#miteinanderstark Escape-Rooms in Corona-Zeiten: Online-Rätsel aus Wernigerode

MDR-Redakteur Roland Jäger
Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler

Alle Freizeitangebote sind Corona zum Opfer gefallen. Alle Freizeitangebote? Nein: Die Wernigeröder Unternehmerin Julia Ivancenco hört nicht auf, der dem Virus geschuldeten Langeweile Widerstand zu leisten. Ihre Escape Rooms sind jetzt online spielbar. Eine kleine Erfolgsgeschichte in Corona-Zeiten.

Nur noch wenige Minuten, dann stehen die Mafiosi vor der Tür. Schnell muss die völlig überforderte Sekretärin eines FBI-Agenten die Akten über den Mafia-Boss Don Vito finden und in Sicherheit bringen – bevor es zu spät ist! 

Dieses Szenario können Besucher normalerweise in einem der Escape-Rooms von Julia Ivancenco in Wernigerode spielen. Aber seit die Kontaktbeschränkungen eingeführt worden, ist die Unternehmerin und ihr Team – wie so viele Betriebe, die vom Tourismus leben – in einer Zwangspause. 

Wir mussten all unseren Kunden, die für März und Anfang April gebucht hatten, absagen. Das war sehr traurig für uns und wir wussten erstmal gar nicht, wie es weitergehen soll. Bis eben diese neue Idee kam.

Julia Ivancenco, Harz Escape

Doch nun können Besucher trotz Corona-Sperre wieder knobeln und die verschiedenen Rätsel-Szenarios rund um Harzer Hexen oder um die New Yorker Mafia lösen. Die Escape Rooms sind jetzt online spielbar.

Eine Frau hält ein Handy vor einen Globus mit Schloss
Per Videokonferenz können die Spieler sehen, was ihre "Spielfigur" sieht. Bildrechte: MDR/Harz Escape

"Wir haben das so umgesetzt, dass ein Spielleiter von uns in den Raum geht und sich mit den Spielern zuhause über Audio und Video verbindet. So können die Spieler alles sehen, was sich im Raum befindet. Wir sind quasi die Augen und die Hände für die Spieler", beschreibt Julia Ivancenco. Die Spieler geben dann aus der Videokonferenz heraus Anweisungen, wie der Spielleiter sich bewegen soll, welche Dinge er anfassen, aufheben, kombinieren und ausprobieren soll.

Online-Angebot überraschend beliebt

Lupe und Notizbuch in einem Schubfach
Normalerweise können Spieler die Räume selbst erkunden und zum Beispiel in Schubladen nach Hinweisen für die Rätsel suchen. Bildrechte: MDR/Harz Escape

Für den kleinen Betrieb mit seinen studentischen Mitarbeitern ist die Online-Idee in der Corona-Krise eine wichtige Einnahmequelle. Die Idee selbst sei dem Team bereits vor einigen Monaten gekommen, sagt Julia Ivancenco. Eine "Schnapsidee", die sie nun umgesetzt haben. Die positive Resonanz darauf habe sie überrascht: Viele Buchungen kommen aus dem Ausland, weil die Spiele auch auf Englisch angeboten werden. Die Wernigeröder Escape Rooms werden von Spielern aus den USA, aus Jordanien, Estland und der Tschechischen Republik genau unter die Lupe genommen.

Ich finde es ganz toll, dass Menschen jetzt meine Escape Rooms im kleinen Wernigerode spielen können, die auf der anderen Seite des Planeten zuhause sitzen.

Person
Julia Ivancenco hat das Unternehmen Harz Escape gegründet. Bildrechte: MDR/Harz Escape

Weil die Online-Lösung so gut angenommen wird, wägt die Wernigeröder Unternehmerin schon ab, ob das Angebot auch nach der Corona-Krise weitergeführt werden soll. Immerhin bietet es noch einen weiteren Vorteil: Online können auch Menschen mit Behinderungen, die bisher keine Escape-Rooms spielen konnten, miträtseln. Trotzdem hofft Julia Ivancenco, dass der Tourismus im Harz – und damit auch die Live-Spiele vor Ort – in einigen Wochen wieder möglich sein werden.

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Über den Autor Roland Jäger arbeitet seit 2015 für den Mitteldeutschen Rundfunk – zunächst als Volontär und seit 2017 als Freier Mitarbeiter im Landesfunkhaus Magdeburg. Meist bearbeitet er politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen – häufig für die TV-Redaktionen MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE und Exakt - Die Story, auch für den Hörfunk und die Online-Redaktion. Auf Twitter ist er unter @roland__jaeger zu finden.

Vor seiner Zeit bei MDR SACHSEN-ANHALT hat Roland Jäger bei den Radiosendern Rockland und radioSAW erste journalistische Erfahrungen gesammelt und Europäische Geschichte und Germanistik mit Schwerpunkt Medienlinguistik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg studiert. In seiner Freizeit ist Roland Jäger gern mit dem Fahrrad im Harz unterwegs.

Quelle: MDR/rj

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