Mythos und Sehnsuchtsort Chronologie zur Brockengeschichte

Der Brocken war in der DDR Sperrgebiet. Erst im Dezember 1989 konnte der Berg wieder von Wanderern erreicht werden. Eine kleiner Auszug aus der Geschichte eines ganz besonderen Ortes in Sachsen-Anhalt.

1736 | Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode lässt ein Unterkunftshaus zum Schutz der Brockenreisenden erbauen.

1777 | Goethe besteigt den Brocken.

1800 | Das erste Gasthaus wird auf der Brockenkuppe errichtet.

Ein Stein mit dem Abbild von Heinrich Heine auf dem Brockengipfel
Auch der Dichter Heinrich Heine erklomm den Brocken und übernachtete 1824 im Brockenhaus. Seine Erlebnisse verarbeitete er in dem Buch "Die Harzreise". Heute erinnert ein Gedenkstein auf den Brocken an den Autor. Bildrechte: imago/PEMAX

1890 | Der Göttinger Botaniker Albert Peter errichet den Brockengarten als ersten deutschen Alpengarten ein.

1895 | Die erste Wetterwarte auf dem Brocken wird erbaut.


1899 | Die Brockenbahn fährt auf Schmalspurgleisen zum Harzgipfel.

Der Bahnhof Brocken ist heute mit 1125 m ü. NHN einer der höchstgelegenen Bahnhöfe in Deutschland.

Dampflokomotive
Auch heute noch dampft die Harzer Schmalspurbahn zum Brocken. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

1937 | Der Brocken wird Naturschutzgebiet.

1945 | Die US-Luftwaffe greift den Brocken an.

Das Brockenhotel und andere Gebäude werden zerstört.

1947 | Nach der Besetzung der US-Truppen erfolgt ein Gebietsaustausch an die Sowjets.

1959 | Bis dahin waren Teile des Brockens noch für Touristen zugänglich.

1961 | Ab August wird der Brocken militärisches Sperrgebiet und für die Bevölkerung unzugänglich.

Der Gipfel wird für Überwachungs- und Spionagezwecke genutzt.

Menschen stehen neben einer riesigen Radaranlage
Eine frühere Stasi-Abhörkuppel steht jetzt auf dem Gelände des Ostdeutschen Fahrzeug- und Technikmuseums in Benneckenstein. Im Abhörantennen untergebracht. Das Bauwerk war für damalige Zeit sündhaft teuer. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

1989 | Am 9. November fällt die Berliner Mauer.

1989 | Am 3. Dezember wandern etwa 6.000 Demonstranten auf den Brocken und erzwingen dort die Grenzöffnung.

Menschen laufen am 03.12.1989 nach einer von der DDR-Bürgerbewegung organisierten "Wanderung" zum Brocken duerch das eben geöffnete Tor zu den militärischen Einrichtungen auf dem Brocken (Sperrgebiet mit Abhöranlagen der Stasi und der Sowjet-Truppen).
Menschen laufen am 3.12.1989 nach einer von der DDR-Bürgerbewegung organisierten "Wanderung" zum Brocken. Bildrechte: dpa

1990 | Die Abhör- und Grenzanlagen werden nach und nach abgebaut.

1991 | Die Brockenbahnstrecke wird nach rund 30 Jahren Stillstand wieder aktiviert.

Der fahrplanmäßige Zugverkehr begann am 1. Juli 1992.

1994 | Im März verlässt der letzte russische Soldat den Brocken.

Soldaten heben Kiste auf LKW-Ladefläche
1994 verlassen die letzten russischen Militärs das einstige Sperrgebiet. Bildrechte: imago images / fossiphoto
Russisches Militärcamp nach dem Verlassen 1994 2 min
Bildrechte: Gunter Karste

Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 03. Dezember 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2019, 14:08 Uhr

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