Traumjob Hundetagesstätte Zu Besuch im "Hundeparadies" im Harz

Eine Kita kennt jeder, doch eine "Huta"? Dahinter verbirgt sich eine Hundetagesstätte. Und so ähnlich wie Eltern ihre Kinder in die Kita bringen, können Hundebesitzer ihre Vierbeiner in die Hundetagesstätte geben. Im Harz gibt es eine solche Einrichtung, mit Beschäftigung, Spiel und Spaß für die Tiere.

von Carsten Reuß, MDR SACHSEN-ANHALT

Mann läuft durchs Freie einen Weg entlang, Hunde folgen ihm
Große und kleine Hunde aller Rassen tummeln sich in der "Huta" von Steve Kaye. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Roberto, Mozart, Nina…", Steve Kaye kennt sie alle. "Zehn, elf, zwölf" zählt er. "Das ist ja fast wie Urlaub heute", sagt er lächelnd. Um die Beine des 33-Jährigen wuseln zwölf Hunde, vom Mops bis zum Schäferhund. Kurz zuvor hat Steve Kaye die Tiere in der Umgebung von ihren Herrchen und Frauchen abgeholt. Auf dem Gelände gleich hinter dem Eingangstor hatten dann alle zehn bis 15 Minuten Zeit sich kennenzulernen und Stress abzubauen. Nun steht Steve Kaye am Tor und die Hundemeute weiß: Gleich wird's spannend.

Denn hinter dem Tor wartet eine große Wiese mit Ecken zum Rumstöbern, mit Büschen zum Verstecken, mit verschlungenen Wegen und sogar einem Badeteich. Das ganze Gelände ist 12.000 Quadratmeter groß, fast so groß wie zwei Fußballfelder. Kurz zuvor war hier noch eine andere Hundegruppe unterwegs. "Jetzt haben hier alle richtig zu tun, sie schnüffeln, riechen, laufen umher – das ist total cool", kommentiert Steve Kaye das Geschehen. Dabei hat er jedes Tier im Blick. Fängt ein Hund an zu stänkern, greift er ein.

Geprüfter Hundetrainer

Steve Kaye ist zertifizierter Hundetrainer und führt eine Tagesstäte für Hunde, eine Art Hundekindergarten, das "Hundeparadies Harz". Hier betreut er mit seiner Frau und einer Mitarbeiterin täglich bis zu 25 Hunde. Steve Kaye hat sich damit einen Traum erfüllt, hat dafür eine gut bezahlte Stelle in einem Maschinenbaubetrieb aufgegeben. Der Mann aus Thale liebt Hunde über alles. Erst führte er nebenbei Hunde von Freunden und Bekannten aus, war ein sogenannter Dog-Walker. Ein Kunde schließlich unterstützte ihn bei der Verwirklichung seiner Idee vom Hundeparadies.

Tagesstätte für Hunde im Harz

Mann kniet im Freien, um ihn herum stehen Hunde
Steve Kaye aus Thale liebt Hunde über alles. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mann kniet im Freien, um ihn herum stehen Hunde
Steve Kaye aus Thale liebt Hunde über alles. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
 Schild an Zaun: Hundeparadies Harz.
Der zertifizierte Hundetrainer führt im Harz eine Tagesstäte für Hunde. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mann läuft durchs Freie einen Weg entlang, Hunde folgen ihm
Mit dem "Hundeparadies" hat sich Kaye einen Traum erfüllt. Bis zu 25 Hunde aller Rassen betreuen er und sein Team täglich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Verschiedene Hunde baden in einem Teich
Dabei sind die Vierbeiner so unterschiedlich wie ihre Besitzer. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Hunde laufen in einem Garten mit Bäumen und Holzgerüst frei herum.
Laufen, schwimmen, schnüffeln, ruhen – alle genießen die Abwechslung, die das Areal bietet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Verschiedene Hunde folgen Mann durch Tor.
Bald soll es auch einen extra Bereich für kleine Hunde geben.

Quelle: MDR/agz
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Traum erfüllt, trotz Bürokratie

Der Weg dahin aber war alles andere als einfach. Er war teurer und vor allem viel schwieriger und länger als gedacht. Die ganze Bürokratie sei schon anstrengend, sagt er. Doch richtig schwierig sei es gewesen, als sie ein paar Container als Unterkünfte für schlechtes Wetter aufstellen wollten. Das Ganze habe zwei Jahre gedauert. Doch jetzt scheint es geschafft. Steve Kaye kann seinen Traum leben.

Hunde aller Rassen

Große und kleine Hunde aller Rassen tummeln sich auf dem Areal. Und so vielfältig wie die Tiere seien auch die Kunden selbst, so Kaye. Vom Jugendlichen bis zum Geschäftsmann sei alles dabei. Zwei Leute würden ihre Tiere ganztags bringen, weil sie lange Arbeitswege haben. Die meisten Kunden aber brächten die Tiere ein bis zweimal die Woche halbtags. Kaye:

Die wollen, dass ihre Lieblinge 'nen coolen Tag haben. Viele trauen sich auch nicht, ihre Tiere mit mehreren Artgenossen frei herumtollen zu lassen. Ich möchte, dass die Hunde eine schöne Zeit haben und hier an einen Ort kommen, wo sie Hunde sein dürfen.

Und wirklich: Die Hunde wuseln alle wild herum, schnüffeln, rennen, rammeln sich, doch keiner bellt oder knurrt. "Wir sind immer in Bewegung, schwimmen, gehen, laufen, dann wechseln wir in den Ruhebereich, wo die Tiere runter kommen sollen", sagt Steve Kaye. Die Hunde sollen lernen, dass Ruhe herrschen kann, wenn sie zu mehreren zusammen sind. Kaye: "Dass Hunde andere Hunde als Stress empfinden, genau das möchte ich nicht".

Bereich für kleinere Hunde geplant

Das funktioniere sogar zwischen den kleinsten und größten Hunden. Doch manche Besitzer besonders kleiner Hunde würden sich Sorgen um ihre Lieblinge machen. Deshalb plant Kay nun im Hundeparadies ein separates "Zwergenparadies", wie er es nennt. Ein Paradies für ganz kleine Hunde entsteht jetzt. Im Hundeparadies Harz wird angebaut.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Oktober 2019 | 09:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2019, 17:14 Uhr

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