Ein Hauseingang. Davor steht ein Fahrrad.
Ein Mann hatte das unterkühlte Baby gefunden und die Polizei verständigt. Bildrechte: TNN

Ausgesetztes Baby Osterwieck: Ermittlungen wegen versuchter Tötung gegen Mutter

Die Staatsanwaltschaft hat den Fall des in Osterwieck ausgesetzten Neugeborenen übernommen. Gegen die 30-jährige Mutter wird wegen versuchter Tötung ermittelt. Sie soll den kleinen Jungen nackt vor einem Mehrfamilienhaus ausgesetzt haben. Dem Baby geht es inzwischen besser. Das Jugendamt kümmert sich jetzt um das Kind.

Ein Hauseingang. Davor steht ein Fahrrad.
Ein Mann hatte das unterkühlte Baby gefunden und die Polizei verständigt. Bildrechte: TNN

Gegen die Mutter des in Osterwieck ausgesetzten Neugeborenen wird wegen versuchter Tötung ermittelt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft in Halberstadt MDR SACHSEN-ANHALT. Die 30-Jährige soll den kleinen Jungen in der Nacht zu Dienstag nackt vor einem Mehrfamilienhaus in Osterwieck ausgesetzt haben.

Das Baby wurde am Dienstag kurz nach Mitternacht vor einem Hauseingang gefunden. Es war nackt und stark unterkühlt. Ein Osterwiecker fand den Jungen und informierte die Polizei. Die Mutter konnte noch am selben Nachmittag ausfindig gemacht werden.

Jugendamt kümmert sich um Findelkind

Dem Kind geht es nach Angaben der Ärzte wieder besser. Das Findelkind wurde inzwischen in die Obhut des Jugendamts gegeben. Ein Familiengericht muss nun entscheiden, ob der Junge künftig von Angehörigen oder einer Pflegefamilie betreut wird. Die Mutter wurde nach einer Befragung durch die Polizei wieder auf freiem Fuß gesetzt. Sie wird derzeit noch selbst im Krankenhaus behandelt. Zuerst hatte die "Volksstimme" berichtet.

Hilfe für Mütter in Not

Mütter, die sich in großer persönlicher Not befinden, habe die Möglichkeit, ihr Neugeborenes anonym in einer Babyklappe abzugeben. Die Babyklappe soll verhindern, dass Säuglinge ausgesetzt werden und dadurch ihr Leben in Gefahr gerät.

Babyklappen in Sachsen-Anhalt

  • in Dessau an der Frauenklink (Auenweg)
  • in Halle am Elisabeth-Krankenhaus (Mauerstrasse) und
  • in Magdeburg an der Klinik St. Marienstift (Harsdorfer Strasse)

Alternativ zur Babyklappe gibt es seit 2014 in Deutschland die sogenannte vertrauliche Geburt. Die Regelung ermöglicht es Schwangeren, ihr Kind in einem Krankenhaus oder bei einer Hebamme zur Welt zu bringen und trotzdem vorerst anonym zu bleiben.

Hilfetelefon für Schwangere in Not 0800/40 40 020

Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. Juli 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2019, 11:01 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Mehr aus dem Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt