. Eigentlich sollten Raubfische den Überschuss an Maränen regulieren. Vor fünf Jahren wurden dem Talsperrenbetrieb zufolge deshalb Seeforellen ausgesetzt, die die Maränen fressen sollten. Funktioniert hat das aber nicht.

Drei Männer zupfen kleine Fische au einem Netz
Bis Ende des Jahres sind die Fischer auf dem Stausee unterwegs. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Deshalb habe man sich nach Empfehlung eines Gutachters entschlossen, die Berufsfischer auf den Stausee zu schicken, erklärt Maren Dietze.

Auch wenn es ein wunderschöner Stausee ist, es ist kein natürliches Gewässer. Man muss das Gewässer, egal in welcher Hinsicht, pflegen. Wir haben hier ein gutes Gewässer und arbeiten daran, dass es so bleibt.

Maren Dietze, Mitarbeiterin Talsperrenbetrieb

So wird Fischer Gernot Quaschny weiter rausfahren auf die Rappbodetralsperre – vorraussichtlich bis zum Jahresende. Bis dahin soll er drei Tonnen schaffen – das wären weit mehr als 100.000 Fische.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Oktober 2019 | 13:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 13:17 Uhr

1 Kommentar

part vor 6 Wochen

Was der Wasserqualität in diesem Bereich noch mehr schadet sind die vielen Besucher mit Hunden rund um die Mega- Zipline, Haufen über Häuflein weil Sanktionen gleich null.

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